Ausstellung

Mit Ilon Wikland über Tisch und Bänke

Mit Ilon Wikland über Tisch und Bänke
Ein Exponat der "Über Tisch und Bänke"-Ausstellung. Das Vorbild für die Figur Karlsson vom Dach fand Ilon Wikland auf einem Markt in Paris. Zur Foto-Galerie
Karlsson vom Dach, Ronja Räubertochter oder die Gebrüder Löwenherz - die Figuren der Astrid Lindgren kennen Kinder auf der ganzen Welt. Erst richtig lebendig wurden sie durch die Illustrationen von Ilon Wikland, deren Gesamtwerk nun erstmals in Deutschland bei LesArt in Berlin zu sehen ist.
Die Ausstellungsräume im Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur sind seit 15. Februar ein paar sehr illustren und berühmten Figuren gewidmet, die wohl in kaum einem Kinderzimmer fehlen dürften: einem dicken Kerl mit Propeller auf dem Rücken, den wilden Kindern aus der Krachmacherstraße oder einem Geschwisterpaar, das in einem Land namens Nangijala lebt. Sie alle stammen aus der Feder von Ilon Wikland, die die meisten Bücher von Astrid Lindgren illustrierte, außer die von Michel aus Lönneberga und Pipi Langstrumpf. 
 
Die Ausstellung „Über Tisch und Bänke“ wurde anlässlich des 85. Geburtstages der gebürtigen Estin nach Berlin in die Weinmeisterstraße geholt. Die Werkschau gibt einen Einblick in das über siebzigjährige Schaffen und das vielfältige Werk der Künstlerin. Präsentiert werden über 150 Originale, die preisgeben, mit welcher Kunstfertigkeit und Akribie Ilon Wikland arbeitet, ob mit Feder, Pinsel und Tusche, Bleistift oder Kohle. Unter den Aquarellen, Zeichnungen, Skizzen und Buchcovern sind auch viele bisher unveröffentlichte Arbeiten zu sehen. 

Nicht immer einer Meinung

 
Die Werkschau von Ilon Wikland ist noch bis zum 30. Juni bei LesArt zu sehen.
In Zusammenarbeit mit der Künstlerin, dem Ilon-Wikland-Museum in Haapsalu (von hier stammen viele der Ausstellungsstücke) und der Estnischen Botschaft entstand diese einmalige Schau. Sie macht nicht nur die Unterschiede zwischen den Figuren auf dem deutschen und schwedischen Buchmarkt sichtbar, sie zeigt auch einen Querschnitt durch Wiklands Werk und gibt einen Einblick in die stilistische Entwicklung der Künstlerin, die seit über 70 Jahren in Schweden lebt. So werden beispielsweise die Kinder aus der Krachmacherstraße im Laufe der Jahre immer wilder und farbenfroher. Die Figur Ronja Räubertochter zeichnete sie anfangs mit langen Haaren, ganz entgegen der Vorstellung von Astrid Lindgren. Die hatte ein Mädchen mit kurzen Locken vor Augen: beide Entwürfe hierzu sind in der Ausstellung zu sehen. 
 
Außerdem erfahren wir viel über die Zusammenarbeit zwischen Wikland und Astrid Lindgren. Zum Beispiel, dass es 1954 das Buch Mio mein Mio war, mit dem die Zusammenarbeit besiegelt wurde und aus der über dreißig Bücher hervorgingen. Wie stolz Lindgren auf ihre Illustratorin war, geht aus vielen Zitaten im Ausstellungskatalog hervor: „Viele Kinder werden sich ein Leben lang an die Bilder erinnern, die du geschaffen hast. Sie werden ein unvergesslicher Teil ihrer Kindheit bleiben“, steht dort geschrieben.
 
„Über Tisch und Bänke“ ist bis zum 30. Juni immer dienstags, mittwochs und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet und wird von einem Programm mit mehr als 35 Veranstaltungen für Schulklassen und Familien (meist an den Wochenenden) begleitet. Vom 23. bis 28. Februar 2015 zeigt die Staatsbibliothek zu Berlin in der Reihe „Literatur im Foyer“ ergänzend eine Vitrinenausstellung zu Ilon Wiklands Werk.

Foto Galerie

LesArt - Berliner Zentrum für Kinder- und Jugendliteratur, Weinmeisterstraße 5, 10178 Berlin
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