Bezirk Mitte beklagt Verzögerung

Zeit für Fanmeile wird knapp

Zeit für Fanmeile wird knapp
Solche Bauzäune im Tiergarten entsprechen nach Auffassung von Polizei, Feuerwehr und Bezirksamt Mitte nicht mehr den Sicherheitsanforderungen für Großveranstaltungen auf der Straße des 17. Juni.
Großer Tiergarten – Der Bau eines stationären Zauns um den östlichen Teil des Großen Tiergartens scheint nicht mehr vor der Fußball-Weltmeisterschaft realisierbar zu sein. Die von Bezirksamt Mitte, Polizei und Feuerwehr favorisierte Lösung zum Schutz von Großveranstaltungen wird nach wie vor von der zuständigen Senatsverwaltung geprüft. Aufschluss über das weitere Vorgehen soll ein Treffen am 25. Februar geben.

Bezirksstadtrat Carsten Spallek (CDU) vermutet Methode hinter dem Vorgehen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Seit vielen Monaten liegt der Fördermittelantrag des Bezirks Mitte zum Umbau der Festmeile auf der Straße des 17. Juni vor, doch seine Prüfung dauert weiter an. Laut Spallek, der in Mitte unter anderem für Bauen und Stadtentwicklung zuständig ist, soll sie sogar erst seit Anfang des Jahres mit erhöhter Priorität erfolgen.

Hintergrund sind Differenzen zwischen Senat und Bezirksamt über die Notwendigkeit für einen dauerhaft den Tiergarten östlich des Großen Sterns einhegenden Zaun. Spallek und seine Abteilung sind sich mit Polizei und Feuerwehr einig, dass eine stationäre Lösung die Sicherheit von Großveranstaltungen wie Marathon, Silvesterparty oder Fanmeile erhöhen würde. Die bisher häufig verwendeten mobilen „Bauzäune“ reichten nach heutigen Erkenntnissen nicht mehr aus, da sie leichter zu überwinden seien und keine genügende Umsturzsicherheit böten. Alternativ zur Dauerlösung brachte der Stadtrat eine mobile Zaunvariante ins Spiel, die in Italien genutzt wird und vom europäischen Fußballverband UEFA abgesegnet ist. Diese sei jedoch um ein Vielfaches teurer als die nicht mehr zeitgemäßen Bauzäune und mit längeren Aufbauzeiten verbunden.

Bezirksamt spielt Ball zur Senatsverwaltung

Der feste Zaun um den Tiergarten, zu dessen Gestaltung sich bereits ein Ingenieurbüro Gedanken gemacht hat, ist jedoch nur ein Teil des Fördermittelantrags zur Festmeile, der sich auf ein Gesamtvolumen von 45 Millionen Euro beläuft. 90 Prozent der Summe sollen aus Mitteln des Bundes und der EU kommen, der Senat müsste den Rest aufbringen. Der Zaun allein koste 3,5 bis 4 Millionen Euro, sagt Spallek und weist darauf hin, dass der Tiergarten außerhalb der Großveranstaltungen in jedem Fall Tag und Nacht zugänglich bliebe. Weitere im Antrag geplante Maßnahmen sind unter anderem die Installierung von Notbeleuchtung und -beschallung, Be- und Entwässerungsanlagen, Telekommunikationsleitungen, stationären Toiletten sowie die Absenkung von Bordsteinen.

Bei bisherigen Großveranstaltungen im Tiergarten agierte das Bezirksamt Mitte meist koordinierend, auch wenn die Genehmigungen durch die Verkehrslenkung Berlin und bei Demonstrationen durch die Versammlungsbehörde erfolgten. Dazu sieht Spallek seine Behörde derzeit nicht mehr in der Lage; die Senatsverwaltung für Finanzen habe den Bezirk sogar angewiesen, in diesem Zusammenhang keine Aufträge für Verkehrsgutachten und Sicherheitskonzepte mehr zu vergeben, da über die Bereitstellung der Gelder noch nicht entschieden sei.

Der Bezirksstadtrat geht davon aus, dass die Zeit bis zur Fußball-WM nun nicht mehr ausreicht, um den Bau eines festen Zauns auszuschreiben und ihn dann auch durchzuführen. „Das ist für die Veranstalter eine schwierige Situation, weil sie Planungssicherheit brauchen“, konzediert Spallek. Am 25. Februar sind interessierte Eventmacher zu einem Gespräch mit den zuständigen Staatssekretären sowie Vertretern von Bezirksamt, Polizei und Feuerwehr geladen – dann soll endlich klar werden, zu welcher Lösung die Verantwortlichen tendieren. Spallek verspricht eine Einschätzung seines Amts „nach bestem Wissen und Gewissen“ – eine Fanmeile mit dem Sicherheitskonzept von 2006 hält er unter anderem wegen der tragischen Erkenntnisse von der Duisburger Love Parade für „eher nicht mehr unterstützungsfähig“.

Zeit für Fanmeile wird knapp, Großer Stern, 10557 Berlin
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