Campus Charlottenburg

So wird die Hertzallee umgebaut

So wird die Hertzallee umgebaut
"Robust, aber grün" nennt Lüscher den prämierten Entwurf.
City West - Hinter Zoo und TU verläuft die Hertzallee. Die führt mitten durch den Campus und soll nun zu einer schönen Flaniermeile werden ...

Schon der Treffpunkt zum ersten Spatenstich in der Hertzallee macht das Problem deutlich: im Foyer der Technischen Universität – und nicht an der Allee selbst. Denn diese liegt fast schon unsichtbar, versteckt auf der Rückseite des Hochschulgebäudes und ist abgeriegelt von den Besucherströmen, die den Bahnhof Zoo umbranden. Schade eigentlich, denn warum sollte die Stadt ihre mathematische Elite, mit der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern geadelt, und den chinesischen Pop-Protest-Bildhauer Ai Weiwei (Universität der Künste) im schummrigen Bahnhofshinterland verstecken?

Um dies zu ändern, fließt nun endlich das Geld zur Umsetzung des siegreichen Wettbewerbsentwurfs von der Bürogemeinschaft Lavaland & Treibhaus. Und eine fröhliche, gemischte Runde um die beiden Universitätspräsidenten, Senatsbaudirektorin Regula Lüscher und die Bezirkschefs griffen beherzt zur Schaufel.

Endlich geht’s los und das Versprechen gilt: Künftig werden wir und die Berlinbesucher vom Zoo eine von Linden umsäumte, autofreie Hertzallee hinaufschlendern, vorbei an konzentrierten Studenten, hier im Schneidersitz über Bücher gebeugt und dort den Soft- oder Basketball werfend, kurzum: wir werden einen quirligen Campus erleben – bis wir, von Luft und Geist gestärkt, den Ernst-Reuter-Platz erreichen, um die U-Bahn zu besteigen.

Senatsbaudirektorin Lüscher liebt es „robust, aber grün“

„Robust, aber auch grün, so wie öffentliche Räume in Berlin aussehen sollen“, sagt die Senatsbaudirektorin zur nun laufenden Umgestaltung der Hertzallee. Die wild am Straßenrand abgestellten Autos werden verbannt, die Belege auf den Gehwegen erneuert, Granitstein kommt zum Einsatz, das alte Pflaster erhalten die Gestalter aber. Schließlich sollen schon Preußenkönige die damalige Kurfürstenallee entlanggeritten sein, vom Schloss in Mitte kommend, mit dem erlegten Wild von der Jagd im Tiergarten auf dem Weg zum Schloss Charlottenburg.

Aber wer außer Martin Schwacke von der Abteilung Gebäude der TU weiß das schon? Und sein Chef, Präsident Christian Thomsen bringt scherzend sogar die Umbenennung der zu erneuernden Straße zur Allee der Ausgründungen ins Gespräch, für Forscher mit marktgängigen Produkten. Die Wissenschaft ist eben auch im Wandel und die Heroen des Geistes heute sind eigentlich Helden der Marktwirtschaft; sie werden eher für findige Geschäftsideen gefeiert als ihre für Erfindungen geehrten Vorgänger. Treffend nennt einer die künftige Hertzallee Achse der Zukunftstechnologien. Da passt, dass auch über den Bau eines touristischen Welcome-Centers auf einem Eckgrundstück gegenüber der TU mitten im Campus nachgedacht wird.

1,3 Millionen Euro für zwei Bauabschnitte

Alma Mater’s gütige Öffnung dürfte aber auch diesem Zweck dienen: Der Abwehr von Eroberungsversuchen des Quartiers, wie sie Architekt Jan Kleihues und Stadtplaner Florian Mausbach mal unternahmen, die den Campus zurückdrängen und das Gebiet durch mehr und höhere Bauten zu einer City West-Erweiterung umgestalten wollten. Nun fließen 1,3 Millionen Euro in die zwei Bauabschnitte der Hertzallee. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bringt eine Million Euro aus dem Bund-Länder-Programm Aktive Zentren ein, die TU beteiligt sich mit 350.000 Euro.


Quelle: Der Tagesspiegel

So wird die Hertzallee umgebaut, Hertzallee, Berlin
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