Umweltschutz

Zwei neue Lastenrad-Projekte nehmen dir das Schleppen ab

Zwei neue Lastenrad-Projekte nehmen dir das Schleppen ab
Wird der Drahtesel mit einer Holzkiste am Lenker schon zum Lastenrad? Wenn's mal wieder mehr Ballast sein darf, unterstützen dich jetzt zwei professionelle Lieferdienste auf zwei Rädern.
Berlin dreht am Lastenrad! Die Räder mit integrierter Transportkiste kümmern sich jetzt an zwei Orten in Berlin um deine Einkäufe und Fehlkäufe: Kuriere kutschieren deine Tüten (fast) kostenlos durch die City West und in Neukölln fahren die Räder eine Kampagne gegen die Wegwerfgesellschaft.

Lastenräder sind in Fahrradstädten wie Amsterdam schon der Hit und werden auch in Berlin immer beliebter. Weil der Transport mit so einem Rad auch gut für die Umwelt ist, fördert das Land Berlin die Anschaffung von sogenannten Cargo Bikes sogar. Im Jahr 2018 hat die Senatsverwaltung Investitionen in Lastenräder mit insgesamt 200.000 Euro bezuschusst. Im Jahr 2019 sollen bis zu 500.000 Euro dafür locker gemacht werden. Du brauchst aber gar kein eigenes Rad, wenn du gerne in der City West shoppen gehst oder in Neukölln etwas gegen die Müllberge dieser Welt tun möchtest. Dann kannst du einfach auf einen der beiden neuen Kurier-Services auf Rädern zurückgreifen.

Die Citybringer fahren deinen Einkauf durch die City West

Sie sollen das Shoppen in der City West attraktiver machen: Die Citybringer sind ein neuer, klimaneutraler Lieferservice. Sie kutschieren zu einem von dir festgelegten Zeitfenster zu dir, was du geshoppt hast. Organisiert wird die Lieferung von den Läden rund um den Kurfürstendamm: Bogner, die Boutique Château Calissanne oder der Blumenladen Florale Welten haben sich schon registriert. Ob du für den Shop-eigenen Bringservice zahlen musst, entscheiden die jeweiligen Händler. Manche übernehmen die Kosten für die Tour komplett, andere koppeln die Gratis-Lieferung an einen Mindesteinkaufswert, bei wieder anderen musst du dich finanziell beteiligen. „Die Kunden sind durchaus bereit, für einen solchen Service zu zahlen. Denn die Same-Day-Lieferung, ohne Sorge darum, den Paketboten zu verpassen, wissen die Käufer zu schätzen“, sagt Klaus-Jürgen Meier von der AG City. Die hat den neuen Lieferservice gemeinsam mit der Pin Mail AG gestartet.

Bisher liefern die Cargo Bikes der Citybringer vom Ku’damm aus nach Charlottenburg, Wilmersdorf, Steglitz, Zehlendorf und in Richtung Osten maximal zum Postleitzahlen-Gebiet 10179 – das ist die Gegend zwischen dem Spittelmarkt, Märkischem Museum und dem Bethanien in Kreuzberg. Der Radius wächst aber ständig, genauso wie die Zahl der teilnehmenden Geschäfte rund um den Ku’damm.

 

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Ein Beitrag geteilt von J Mak (@makjura) am Jun 28, 2018 um 12:14 PDT

 

Radeln gegen den Müll in Neukölln

In Neukölln geht es dagegen nicht darum, Neues nach Hause zu holen. Im Gegenteil holen Kuriere mit dem Lastenrad gratis das ab, was du nicht mehr in der Wohnung haben möchtest – vorausgesetzt der Hausrat ist noch so gut erhalten, dass jemand anderes ihn gebrauchen könnte, du wohnst im Einzugsgebiet Nord-Neukölln und hast dich für die Abholung registriert. Vom 8. bis zum 10. November organisiert die Initiative Re-Use Berlin Lastenräder, die im ganzen Bezirk nicht mehr gebrauchte CDs, Klamotten, Kleinstmöbel oder elektronische Geräte einsammeln.

Ab dem 30. November kann dann jeder und jede mitmachen. Bis zum 16. Dezember wird die Sammlung in einem Pop-up Store im CRCLR House preiswert weiterverkauft. Das hat gleich drei Vorteile: Wer etwas abgibt, schafft Ordnung und vermeidet Müll. Wer etwas kauft, spart einen Neukauf und natürlich Geld und der Erlös aus dem Re-Use Verkauf fließt in andere Zero-Waste-Projekte. Und auch wer auf dem besonderen Second-Hand-Markt nichts findet, geht nicht leer aus: Im Pop-up finden auch Diskussionen, Vorträge und Workshops rund um das Thema Wiederverwertung statt.

Die Abholung mit dem Lastenrad ist ein Pilotprojekt von Re-Use Berlin. Die Initiative ist Teil der Berliner Senatsverwaltung, die Berlin nachhaltiger machen und zur Müllvermeidung anregen möchte. Wenn’s gut läuft, dürfen wir vielleicht alle auf einen kostenfreien Kurier für unseren ungebrauchten Kram hoffen.

Übrigens: Wer nicht in Nord-Neukölln wohnt und seine Sachen trotzdem im CRCLR House auf dem Verkaufstresen sehen möchte, kann passende Sachspenden am Samstag den 10. November auch persönlich vorbeibringen.

 

 

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Mehr Infos zu dieser und anderen Aktionen der Initiative findest du auf der Webseite von Re-Use Berlin. Dort kannst du auch noch bis zum 25. November Vorschläge dazu machen, welche Projekte mit dem Erlös aus dem Pop-Up Markt unterstützt werden sollen.

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