1:2-Niederlage gegen Düsseldorf

Unerklärliche Hertha

Unerwartete Sieger: Fortuna Düsseldorf gewinnt das Relegations-Hinspiel gegen Hertha BSC in Berlin mit 2:1.
Unerwartete Sieger: Fortuna Düsseldorf gewinnt das Relegations-Hinspiel gegen Hertha BSC in Berlin mit 2:1.
Eine Heimniederlage im ersten Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf schmälert die Chancen von Hertha BSC auf den Klassenerhalt erheblich. Und am Ende fragten sich gestern wieder alle Berliner: Wie konnte das geschehen?

So läuft das schon in der ganzen Rückserie: die Hertha hält dem Fan einen Strohhalm hin, um ihn dann schnell wieder wegzuziehen. Die Relegation könnte der letzte Strohhalm gewesen sein. Schwer erklärbar war sie wieder einmal, die 1:2-Heimniederlage gegen Fortuna Düsseldorf, den Tabellendritten der zweiten Liga. Der Zweitligist hatte zwar forsch begonnen und durch Lambertz die erste Chance zu verbuchen. Doch im Anschluss zeigten die Fortunen wenig, was den Gastgebern hätte Angst machen müssen. Hertha BSC bekam die Partie durch entschlossene Zweikämpfe im Mittelfeld mehr und mehr in den Griff.

Natürlich spielte gestern Abend im Olympiastadion noch nicht Borussia Dortmund gegen den FC Bayern. Bei den Relegationsteilnehmern blieb vieles Stückwerk. Pässe landeten im Aus oder vor den Füßen des Gegners. Und so verwundert es nicht, dass Hertha BSC die Führung nach einer Ecke gelang. Ben-Hatira schlug den Ball an den Fünf-Meter-Raum und Roman Hubnik traf per Kopfball-Aufsetzer. Der Rettungsversuch eines Düsseldorfer Abwehrspielers misslang, weil er zu weit hinter der Torlinie stand.

Schon wieder nicht genutzte Chancen

Fortan hatten die Gastgeber das Spiel im Griff, ohne zu glänzen. Nach einem leichtsinnigen Ballverlust der Düsseldorfer bot sich der Hertha die eine große Chance, die man in einem solchen Spiel tunlichst nutzen sollte. Kobiaschwili war frei durch vor Torwart Ratajczak, konnte sich zwischen Abschluss und Querlegen entscheiden. Doch das laue Schüsschen, das dabei herauskam, war symptomatisch und der Strohhalm begann sich zu entziehen.

Vielleicht fühlte die Hertha sich zu sicher, denn es dauerte lange, bis in die zweite Hälfte, ehe von Fortuna Düsseldorf wieder ein brauchbarer Angriff zu sehen war. Der dann prompt saß. Thomas Bröker konnte sich von der rechten Außenlinie unerklärlicherweise gegen drei Berliner in den Strafraum durchspielen und ließ Thomas Kraft bei seinem Schuss keine Chance. Einige Minuten später flog ein Freistoß von rechts in den Berliner Strafraum, Adrian Ramos stieg hoch und köpfte den Ball ins eigene Tor. Wieder einmal war der kolumbianische Stürmer der Unglücksrabe von Berlin – schon zu Beginn der zweiten Hälfte hätte er auf 2:0 erhöhen können. Doch wurde Ramos von seinen statisch wirkenden, selten nachrückenden Kollegen in der Offensive auch häufig alleingelassen.

Tolle Stimmung bis zum Schock

Nach der Führung war der Düsseldorfer Anhang im mit rund 68.000 Zuschauern nicht ausverkauften Olympiastadion endgültig bester Laune. In der Ostkurve, wo die stimmgewaltigsten Hertha-Fans zu finden sind, wurde es merklich ruhiger. Zuvor hatte der blau-weiße Anhang noch einmal alles gegeben – im Stadion herrschte an diesem lauen Frühlingsabend eine Stimmung wie selten.

Als der eingewechselte Ronny wenige Minuten vor Schluss noch einmal den Pfosten traf, war wohl auch den größten Optimisten klar, dass Hertha BSC dieses Relegations-Hinspiel in den Sand gesetzt hatte. In den letzten 20 Spielminuten war außer dem Ronny-Schuss erschreckend wenig konstruktives Aufbäumen zu sehen gewesen. Man hatte den Eindruck, Torwart Kraft hätte schon selber in den Düsseldorfer Strafraum eilen und den Ball versenken müssen.

Die Ausgangsposition der Berliner vor dem Rückspiel am Dienstag ist schlecht, keine Frage. Vor ausverkauftem Haus kann die Fortuna die Partie ganz in Ruhe angehen und wer die Ideenlosigkeit der Gastgeber gestern erlebt hat, wird keine großen Hoffnungen hegen. Wer sich trotzdem an einen dünnen Strohhalm klammern möchte: Auswärts hat die Hertha in der abgelaufenen Saison mehr Punkte geholt als im Olympiastadion. Und der Fußball ist und bleibt seltsam – manchmal kommt die irrste Pointe zum Schluss.


Quelle: QIEZ / Der Tagesspiegel

Olympiastadion Berlin, Olympischer Platz 3, 14053 Berlin

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