Industriehof in Treptow

Die schmucken Schuckert-Höfe

Die schmucken Schuckert-Höfe
 Schuckert Höfe in Treptow von der S-Bahn aus gesehen.
Treptower Park - Wer schon einmal mit der S-Bahn zwischen dem Bahnhof Treptower Park und Neukölln vorbeigefahren ist, hat die Aufschrift "Schuckert Höfe" bestimmt schon einmal gesehen. Dahinter verbergen sich die Industriehöfe der ehemaligen Schuckert-Werke, die 1896 von der Schuckert & Co. Elektrizitäts- AG errichtet und genutzt wurden.

Wer den weiß leuchtenden Schriftzug neben dem hohen Schornstein sieht, wird nicht glauben, welch wirtschaftlich großer Name sich dahinter verbirgt: Sigmund Schuckert war ein Unternehmer, der 1873 in Nürnberg ein weltweit aktives Werk im Bereich der Starkstromtechnik gründete. Sein Konzern war bedeutender als Siemens & Halske und AEG zusammen. Bereits 1896 errichtete er das Schuckert-Werk am Treptower Park.

1950 bis 1992 Druckerei der DDR-Gewerkschaft

Doch um 1900 geriet das Unternehmen in Schwierigkeiten und wurde schließlich 1903 von der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Siemens & Halske übernommen. Das Werk produzierte Dynamomaschinen und entsprechende Bogenlampen, elektrische Mess-, Kontroll- und Steuerungsgeräte. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die DDR-Gewerkschaft FDGB ab 1950 bis 1992 das Objekt als Druckereistandort für ihre Zeitung „Tribüne“.

Von den ehemaligen Schuckert-Werkshallen sind noch das Verwaltungsgebäude, das ehemalige Fabrikgebäude, die Fabrikhalle, das ehemalige Lagerhaus sowie die Schuckert Villa mit dazugehörigem Garten erhalten geblieben. Die Nicolas Berggruen Holdings GmbH kaufte 2011 das Baudenkmal und sanierte es. Die Villa aus der Jahrhundertwende wurde als Teil der Berliner Gewerbe-Ausstellung von 1896 gebaut, das 328 Quadratmeter große Gebäude ist zurzeit vermietet. Zu den bekanntesten Mietern der Schuckert Höfe gehört der Online-Modehändler Zalando. Wenn es nach dem Eigentümer ginge, sollten sich in dem fast 20.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex auch Gastonomen und Betreiber von Freizeiteinrichtungen ansiedeln.

Berggruen kauft in ganz Berlin

Nicolas Berggruen, Sohn des legendären Kunstsammlers und Mäzens Heinz Berggruen, ist bekannt für seine Vorliebe für denkmalgeschützte Gebäude. Seine Gesellschaft hat zuletzt das „Pelikan-Haus“ in der Kreuzberger Ritterstrasse erworben. Ende letzten Jahres ist hier die weltweit bekannte Berliner Brillenmanufaktur Mykita eingezogen.

Außer in Spandau und Marzahn-Hellersdorf besitzt der Milliardär Nicolas Berggruen in der ganzen Stadt architektonisch besondere historische Gebäude. Vor allem in Kreuzberg und Friedrichhain gehören ihm viele: Das Künstlerhaus Bethanien in der Kottbusser Straße, die Sarotti-Höfe, in Friedrichshain gehören ihm unter anderem der Speicher und das ehemalige Gebäude der Knorr-Bremse in der Neuen Bahnhofstraße. Mehr als 100 Immobilien besitzt Berggruen allein in Berlin. In Treptow gehören ihm neben den Schuckert Höfen noch vier Wohnhäuser aus den 30er Jahren.

Schuckert Höfe, Am Treptower Park 28, 12435 Berlin

Schuckert Höfe

 Schuckert Höfe in Treptow von der S-Bahn aus gesehen.

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