Das Auge weiß gar nicht, wo es zuerst hinschauen soll, so schön und farbenfroh ist alles arrangiert. Man sieht dem Laden, in dem sich früher die Bar aman! befunden hat, an, dass sich die beiden Besitzer einen Herzenswunsch erfüllt haben: ein Geschäft für schöne Dinge rund ums Einrichten.
Von London in den Wedding
Katrin Straupe und ihr Ehemann Adam Lee Davis haben bis 2016 in London gelebt. „Eines Tages war ich zu Besuch in Berlin und ich schrieb meinem Mann: Hier will ich wohnen!“, erzählt die Deutsche, die 20 Jahre in Großbritannien verbracht hatte. Gesagt, getan – dass das Brexit-Chaos dazwischenkam, erwies sich für beide als glückliche Fügung. Der gebürtige Waliser Adam Lee arbeitete als Filmkritiker für diverse Magazine, Katrin verdiente ihren Lebensunterhalt mit professioneller Bildbearbeitung. Viel Zeit am Computer, mit viel Termindruck. Wie anders ist es heute: Hier im Vandeley vermischen sich die Altersschichten der Möbel und der Einrichtungsgegenstände zu einem undefinierbaren Ganzen, der Laden strahlt Ruhe und Zeitlosigkeit aus.
Nachhaltig und originell
„Wir haben irgendwann entdeckt, dass uns Einrichten Spaß macht“, erzählt die gebürtige Frankfurterin Katrin. Schon lange hatten die beiden auf diversen Reisen Einrichtungsgegenstände gesammelt und damit einen Grundstock für ihren Lebenstraum, den Laden Vandeley, geschaffen. Im Wedding wurden sie in der Sprengelstraße fündig und bauten die frühere Bar zu einem Vintagemöbel– und Wohnaccessoire-Geschäft um. „In England bezeichnet man unseren Stilmix als eklektisch“, sagt Katrin, soll heißen: bunt gemischt, 70er-Jahre-Gegenstände treffen aufgearbeitete Möbel und Designobjekte aus Skandinavien. Eine große Auswahl an Tassen, Vasen, aber auch originellen Bildern aus aller Welt füllt die vielen Regale.
Ein großes Sortiment an handgemachten Kerzen in allen Größen und Farben ist bei Vandeley vorhanden. Die Produkte wechseln, es kommen immer neue Lieferanten und Inspirationen von Messen dazu. Auch Nachhaltigkeit und Originalität sind den beiden Betreibern ein Anliegen: So werden aus alten Ölfässern in Burkina Faso bunte Metallbuchstaben, Spiegelrahmen, Schlüsselanhänger oder Lampenschirme hergestellt – besonders beliebte Produkte des im Februar eröffneten Ladens. Die alten Möbel werden von Adam Lee wieder aufgearbeitet, sehen zwar neu aus, strahlen aber Beständigkeit aus. Ein Spiegel aus China, ein Bild aus Indonesien, Untersetzer aus Mexiko – der bunte Laden ist wie eine kleine Weltreise. Und das Beste ist: Die meisten Produkte sind gar nicht so teuer.
Der Wandel steckt im Namen
„Man kann hier stöbern, indem man durch den Laden wandelt“, sagt Katrin, so lässt sich der Name Vandeley interpretieren. In Wirklichkeit handelt es sich allerdings um eine fiktive Figur aus der amerikanischen Comedyserie Seinfeld. Doch wer im Namen auch den Wandel sehen will, trifft den Nagel auf den Kopf. Denn auch der Wedding verändert sich permanent, Läden wie das Vandeley finden nun auch hier ihre Kundschaft.
Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht von www.weddingweiser.de.