SchwuZ ruft zum Lieder-Wettstreit auf

Was noch fehlt: ein Berlin Song Contest

Schon auf Bundesebene konnten Berliner Sänger punkten, wie zum Beispiel Peter Fox beim Bundesvision Song Contest im Jahr 2009.
Schon auf Bundesebene konnten Berliner Sänger punkten, wie zum Beispiel Peter Fox beim Bundesvision Song Contest im Jahr 2009.
Kreuzberg - Natürlich, mit so einem Bonbon kann nur das SchwuZ aufwarten: Der Berlin Song Contest zu Ostern 2014 lässt die Bezirke gegeneinander ansingen. Wer sich jetzt schon als leuchtender Star sieht, darf sich gerne anmelden. Leute aus ganz Berlin - hetero wie homo - sind aufgefordert, ihren Kiez mit einem Lied zu supporten.

„Du machst Musik? Du lebst in Berlin? Du willst groß rauskommen?“ Tauscht man das Wort „Berlin“ mit „Deutschland“ hat man schon den Bundes-, tauscht man es mit „Europa“ den Eurovision Song Contest. Jetzt lädt das SchwuZ zum Lieder-Wettstreit speziell für die Hauptstadt ein. Alles ist erlaubt, was unter drei Minuten Laufzeit hat: Pop, Electro, Schlager, Rock oder Chanson. Einem gepflegten Kampf der Ortsteile und einem – seien wir ehrlich – hemmungslosen Ausverkauf radiotauglicher Musik steht also nichts mehr im Wege.

Dass das SchwuZ kaum einen Hehl draus macht, mit einem Berlin-eigenen Song Contest etwas Breiten- und Publikumswirksames zu entwickeln, ist dabei eines der beiden großen Sympathiepunkte für das Projekt. Ziemlich unverkrampft wirbt die legendäre schwul-lesbisch-transgender-Partylocation für hetero- und homosexuelle Teilnehmer. Wer mitmachen will, sollte einen eigenen Song parat haben. Dann noch schnell ein Foto und sich mit einem Berliner Bezirk solidarisieren, fertig. „Da muss niemand von euch wohnen; du kannst auch einfach einen Stadtteil „adoptieren“, der deiner Ansicht nach besondere Aufmerksamkeit verdient, in dem deine Oma wohnt oder wo du schon mal schmutzigen Sex hattest“, so steht es über die Bezirksauswahl im Anmeldeformular.

Der Contest findet in Neukölln statt, der zukünftigen Heimat des SchwuZ

Warum der Bezirk der Kandidaten so wichtig ist, markiert den zweiten großen Pluspunkt des Berlin Song Contest: Dem siegreichen Bezirk winkt eine Geldspende für ein soziales Projekt vor Ort. Der Ton macht die Musik, und bei diesen locker präsentierten Spielregeln dürfte ein unglaublich spaßiges Event an Ostern in die Berliner Szene einfallen. Am 19. April 2014 wird das Finale nämlich sein, dann wollen taz-Redakteur Jan Feddersen, der Intendant der Komischen Oper Barrie Kosky, Sängerin Lisa Bassange, radioeins-Moderatorin Silke Super und Christoph Marti alias Ursli Pfister (von den Geschwistern Pfister) als Jurymitglieder einen Sieger küren. Übrigens findet das Finale dann natürlich nicht mehr in Kreuzberg, sondern in der neuen Heimat des SchwuZ statt: Am 14. November 2013 feiert die Szene den Umzug nach Neukölln, am 8. und 9. November gibt es noch mal eine große Abschiedsparty.

Wer nach den Sternen greifen will, kann bis zum 23. Dezember ein Foto und Lied von sich für den Berlin Song Contest einschicken. Wer sich schon immer sicher war, dass Berlin nach Peter Fox‘ Sieg beim Bundesvision Song Contest noch eine Schippe drauflegen kann, wartet auf den Osterhasen. Und wer in Song Contests schon immer schamlose Vermarktung gewittert hat, der hat weiterhin das Recht auf Abwesenheit.

Teilnahmebedingungen und Anmeldung gibt es hier.

SchwuZ, Rollbergstraße 26, 12053 Berlin

Telefon 030 57702270

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Mittwoch ab 19:00 Uhr, Donnerstag bis Samstag ab 23:00 Uhr

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