Kreuzberg
Party im Prince Charles

Der Mauerfall als Startschuss für die Clubkultur

Der Mauerfall als Startschuss für die Clubkultur
Eine der Aufnahmen von Ben de Biel aus dem kürzlich erschienenen Band "Berlin Wonderland" - der Fotograf wird auch beim Event im Prince Charles zugegen sein.
Moritzplatz – Auch im Kreuzberger Club Prince Charles wird am 9. November der Mauerfall gefeiert – selbstverständlich aus einer speziellen Perspektive. Bei der "Looking for Freedom"-Party erinnern Bilder, Schallplatten und beteiligte Zeitgenossen an die wilden Nachwendejahre in den Berliner Clubs. Ein passendes DJ-Set darf da natürlich nicht fehlen.

Der Mauerfall am 9. November 1989 war nicht nur entscheidender Wendepunkt in der deutsch-deutschen Geschichte, sondern auch Initialzündung für die Berliner Clubszene, die bis heute eine der wichtigsten Attraktionen der Hauptstadt ist. Diese Tatsache ist so weit bekannt, schließlich hat zu diesem Thema bereits vor einigen Jahren die Geschichtsschreibung bis hin zur Legendenbildung eingesetzt. Per Hörensagen haben auch viele jüngere Bewohner Berlins die Storys von besetzten Häusern, Brachen oder Kellern, die zu Partyzonen wurden, schon gehört.

Die spannendste Periode des hiesigen Nachtlebens nach dem Krieg wirklich noch einmal anschaulich und erlebbar zu machen, wird jedoch nicht einfacher, je mehr Zeit verstreicht und je mehr authentische Orte des Geschehens durch Neubauten ersetzt werden. Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls präsentiert das Online-Magazin „Das Filter“ daher ein Event im Prince Charles, das Abhilfe schaffen soll: „Looking for Freedom – Berlin, Techno, Clubgeschichten“. Dabei kommen Protagonisten der damaligen Techno-Szene zu Wort und lassen Geschichten Revue passieren. Bilder und natürlich die Musik der Zeit unterstützen den Trip in die Vergangenheit.

Diashow und Musikgespräch

Der jüngst erschienene Band „Berlin Wonderland“ über die Nachwendejahre in der Hauptstadt dient bei der Party als Bildquelle. Die beiden Herausgeber Anke Fesel und Chris Keller werden die schönsten Fotos in einer Diashow zeigen. Gemeinsam mit Club-Betreiber und Fotograf Ben de Biel sowie Frank Blümel, Journalist und DJ, lassen sie in einer moderierten Gesprächsrunde auch den Kontext der Aufnahmen lebendig werden und erzählen etwa, wie es damals wirklich im Eimer war.

Auch über Musik kann man sich unterhalten. Genau das geschieht beim „Turntable-Talk“ mit Finn Johannsen. Dieser beschäftigt sich als DJ, Autor für diverse musikaffine Medien, Verkäufer beim Plattenladen Hardwax und Labelbetreiber seit vielen Jahren mit elektronischer Musik. Zum Event im Prince Charles bringt er legendäre, stilbildende und revolutionäre Schallplatten aus den 1990ern mit. Die schwarzen Scheiben werden selbstverständlich nicht nur besprochen, sondern auch zu Gehör gebracht.

Ein Event zur Berliner Techno-Geschichte in einem Club wie dem Prince Charles kann natürlich nicht ohne ein echtes DJ-Set enden. Dazu tun sich mit Clé und Bass Dee zwei Männer zusammen, die befreundet sind, beide bereits in den Nachwendejahren in Clubs wie E-Werk, Tresor oder Planet auflegten, aber inzwischen nach Angaben der Veranstalter seit „Ewigkeiten“ nicht mehr gemeinsam gespielt haben. Auch sie werden ihre Lieblingsplatten der House- und Techno-Pionierzeit mitbringen. Selbst wenn der Prince Charles-Standort vor 20 Jahren noch ganz anders aussah – die Musik dürfte immerhin authentische Euphorie verbreiten.

„Looking for Freedom – Berlin, Techno, Clubgeschichten“ findet am 9. November ab 19 Uhr im Prince Charles statt. Der Eintritt von 5 Euro kommt dem Berliner Verein Straßenkinder e.V. zugute. „Berlin Wonderland. Wild Years Revisited 1990-1996von Anke Fesel, Chris Keller / bobsairport (Hrsg.) ist im Gestalten Verlag erschienen.

Prince Charles, Prinzenstraße 85 F, 10969 Berlin

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