Lebendiger Adventskalender

Und wenn das dritte Lichtlein brennt

Und wenn das dritte Lichtlein brennt
Bäckerin Lau liest für die Nachbarn eine Weihnachtsgeschichte über Rosi Rosine vor. Zur Foto-Galerie
Bötzowviertel – In diesem Jahr findet rund um den Arnswalder Platz in Prenzlauer Berg ein ganz besonderes Ereignis statt: Vom 1. bis zum 21. Dezember werden hier "lebendige" Adventskalendertüren geöffnet. Mit dabei sind neben Kiez-Geschäften vor allem auch Privathaushalte.

Rosi, die Rosine, ist mächtig beschwipst. So sehr, dass sie glücklicherweise nicht so recht bemerkt, dass sie gerade mit viel Teig und halben Mandeln zu einem Weihnachtsstollen verarbeitet wird. Das wäre sonst eine schmerzhafte Angelegenheit, aber mit genug Rum im runden Rosinenbäuchlein lässt es sich aushalten… So erzählt es zumindest Bäckerin Lau, die am dritten Advent vor ihrer Backstube in der Pasteurstraße die Geschichte von „Rosi Rosine“ (Autorin: Ilona Urbanek) vorliest und damit Kunden, Nachbarn und Freunde begeistert. Und wie es sich für eine Bäckerei gehört, handelt nicht nur die Weihnachtsgeschichte von einem ordentlichen Rosinenstollen. Selbstverständlich gibt es den auch für alle Besucher zum Naschen. Dazu noch eine Tasse Glühwein und das nachbarschaftliche Miteinander in der Adventszeit ist selbst bei abendlichen Minusgraden gut auszuhalten.

Frischer Stollen und Glühwein vor der Bäckerei Lau

Von Costa Rica nach Berlin

Initiiert wurde der lebendige Adventskalender im Bötzowviertel von Christine Martens, die selbst nicht weit entfernt in der Hans-Otto-Straße wohnt. Schon in ihrem Heimatort in der Nähe von Göttingen gab es einen solchen Kalender, bei dem Anwohner ihre Fenster, Türen und Hinterhöfe öffnen, um in fröhlicher Gesellschaft den Advent ganz bewusst zu erleben. „Warum nicht auch in Berlin?“, dachte sich Martens. Die 53-jährige Sprachlehrerin verbringt die Weihnachtszeit in diesem Jahr zum ersten Mal seit langem wieder in Deutschland. Ihr Ehemann arbeitet für das Auswärtige Amt und so kam es, dass sie den lebendigen Adventskalender zuletzt für eine deutschsprachige Gemeinschaft in Costa Rica organisierte. „Es ist schon schön, den Adventskalender hier zu haben – mit der Kälte. Da schmecken Glühwein und Plätzchen viel besser als bei Sommertemperaturen“, so Martens.

So fand das „Öffnen“ der ersten Tür am 1. Dezember dann auch direkt bei Familie Martens statt. Dort spielte ein Posaunenquartett und Frau Martens las zwei kurze Geschichten. „Die kreative Gestaltung des Abends ist frei. Jeder Teilnehmer entscheidet selbst, was er anbieten möchte“, erklärt die engagierte Kiezbewohnerin. Dabei müsse keiner Angst haben, dass nachher hundert Leute vor seiner Tür stünden. Im Schnitt trafen sich an den ersten drei Adventsabenden jeweils zwischen 15 und 30 Nachbarn, um sich gemeinsam auf Weihnachten einzustimmen.

 

Beginn des lebendigen Adventskalenders ist jeweils um 18 Uhr (Ende ca. 18.30 Uhr). An folgenden Terminen, könnt ihr noch dabei sein:

4.12. Pro Kiez e.V., Kurt-Tucholsky-Bibliothek, Esmarchstraße 18

5.12. Nähkontor, Bötzowstraße 13

7.12. Cantine Sant Ambroeus, Hufelandstraße 17

8.12. Familie Trepte, Pasteurstraße 13

9.12. Familie Jacobs-Berlet & Hausgemeinschaft, Hufelandstraße 33

10.12. Familie Pflug, Hans-Otto-Straße 42

11.12. Café Ballon, Bötzowstraße 49

12.12. Adventssingen bei Brillen in Berlin, Bötzowstraße 27

13.12. Buchhandlung Die Insel, Greifswalder Straße 41

14.12. Café 157, John-Schehr-Straße 24

17.12. Familie Moormann, Hufelandstraße 36

19.12. Familie Scharf, Hans-Otto-Straße 29

20.12. Familie Meyer-Brunhorn, Hans-Otto-Straße 42 B

21.12. Familie Allers, Liselotte-Hermann-Straße 5

Foto Galerie

Bäckerei und Konditorei Bernd Lau, Pasteurstr. 32, 10407 Berlin

Telefon 030 4255284


Dienstag bis Freitag von 07:00 bis 18:30 Uhr
Samstag von 06:30 bis 13:00 Uhr
Sonntag von 14:00 bis 16:00 Uhr

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