Tiergarten
Kolumne Gerlindes Geheimtipps

Zirkus ohne Netz und doppelten Boden

Zirkus ohne Netz und doppelten Boden
Besonders wagemutig sind im Zirkus Flic Flac die Motorradfahrer.
Gerlinde Jänicke ist Moderatorin bei 94,3 rs2. In ihrer Kolumne auf QIEZ.de verrät sie jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und mehr. Diesmal staunt sie über mutige und romantische Akrobaten.

Das Leben ist kein Ponyhof. Aber es kann ein ganz schöner Zirkus sein. Ein besonders schöner und aufregender Zirkus ist Flic Flac, der derzeit am Bahnhof Zoo gastiert. Vier Mal habe ich mir die Show schon angesehen, einmal durfte ich auch hinter die Kulissen schauen. Weltklassekünstler, die nur für diese eine Sache brennen – ein Leben am Limit. Die meisten Artisten arbeiten ohne Netz und doppelten Boden.

Das Adrenalin schießt mir durch die Adern, im Zelt riecht es nach Benzin, Popcorn und Bratwurst. Ich mag, dass es im Vorraum des großen Zeltes so viele Stände mit guten Sachen gibt. Ich bestelle einen Cocktail und esse eine Wurst mit sehr viel Senf. Es klingelt. Die Show beginnt. Obwohl ich alle Nummern schon auswendig kenne, ist es jedes Mal doch so, dass ich mit großen Augen wie ein kleines Kind auf die Drehbühne unter der 16 Meter hohen Kuppel starre und nicht fassen kann, was ich sehe.

Echte Romanze

Fast alle Performances der Show Höchststrafe, die in einem virtuellen Knast stattfindet, werden von einer Liveband begleitet. Caro Kunde, die Sängerin, mit der Flic Flac Band in einen Gitterkäfig über der Bühne eingesperrt, hat eine bemerkenswerte Power und coolen Sex in der Stimme.

Es gibt zwei, nein sogar drei Nummern, die mir besonders viel Spaß machen. Patrick Lemoine ist ein Multitalent. Eine Mischung aus Clown, Tänzer und Jongleur. Auch wenn er bei jeder Vorstellung dieselben Gags macht, sie wirken immer spontan, authentisch und voller Energie. Ich muss jedes Mal sehr über ihn lachen. Er hat das Publikum absolut im Griff. Wer die Romanze liebt, wird vom Duo Turkeev bedient. Die Luftakrobaten Dmytro und Julia spielen eine Liebesgeschichte, die zu Tränen rührt (ich habe es erlebt, mein Sitznachbar saß völlig aufgelöst auf seinem Platz) – vor allem, wenn man weiß, dass die beiden wirklich ein sehr glückliches Liebespaar sind im „echten“ Leben.

Waghalsige Biker

Das Krasseste an der Show ist für mich allerdings der Globe of speed! Eine Stahlkugel mit einem Durchmesser von 6,50 Metern, durch die neun Biker gleichzeitig in rasanter Geschwindigkeit kreuz und quer heizen. Wie die das schaffen, nicht permanent ineinander zu fahren, ist mir ein absolutes Rätsel.

 

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Zwei Stunden dauert die Show. Die Akrobaten und Extremsportler sorgen dafür, dass es nicht eine Sekunde langweilig wird. Das perfekte Zusammenspiel von Stunts und Musik, Licht und Effekten ist wirklich beeindruckend.

Für kleine Kinder halte ich die Show für nicht so geeignet, weil es zwischendurch wirklich sehr laut wird. Für alle anderen ein weiteres Highlight in einer Stadt, die so viele magische Dinge zu bieten hat. Danke Flic Flac für einen weiteren magischen Abend!

Zirkus ohne Netz und doppelten Boden, Hertzallee 41, 10787 Berlin

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