Villa Elisabeth

"Man spürt die Begegnung mit dem Alten"

Der dritte Bauabschnitt an der Villa Elisabeth ist abgeschlossen. Nach achtmonatiger Restaurierungsphase präsentiert sich der Galeriesaal in neuem, altem Glanz. Zur Foto-Galerie
Rosenthaler Vorstadt - Man muss schon aufmerksam die Invalidenstraße entlanglaufen, um das etwas zurückgesetzte Gotteshaus wahrzunehmen. Vielleicht liegt es daran, dass die St. Elisabeth-Kirche eher unauffällig daherkommt. Auch in der angrenzenden Villa Elisabeth, die linker Hand etwas versteckt unter Bäumen liegt, geht es vor allem im Inneren prachtvoll zu. Nach aufwendiger Restaurierungsphase wurde nun ihr Herzstück, der Galeriesaal, feierlich wiedereröffnet. 
1903 beschließt die Gemeinde St. Elisabeth-Kirche (heute Evangelische Kirchengemeinde am Weinbergsweg) in der Rosenthaler Vorstadt, dem Ensemble rund um die 1830 bis 1835 von Schinkel errichtete Kirche ein Gemeindehaus hinzuzufügen. Vier Jahre später wurde der Bau feierlich eingeweiht. Die Räumlichkeiten werden in den Folgejahren sowohl für gemeindliche als auch kulturelle Zwecke genutzt: für Konfirmationen, Tagungen, Ausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen, aber auch für Gottesdienste, vor allem in der Zeit nach 1945, als die St. Elisabeth von Bomben zerstört wurde.
 

Dritter Bauabschnitt erfolgreich abgeschlossen

 
Auch wenn die Villa vom Bombenhagel verschont blieb, durch intensive Nutzung und die Zeichen der Zeit waren Renovierungsarbeiten dringend vonnöten. „Vor allem während DDR-Zeiten wurde wenig an der Villa gemacht“, erzählt Thekla Wolff, Geschäftsführerin vom Kulturbüro Elisabeth. Seit 2003 koordiniert das Büro das kulturelle Geschehen der Evangelischen Kirchengemeinde am Weinbergsweg. Es begleitete aber auch die in drei Bauabschnitte geteilten Restaurierungsarbeiten in und an der Villa Elisabeth, die vom Städtebaulichen Denkmalschutz mit einer Million Euro unterstützt wurden.
 
Nachdem Brandschutzmaßnahmen, Dach- und Fassadensanierung abgeschlossen waren, stand zwischen Januar und August 2014 der dritte Bauabschnitt – die Saalsanierung – auf der Agenda. Dieser wurde aber nicht auf „neu getrimmt“, sondern ganz behutsam restauriert. „Auf einmal spürt man die Begegnung mit dem Alten wieder“, schwärmt Frau Wolff. Im prunkvollen Galeriesaal wurden die nach dem Krieg aufgetragenen Farbschichten komplett entfernt und der originale Ockerton mit schönen Metallauflagen kam wieder zum Vorschein. Außerdem wurden aufwendige Stuckarbeiten freigelegt, die Holzpaneele und der Parkettboden abgeschliffen. 
 

Der Kultur-Herbst kann kommen

 
Damit nicht genug: Die Sanierungsmaßnahmen umfassten auch das Foyer sowie die kleineren Säle im Erdgeschoss. „Endlich haben wir eine steuerbare Saalbeleuchtung, neue Stromanschlüsse und erweiterte Toilettenanlagen“, freut sich Wolff. Somit kann der Kultur-Herbst in der neuen Villa Elisabeth kommen. Im September und Oktober sind viele Veranstaltungen geplant. „Die Kammerkonzerte des Deutschen Synfonie-Orchester erfreuen sich seit mehreren Jahren großer Beliebheit und werden auch in diesem Jahr wieder stattfinden“, sagt sie und macht auch gleich auf das Beethoven-Konzert am 25. September aufmerksam, das in Kooperation mit der Deutschen Welle in der St. Elisabeth ausgetragen wird.
 
„Mit beiden Räumlichkeiten können wir eine viel größere Bandbreite bedienen“, so Wolff. Während in den Galeriesaal der Villa etwa 250 Personen passen, können in der Kirche gleich mal 100 mehr unterkommen. Aber gerade die neue Musikszene schätzt Orte wie die Villa, „da Vergleichbares in den vergangenen Jahren in Berlin immer rarer geworden ist“, meint Wolff. 

Foto Galerie

St. Elisabeth Kirche, Invalidenstraße 3, 10115 Berlin

Telefon 030 44043644

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