Veranstaltungsreihe für die Nachbarschaft

Wie es sich im Schillerkiez wohnt

Typisch Berlin: Gekrönte Litfaßsäulen als Werbe- und Kommunikationsträger.
Typisch Berlin: Gekrönte Litfaßsäulen als Werbe- und Kommunikationsträger.
Eine Veranstaltungsreihe beschäftigt sich in der nächsten Woche täglich an verschiedenen Orten des Neuköllner Kiezes damit, wie es um die Wohn- und Nachbarschaftsverhältnisse in der Gegend bestellt ist. Dabei geht es auch um steigende Mietpreise – genauso soll die "Woche des Besuchs" aber Gelegenheit für nachbarschaftliche Begegnungen und Austausch bieten.

Über 20.000 Menschen aus verschiedenen Kulturen wohnen im Schillerkiez – und wie für große Teile Nord-Neuköllns gilt, dass sich viele weitere Menschen einen Umzug dorthin vorstellen können. Doch wie lebt es sich im Kiez – als Alteingesessener oder frisch Hinzugezogener? Dieser Frage geht in diesem Jahr die vom Quartiersmanagement Schillerpromenade organisierte „Woche des Besuchs“ nach. Unter dem Motto „Wohnen im Schillerkiez: Wer? Mit Wem? Wie? Und Warum?“ finden an den sieben Tagen der nächsten Woche sieben Veranstaltungen zum Thema statt, die mit der Unterstützung verschiedener Einrichtungen und Vereine aus dem Kiez organisiert werden.

Gleich zum Auftakt am Montag lädt die Sehitlik Moschee am Columbiadamm zu einer Führung mit anschließendem Gespräch ein, bei dem es um den Islam und die Rolle der Moschee im Leben der Gemeinde gehen soll – Gelegenheit, eine der im Kiez am stärksten vertretenen Religionsgemeinschaften aus erster Hand kennenzulernen. In der Genezarethkirche am Herrfurthplatz geht es am Dienstag um ein Thema, das das Viertel ebenso wie die ganze Stadt bewegt: Gentrifizierung und steigende Mieten. Bei einem „Abend zum Mitreden“ wird die Frage gestellt: „Aufwertung für alle – geht das?“ Es diskutieren Bezirkspolitiker, Vertreter eines Mieterbündnisses, der Immobilienbranche und der Gewerbetreibenden sowie Anwohner.

Diskussion und Begegnung

Die Organisatoren wollen mit der Diskussion einen neuen Anstoß für die auch im Schillerkiez drängende Problematik liefern, wie Dagmar Wischner von der Bürgerhilfe gGmbH anführt: „Wir erhoffen uns, dieses Jahr mit den Vermietern und der Politik ins Gespräch zu kommen – denn für Menschen mit sozialen Schwierigkeiten ist es mittlerweile fast unmöglich, im Schillerkiez eine angemessene Wohnung zu finden.“

Im weiteren Verlauf der Woche soll vor allem die Begegnung und der Austausch zwischen Kieznachbarn gefördert werden: Bei Pizza und Cellomusik im Nachbarschaftszentrum, bei einem interkulturellen Tanzabend nur für Frauen oder bei einer interaktiven Tour zu jenen Orten im Kiez, an denen sich Bewohner treffen und gemeinsam aktiv sein können.

Das komplette Programm der „Woche des Besuchs“ mit ausführlichen Informationen gibt es auf der Homepage des Quartiersmanagements.

Genezareth-Gemeindesaal, Schillerpromenade 16, 12049 Berlin

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