Berlin, Köpenick, Kreuzberg [...]
Hohe Beteiligung am Online-Dialog

Viele Ideen für ein leiseres Berlin

Viele Ideen für ein leiseres Berlin
Der Lärm von Straße und Schiene belastet viele BerlinerInnen stark.
Seit dem 24. Januar lauft der Online-Dialog "Berlin wird leiser: aktiv gegen Verkehrslärm". Kurz vor Ende der Aktion, bei der Bürger ihre Ideen für ein ruhigeres Wohumfeld ins Netz stellen und diskutieren können, sind bereits mehr als 2.500 Vorschläge eingegangen.

Das Konzept scheint aufzugehen, 180.000 Seitenaufrufe, mehr als 6.000 Bewertungen und 1.500 Kommentare (Stand: 19. Februar) sprechen für sich: Mit reger Beteiligung haben die BerlinerInnen auf die temporäre Plattorm „Berlin wird leiser“ reagiert, die von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt initiiert wurde. Noch bis zum 22. Feburar können online Vorschläge zur Verkehrslärmreduzierung gepostet, Ideen bewertet und Informationen über den Straßenlärm in der Hauptstadt eingesehen werden.

Zu den heiß diskutierten Anregungen im Bereich „Straßenlärm“ gehört an erster Stelle die Umleitung des Verkehrsflusses aus der Friesenstraße in Kreuzberg. Täglich durchfährt eine große Menge von Fahrzeugen das dicht bebaute Wohngebiet. Kopfsteinpflaster und eine Nichtbeachtung des Tempolimits erhöhen die Lärmbelastung zusätzlich. Auch in der Schulzendorfer Straße in Köpenick gibt es Grund zur Klage. Anwohner fordern eine Fahrbahnsanierung und Tempo 30 für den Linienbus 263 sowie für schwere LKW. Bisher haben bereits knapp 180 User den Vorschlag bewertet und aus den mehr als 60 Kommentaren geht hervor, dass das Problem mit maroden Straßen und rasenden Autofahrern vielen BerlinerInnen bekannt ist.

Die Probeme liegen nicht nur auf der Straße

Zug- und Flugverkehr machen vielen Menschen das Leben in der Hauptstadt ebenfalls schwer. Durchfahrende Güterzüge, Straßenbahnen und der Verkehr auf der Ringbahn gehören im Themenfeld „Schienenlärm“ zu den am häufigsten genannten Ärgernissen. „Wir mussten leider aus unserer Wohnung in der Storkower Str. ausziehen, da die nachts durchfahrenden Güterzüge so laut waren, dass wir nicht gut schlafen konnten“, heißt es in einem Eintrag.

Auch der Fluglärm bleibt ein heißes Thema. Die Forderung „Die Müggelsee-Flugroute muss weg“ wird von 177 Usern unterstützt, nur acht sind bisher dagegen. In Tegel ist der Ärger mindestens ebenso groß. Von Anwohnern wird unter anderem gefordert, dass das Nachtflugverbot eingehalten und ein größerer Teil des Flugverkehrs nach Schönefeld ausgelagert werden solle. Dabei üben sich die User auch in Selbstreflexion. So heißt es beispielsweise in einem Kommentar zum Beitrag „Wer BER sät, wird Lärm ernten…“: „Fluglärm kommt nur bedingt von ‚denen da oben‘. So lange wir in die Flieger steigen, weil’s sooo billig ist oder schick klingt, wird sich da wenig ändern. Also auch bitte ein bisschen an der Mobilitätskultur arbeiten.“

Weitere Infos unter leises.berlin.de


Lesen Sie mehr:

Viele Ideen für ein leiseres Berlin, Friesenstraße, Berlin

Weitere Artikel zum Thema Wohnen + Leben

Kultur + Events | Wohnen + Leben

Top 10: Berliner Nörgelthemen

Berliner jammern gern. Und weil das Wetter und die lieben Nachbarn einfach zu wenig hergeben, […]