Nach Zwischenfall an einer Grundschule

Eltern und Kinder vor Sexualstraftäter gewarnt

Eltern und Kinder vor Sexualstraftäter gewarnt
An Berliner Grundschulen ist nach einer versuchten Sexualstraftat in Hohenschönhausen Vorsicht geboten - wie zum Beispiel hier auf dem Schulhof der Lemgo-Grundschule in Kreuzberg.
Ein Unbekannter versuchte in Hohenschönhausen, eine Viertklässlerin in sein Auto zu locken. Seitdem sind die Schulen in Alarmbereitschaft und haben bereits die Familien der Schüler informiert. Am sichersten ist es, sein Kind selbst zur Schule zu bringen.

Auf keinen Fall allein, sondern nur noch in Gruppen sollten die Kinder sich auf den Weg zur Schule machen. Am besten aber zusammen mit ihren Eltern: Ein Unbekannter, der vergangene Woche in Hohenschönhausen versucht hatte, eine Grundschülerin auf dem Nachhauseweg in sein Auto zu locken, hat Schulen und Eltern alarmiert. Das Mädchen konnte entkommen, aber vom Täter fehlt jede Spur.

Versuchte Sexualstraftat in Hohenschönhausen

Der Vorfall ereignete sich am Montag vergangener Woche: Angeblich wollte der Mann der Viertklässlerin kleine Häschen zeigen. Doch das Kind wurde misstrauisch und rannte zurück zur Schule. „Nachdem das Mädchen uns davon erzählt hatte, sind zwei Beamte in die Schule gekommen und haben die Aussage des Mädchens in Beisein der Mutter sofort aufgenommen“, sagt Ingrid Hoffmann, die Schulleiterin der Obersee-Schule.

Das Vorkommnis sei dann an das zuständige Landeskriminalamt (LKA) gemeldet worden. Danach seien alle Schüler über den Vorfall aufgeklärt worden. „Wir haben auch in einem kurzen Elternbrief darüber informiert, dass die Schüler unterwiesen worden sind“, meint Hoffmann. Außerdem habe man die nahegelegene Schule Am Faulen See auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Deren Eltern bekamen dann auch  Briefe, in denen die Schulleiterin dazu riet, die Kinder persönlich zur Schule zu bringen und wieder abzuholen. Könne dies nicht geleistet werden, sollten sich die Kinder nur in Gruppen auf den Schulweg machen.

Die Polizei ist informiert

 „Die Angaben des Mädchens reichten noch nicht für ein Phantombild“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Deshalb konnte die Polizei den Verdächtigen bisher nicht fassen. Neuendorfs Angaben zufolge handelte es sich um den ersten solchen Vorfall in der Gegend. Grundsätzlich komme es „immer mal wieder vor, dass gelegentlich Männer Kinder ansprechen und versuchen, sie mit angeblichen Hundewelpen oder Kätzchen zu locken“, erklärt er. Zu einer Sexualtat sei es in diesem Zusammenhang bislang nicht gekommen, da die Kinder immer richtig reagiert hätten. Rein strafrechtlich handele es sich auch bei diesem Vorfall um keine Straftat, sehr wohl aber um eine „Vorbereitungshandlung“. Die Polizei legt ihren Fokus darauf, eine derartige Tat zu verhindern. „Unsere örtlichen Polizeikräfte sind informiert“, sagt Neuendorf. Zudem habe das LKA der Schule eine Präventionsveranstaltung angeboten. Diese soll nach Angaben der Schulleitung nach Ostern stattfinden.

Information ohne Panikmache

Die Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung, Beate Stoffers, war von der Reaktion der Schulleiter begeistert. „Es ist wichtig, die Kinder ernst zu nehmen und sofort die Polizei einzuschalten“, sagte Stoffers. Schließlich gebe es für solche Fälle Beamte, die in der Vernehmung von Kindern besonders geschult seien. Ratsam sei außerdem, einen Schulpsychologen hinzuzuziehen. Die Vorgehensweise sei Teil der Notfallleitlinien, an denen man sich laut Schulleiterin Hoffmann an der Obersee-Schule orientierte.

Auch aus Sicht der Polizei hat sich die Direktorin richtig verhalten. Eltern und Kinder zu informieren und zu sensibilisieren sei bei solchen Vorkommnissen von Bedeutung. Allerdings ohne gleich den ganzen Kiez in Panik zu versetzen. In Hohenschönhausen scheint dies funktioniert zu haben. „Wir haben mit unserem Eric darüber geredet“, sagt Mutter Manuela Tauber vor der Schule Am Faulen See. „Man hört ja immer wieder von so etwas.“ Ihren Sohn habe sie deshalb schon früh über solche Situationen aufgeklärt.

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