Vespa ist Kult

Wendig durch Berlin

Wendig durch Berlin
Dieses Modell stammt aus den 50er Jahren. Es ist kleiner und filigraner als die heutigen Vespas. Zur Foto-Galerie
Frankfurter Tor - In Berlin gewinnt der kultige Motorroller von Vespa, die "Wespe", immer mehr Liebhaber. Auch unsere Redakteurin Leyla spielt mit dem Gedanken, sich ein solches Gefährt zuzulegen und hat sich in der Stadt umgehört.

Jedes Jahr am 1. Mai treffen sich hunderte Vespa-Liebhaber am Winterfeldplatz in Schöneberg und leiten mit einer Fahrt vom Ku’damm bis zur Zehlendorfer Spinnerbrücke und zurück zur Siegessäule die Saison ein. Die Vespa ist Kultobjekt. Allein in Berlin gibt es zwei Vespa-Vereine und eine eigene regionale Vespa Facebook-Seite. Die italienische Marke ist die bekannteste und wahrscheinlich beliebteste unter den Rollertypen und wird vom Unternehmen Piaggio seit 1946 produziert. Damals benötigten die Menschen ein kostengünstiges und ansprechendes Transportmittel, das auch auf stark beschädigten Straßen fahren konnte.

Am Design der Vespa hat sich seit den ersten Produktionstypen kaum etwas geändert, nur etwas größer und länger sind die Modelle geworden. Diese Kontinuität sei das Geheimnis von Piaggio, sagt der Vespa-Händler Rene Brauchler vom Hauptstadtroller an der Karl-Marx-Allee.

In den beliebten Laden kommen sogar italienische Touristen. Zubehör und Ersatzteile seien in Deutschland oft billiger als in Spanien oder Italien, verrät der Händler, der auch eine Werkstatt in seinen Shop integriert hat. Auf die Frage, ob man einen Führerschein für die Vespa brauche, antwortet der Zweiradliebhaber: „Nein, wenn die Geschwindigkeit runter auf 25 km/h gedrosselt wird, kann man auch ohne Führerschein fahren.“ Und wie umweltverträglich sind Roller? „Gar nicht, in manchen Städten Chinas sind Zweiradmotoren sogar verboten“, sagt der Fachmann für Schadstofffragen beim Verkehrsclub Deutschland. Weil die Vorschriften für Zweiräder lockerer gehandhabt werden als beim Auto, achten die Hersteller nicht auf den Luftschadstoffausstoß bei Rollern und Motorrädern. Doch es gibt Fortschritte: Piaggio stellt mittlerweile Elektro-Vepas her.

Die Vorteile einer Vespa

Vor dem Laden läuft uns dann noch ein echter Vespa-Fan über den Weg. Die Mutter von zwei Kindern schwört auf das Gefährt, weil es ungefährlicher sei als ein Motorrad. Früher war sie auf einer schwereren Maschine unterwegs, sagt die junge Frau, aber als Mutter sei sie vorsichtiger geworden. Auch eine Motorradkluft sei bei der Vespa nicht nötig, sie könne in ihrer Arbeits- oder Straßenkleidern auf die kleine „Wespe“ steigen und losfahren. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Motorrad: Die Vespa sei wendiger und man fühle sich sicherer auf einem Roller, weil man beim Anhalten immer mit beiden Beinen sofort auf dem Boden stehe. Die Vespa-begeisterte Berlinerin, die am Ku’damm arbeitet, fährt jeden Tag mit ihrem Roller zur Arbeit. Schließlich gäbe es dort kaum Parkplätze. Und bei einem Stau könne sie sich einfach durchschlängeln. Nur im Winter fahre sie nicht.

Noch ein kurzer Exkurs in die Geschichte der Vespa: Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg brauchten die Menschen ein kostengünstiges und ansprechendes Transportmittel, das auch auf stark beschädigten Straßen fahren konnte. Die Vespa wurde geboren. Als sich in den 60er Jahren immer mehr Menschen ein Auto leisten konnten, stagnierte der Handel. In Berlin, wo Parkplätze immer knapper werden, erlebt der Motoroller ein echtes Revival.

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