8 Möglichkeiten, Flüchtlingen zu helfen

Viel hilft viel

Viel hilft viel
Ob mit Spenden, Organisationstalent oder Zeit zum Helfen: Jeder kann ganz leicht helfen.
Warteschlangen vor dem LaGeSo, fehlende Verpflegung und Unterkünfte. Kein Tag, der ohne Meldung darüber vergeht, auf welche Schwierigkeiten Geflüchtete in unserer Nachbarschaft stoßen. Viele Berliner engagieren sich bereits, um diesen Menschen das Ankommen zu erleichtern. Auch Stricken, Autofahren oder Quatschen kann Flüchtlingshilfe sein. In unserer Liste findest du viele nützliche Links zum Thema und garantiert eine Möglichkeit dich zu engagieren.

Sachspenden abgeben

Ob du zu Hause ausmistest oder ein paar Dinge mehr in einen Einkaufswagen schmeißt und abgibst, Spenden sind ein effektiver und einfacher Weg zu helfen. Aber nicht jede Spende ist gewünscht und es müssen auch nicht immer Textilien sein. Schon sehr viele Klamotten wurden für Geflüchtete abgegeben und schnell verderbliches Essen hilft in den seltensten Fällen. Je nachdem, wo du deine Spende abgibst, werden verschiedene Dinge benötigt. Bettwäsche, Bälle, Stifte, Wörterbücher, Hygieneartikel und BVG-Tickets sind oft Mangelware. Auf Berlin hilft LaGeSo und bei der Flüchtlingshilfe Berlin findest du Bedarfsliste für verschiedene Aufnahmestellen. Ihnen kannst du genau entnehmen, was noch gebraucht wird und wie du die Spenden abgeben kannst. Fahrräder, die du nicht mehr brauchst, kannst du in der Fahrradwerkstatt Lichtenberg wieder fit machen lassen und spenden.

Deutsch unterrichten

Sich in einem Land zu orientieren und anzukommen ist natürlich viel einfacher, wenn man die jeweilige Sprache beherrscht. Außerdem ist das Lernen erster deutscher Wörter als sinnvolle Beschäftigung und Abwechslung bei den allermeisten Flüchtlingen sehr willkommen. Um den Neu-Berlinern dabei zu helfen, musst du kein Pädagoge sein, nicht selbst einen Raum organisieren und bist bei der Vorbereitung der Stunden auch nicht auf dich allein gestellt. Wer sich als Lehrer versuchen möchte, kann sich einfach bei Multitude e.V. oder beim Netzwerk „Deutschkurse für alle!“ melden und starten. Das BBZ vermittelt übrigens Tandempartner, falls du selbst Arabisch lernst.

Ehrenamtliche Arbeitsstunden leisten

Ob Lehrer, Ärzte, Tontechniker oder Stadtführer: Es gibt unheimlich viele Tätigkeiten, mit denen du Initiativen für Flüchtlinge unterstützen kannst. Da viele Flüchtlinge krank oder verletzt sind, während sie auf Registrierung warten aber nicht zu deutschen Ärzten gehen können, freuen sich das Medibüro oder der Verein Medizin hilft Flüchtlingen über ehrenamtliches Fachpersonal. Vor allem arabischsprachige Psychologen und Traumatherapeuten werden von der Organisation Gute Tat gesucht. Auf Menschen mit Sprachkenntnissen in Arabisch, Farsi, Französisch oder anderen hoffen zum Beispiel Moabit hilft oder Charlottenburg hilft. Aber auch Tontechniker oder Menschen mit Erfahrungen in der Veranstaltungsorganisation werden hier für die Durchführung von zum Beispiel Solidaritätskonzerten benötigt. Stadtführer und Menschen, die es werden wollen, werden schließlich auf Querstadtein gesucht. Da sollen jetzt nämlich nach Obdachlosen auch Flüchtlinge ihr Berlin zeigen. Außerdem dürfen sich Fahrer von PKW oder Transportern bei den unterschiedlichen Initiativen sehr gerne freiwillig melden.

Zeit mit Geflüchteten verbringen

Ob in einem Aufnahmelager oder bei einem Picknick, im Kino oder beim Fußballspielen – hilf Geflüchteten ihre Freizeit zu gestalten, aus den Lagern herauszukommen oder einfach abgelenkt zu sein. Bei Moabit hilft bietet man Menschen in den Auffanglagern Strick- und Malgruppen an. Die Champions ohne Grenzen organisieren Fußballtrainings und Fußballturniere, an denen Geflüchtete kostenlos teilnehmen können. Fußball, Federball und überhaupt Spielen mit Kindern kannst du zum Beispiel mit Karlshorst hilft. Unter anderem bei Multitude kannst du gemeinsam mit anderen Engagierten und Flüchtlingen Kinoabende oder Picknicks organisieren. Die Initiative  Über den Tellerrand kochen lädt dich zum ungezwungenen und kulinarischen Austausch ein.

Einzelne Menschen unterstützen

Manchmal ist es einfacher, sich auf wenige Menschen zu konzentrieren als gleich in einer großen Gruppe aktiv zu werden. Viele Projekte helfen dir dabei, einzelne Kinder, Jugendliche und Erwachsene kennenzulernen oder sie gezielt zu unterstützen. Ehrenamtliche Vormunde und Mentoren achten zum Beispiel auf ihre medizinische und schulische Versorgung oder eine kindgerechte Unterbringung und werden von Akinda vermittelt. Aber auch Erwachsene freuen sich über Begleitung durch den Alltag, bei Arzt- und Behördengängen oder einfach bei ihrer ersten Bahnfahrt. Xenion weltweit, Start with a friend und Fremde Freunde helfen dir bei den Treffen mit einzelnen Geflüchteten oder Flüchtlingsfamilien. Fachliche Informationen dazu, welche Behörden überhaupt angelaufen melden müssen, gibt es übrigens auch in der Asylgruppe von Amnesty International. Und selbst wer keine Zeit hat, kann Pate werden: Mit einer Spende von 63 Euro an den evangelischen Kirchenkreis kann eine Person eine Woche lang betreut und untergebracht werden.

Wohnungraum geben

Falls du ein WG-Zimmer für Flüchtlinge frei hast, melde dich bei Flüchtlinge willkommen. Die helfen nicht nur bei der Vermittlung, sondern auch bei der Finanzierung der entsprechenden Miete! Aber auch wenn du selbst keinen Platz hast, kannst du gemeinsam mit Multitude Geflüchteten bei der Wohnungssuche helfen oder als Teil dieser Facebookgruppe gezielt nach Hostelzimmern suchen.

Potential der Flüchtlinge erkennen

Wichtig ist es auch, die Fähigkeiten von den oft hochgebildeten Flüchtlingen zu erkennen und zu nutzen. Das tut zum Beispiel die Initiative Kommen & Bleiben aus Weißensee, die von Flüchtlingen gestaltete Workshops organisiert. Arrivo vermittelt Praktikanten und – wenn alles klappt – auch Azubis an Unternehmen, die Flüchtlingen ausbilden wollen. Auf der App workeer können Arbeitgeber freie Stellenangebote für Flüchtlinge inserieren. Viele Projekte kannst du auch einfach unterstützen, indem du gezielt von Flüchtlingen gefertigte Dinge kaufst. Zum Beispiel Design-Möbel des handwerklichen Ausbildungsbetriebs Cucula oder schicke Shirts und Beutel von Creation! Not frustration!.

Aufmerksam sein und mobilisieren

Toll ist es natürlich auch, wenn du im Gespräch mit Bekannten auf Unterstützungsmöglichkeiten wie das schöne Lichtenberger Projekt #Einfach Mensch Sein aufmerksam machst und offen auf Flüchtlinge zugehst. Wenn du weder Zeit noch Geld zum Spenden hast, kannst du gemeinsam mit anderen eine Soli-Party schmeißen, zu der du Geflüchtete einlädst oder einfach Spenden für eine der vielen Initiativen sammelst. Sogar social-media-gerecht ist die Hilfe schon: Angelehnt an die Ice Bucket Challenge, mit der vor einiger Zeit Geld für die Nervenkrankheut ALS gesammelt wurde, gibt es jetzt die #welcomechallenge. Du tust etwas für Flüchtlinge, hälst es fest und nominierst Bekannte, es dir gleich zu tun.


Einen tollen Überblick über Hilfsorganisationen in deinem Kiez findest du beim Berliner Flüchtlingsrat
und wichtige Infos über weitere Möglichkeiten der Unterstützung stehen hier. Außerdem gibt es seit Kurzem eine Hotline, die Hilfsangebote koordiniert. Dort werden konkrete Fragen zu Unterstützungsmöglichkeiten beantwortet. Die Hotline erreichst du unter 030 / 08 83 99, werktags von 9 bis 17 Uhr. Speziell für ehrenamtliche Helfer gibt es die Nummer 030 / 390 88 222.


Mehr zum Thema Flüchtlingshilfe liest du hier:

Viel hilft viel, Turmstraße 21, 10559 Berlin
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