Ein Mekka für Schallplattenfans

Vinyl aus Niederschönhausen

Vinyl aus Niederschönhausen
Bei "Jazz Dreams" in Niederschönhausen finden Schallplatten-Fans alles, was das Herz begehrt. Für mehr Bilder klick' dich durch unsere Bilderstrecke! Zur Foto-Galerie
Eigentlich war Peter Durek nur auf der Suche nach einem Lager für seine mehr als 35.000 Vinyl- und Schellackplatten umfassende Sammlung. Doch die Gelegenheit war günstig - und so betreibt er seit einem knappen Jahr im Herzen Niederschönhausens mit "Jazz Dreams" eines der größten Musikfachgeschäfte Berlins.

Ganz praktische Erwägungen haben den in der City West lebenden Peter Durek dazu gebracht, seinen eigenen Plattenladen am anderen Ende der Stadt zu eröffnen. „Für einen feuchten Keller hätte ich in Kreuzberg, Charlottenburg oder Mitte mindestens 1000 Euro Miete gezahlt. Für das gleiche Geld konnte ich hier in Pankow gleich eine Location anmieten, die sich auch super als Geschäft eignet“, berichtet Durek, der die Gelegenheit ergriff und seit September 2013 neben seinem Online-Shop auch ein Ladengeschäft für den Verkauf von Vinyl- und Schellackplatten betreibt. Ein willkommener frischer Wind im Kiez: „Viele Nachbarn schauen vorbei und finden es ‚einfach geil‘, dass hier auf der Ecke mal etwas Besonderes aufgemacht hat“, freut sich Durek.

Durek bei der Plattenwäsche.
Raritätensammler und Fans echter Musikklassiker kommen bei „Jazz Dreams“ auf ihre Kosten, denn alle rund 35.000 Platten im Laden sind Originale aus den vergangenen Jahrzehnten. Seinen Fundus verdankt Durek, der mit neun Jahren seine erste Grammophon-Platte auf dem Speicher entdeckte und seitdem seine Leidenschaft für Musik im Allgemeinen und Jazz im Besonderen pflegt, der Auflösung eines privaten Hamburger Jazzmuseums. „Ein 80-Jähriger Sammler hat mir damals etwa 30.000 Platten überlassen, der Rest stammt aus kleineren aufgelösten Sammlungen und von mir“, berichtet Durek, der selbst als Musiker aktiv ist. Neben Jazzplatten findet man im Laden auch Soundtracks, Soulalben, Platten aus der Rubrik Rock/Pop und Vinyl aus aller Welt. Und ständig kommen Alben hinzu, schließlich ist Durek stets auf der Suche nach neuen Fundstücken – und neuer Musik. „Mit 50 habe ich mir meine erste House-Platte zugelegt“, schmunzelt er. Wer keine gebrauchte oder alte Platte möchte, kann im Laden auch Marktneuheiten zum Onlinepreis ordern.

Dein persönliches Jazz-Profil

Dass dem 51-Jährigen die Musik im Blut liegt und er darum bemüht ist, seine Leidenschaft fürs Vinyl an seine Kunden weiterzugeben, geht aus jedem seiner Sätze hervor. „Gefachsimpelt wird bei mir nicht. Es geht um die Musik und auf so ein obercooles Experten-Gehabe habe ich einfach keine Lust“, betont Durek. Neben den Platten bildet die umfassende Beratung deshalb den zweiten Schwerpunkt seines Geschäftes. „Wenn ein neuer Kunde beispielsweise noch nicht viel Ahnung von Jazz hat und einfach mal rausfinden möchte, was ihm in dem Bereich überhaupt zusagt, bekommt er von mir erst mal einen Kaffee“, so Durek. Dann darf der Neueinsteiger in der kleinen Musiklounge Platz nehmen und sich vom Fachmann einige bewährte „Testplatten“ vorspielen lassen. „Anhand der Reaktion kann ich nach etwa 30 Minuten dann sowas wie ein kleines Musik-Profil erstellen und dem Kunden andere passende Alben raussuchen“, erzählt der „Jazz Dreams“-Inhaber. Überraschungen gibt es dabei selten. „Acht von zehn Probehörern finden Ben Webster erstmal besser als John Coltrane“, schmunzelt Durek.

Lauschiges Plätzchen zum Probehören.
Selbst professionelle Musikfans können sich in seinem Laden überraschen lassen. Denn Durek kümmert sich auch um die richtige Technik und ist berlinweit der einzige Fachhändler für HiFi-Geräte der deutschen Firma Mohr. „Für ein gleichwertiges Klangerlebnis kann man locker ein Vielfaches ausgeben. Muss man aber eben nicht“, so Durek, in dessen Laden man unter anderem neue und in Eigenregie aufgearbeitete gebrauchte Plattenspieler, Verstärker aus den 80er Jahren, Lautsprecher oder Zubehör wie Kabel und Bürsten zum Reinigen der Plattennadel bekommt. Apropos: Zum Service gehört auch, dass jede gebrauchte Platte vor dem Verkauf von Durek gewaschen und mit einer neuen Innenhülle versehen wird.

Preislich ist bei „Jazz Dreams“ alles möglich: Ob Best-Of für zwei oder Erstpressung für mehrere tausend Euro. Viele seiner Schätze hat Durek selbst noch gar nicht gesichtet. „Manche Kunden graben etwas ganz Besonderes aus und da dauert die Preisfindung dann schon etwas länger“, so Durek, in dessen Sammlung es nur etwa ein Prozent aller Platten zweimal gibt. Vinylfans sollten sich deshalb beeilen und den Weg nach Niederschönhausen auf sich nehmen. Auch Listening Partys, kleine Konzerte oder das sogenannte „Musikcafé“ stehen regelmäßig auf dem Programm.

„Mein Freund und ich schwören schon lange auf Mohr-Lautsprecher. Gut zu wissen, dass man die jetzt nicht mehr nur übers Internet bekommt. Nur über eine Sache habe ich mich geärgert: Bis vor ein paar Tagen hatte Peter Durek noch eine Erstpressung der Beatles-Platte „Sgt. Pepper“ im Laden – die war bei meinem Besuch aber leider schon weg.“

Foto Galerie

Jazz Dreams - Plattenladen, Hermann-Hesse-Straße 25, 13156 Berlin

Telefon 030 54840550

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Dienstag bis Freitag 14:00 bis 18:00 Uhr
Samstag 12:00 bis 16:00 Uhr

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