Flughafen-Besetzer

Tegel im Griff der Krähen

Tegel im Griff der Krähen
Die klugen Raben haben trotz Fluglärm Gefallen gefunden an Flughafen Tegel.
Vor Jahrzehnten haben Krähen den Flughafen Tegel für sich entdeckt und sich durch nichts und niemanden mehr vertreiben lassen. Die gefiederten Airport-Nutzer dürften noch vor Ort sein, wenn irgendwann einmal das letzte Flugzeug gestartet ist.

Manchen Menschen ist der Anblick großer Rabenvögel unheimlich, Erinnerungen an Alfred Hitchcocks Die Vögel werden wach. In Berlin sind Krähen aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Neben den einheimischen Nebel- und Saatkrähen fühlten sich zeitweise auch deren Brüder und Schwestern aus Osteuropa in der Hauptstadt wohl. Inzwischen hat sich nach Angaben von Dr. Hans-Jürgen Stork vom Naturschutzbund (NABU) Reinickendorf die Berliner Krähenpopulation gegenüber den frühen Siebzigerjahren um etwa 90 Prozent reduziert – nicht zuletzt, weil viele Mülldeponien verschwunden sind, die ihr als Nahrungsquellen dienten.

Besonders zahlreich sind die Vögel nach wie vor am Flughafen Tegel unterwegs. Den anderen Airport-Nutzern waren die großen Schwärme dort jedoch besonders unheimlich – schließlich hat man doch immer wieder Geschichten über Triebwerksschäden durch Vogelflug gehört. Daher wurde wiederholt versucht, die schwarzen Bewohner mit verschiedenen pyrotechnischen und pyroakustischen Maßnahmen zu vertreiben. Erfolglos – beharrlich haben sich die Krähen immer wieder behaupten können. Und das ist auch gar nicht schlimm: „Sie machen keine Vogelschlag-Probleme“, erklärt Naturschützer Stork. Krähen seien so intelligent, dass sie zumindest auf zivilen Flughäfen unproblematisch seien.

Eine Kolonie am Tower

Die Vögel mögen die Weite des Flughafens und sogar die Terminalgebäude. Sie suchen dort nach Nahrung, versammeln sich und schlafen. Seit zwölf Jahren gibt es neben dem Tower sogar eine Saatkrähen-Kolonie von 60 bis 70 Paaren. Stork vermutet, dass die Vögel sich ursprünglich wegen des durch das ehemalige Kraftwerk Oberhavel erwärmten Wassers in der Nähe des Tegeler Sees niederließen. Als der Flughafen Tegel ausgebaut wurde und 1974 das große Hauptterminal eröffnete, wurden die Krähen aus Sicherheitsgründen zum Studienobjekt. Studenten der FU haben eine Langzeituntersuchung über das Verhalten der Rabenvögel durchgeführt. Ihre Flüge wurden mit Hilfe eines Radargeräts verfolgt, über den Brutverlauf existiert eine Diplomarbeit.

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