Touren durch Berlin

Der Wanderfreund aus Köpenick

Wolfgang Friedrich (3.v.l.) auf einer seiner Touren durch Berlin.
Wolfgang Friedrich (3.v.l.) auf einer seiner Touren durch Berlin.
Wolfgang Friedrich bietet seit 30 Jahren Wandertouren durch die Kieze der Hauptstadt an. Der 71-Jährige wollte eigentlich die Wanderstiefel zum Jahreswechsel endgültig ausziehen, doch dafür sind ihm seine ausgedehnten Spaziergänge schon viel zu sehr ans Herz gewachsen.

„Freiheit, das Fördern der Gesundheit und die frische Luft, das alles bedeutet Wandern für mich“, sagt Wolfgang Friedrich zu seiner Leidenschaft. Der gebürtige Köpenicker erzählt: „Das Wandern wurde mir in die Wiege gelegt. Schon im Kindesalter bin ich mit meinen Eltern um den Müggelsee gelaufen. Auch ein Auto habe ich nie besessen.“

Entdeckungsreisen für Groß und Klein

Bereits zu DDR-Zeiten organisierte Friedrich Wanderungen durch Köpenick, Berlin und das Berliner Umland. „Land und Leute kennenlernen ist doch das Schönste im Leben“, findet der gelernte Bäcker. Nach der Wende gründete er die „Cöpenicker Wanderfreunde“. Die Gemeinschaft war der erste Wanderverein des Ostens, der im deutschen Wander-Fachverband Mitglied wurde, wie Friedrich nicht ganz ohne Stolz berichtet.

2003 machte er sich jedoch aufgrund von Unstimmigkeiten mit anderen Vereinsmitgliedern selbständig und organsiert seitdem jedes Wochenende eine Tour durch Berlin. Für einen Unkostenbeitrag von 1 Euro kann jeder dabei sein. Je nach Wetterlage variiert die Teilnehmerzahl, bei einigen Ausflügen waren aber schon 40 und mehr Leute dabei. Mit Rucksackverpflegung geht es auf circa zehn Kilometer langen Spaziergängen quer durch Berlin.

Aktiv ins neue Jahr

Zu Jahresbeginn stand das „Anwandern“ auf dem Programm. Unter dem Motto: „Durch Wald und Flur – dem neuen Jahr auf der Spur“ ging es vom S-Bahnhof Köpenick Richtung Rahnsdorf. Rund 20 Wanderer folgten Friedrich und lauschten seinen Geschichten, die er mit Heimatchroniken, historischen Büchern und Stadtführern recherchiert. Unter anderem wurde die 100-jährige Fähre F 24 besucht, die die zehn Meter breite Müggelspree überquert. Das Paddelboot bietet sechs Menschen Platz und gilt als die kürzeste und kleinste Fährverbindung Berlins. 

Eine Lieblings-Tour hat Friedrich nicht – dennoch fühlt er sich in Köpenick am wohlsten. „Einen Abendspaziergang mit meiner Lebensgefährtin durch den Kiez zu machen, bei dem alte Erinnerungen hochkommen, ist für mich am Schönsten. Schließlich bin ich hier aufgewachsen, zur Schule gegangen und habe jahrzehntelang als Bäcker gearbeitet“, so der Wanderfreund über seine Heimat.

Weitere Informationen unter: http://www.wanderfreund.de.tl/


Weitere Artikel zum Thema:

Der Wanderfreund aus Köpenick, Bahnhofstraße, 12555 Berlin

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