Urban Gardening

Handshake: Himmelbeet und Oli Kahn einigen sich

Handshake: Himmelbeet und Oli Kahn einigen sich
Konzert unter freiem Himmel: So bunt wie der Kiez zeigt sich auch das Himmelbeet.
Im Streit um das interkulturelle Gartenprojekt Himmelbeet gibt es seit Freitag eine Einigung: Bis zum Baubeginn des Fußballbildungszentrums Ende 2018 dürfen die Kiezgärtner bleiben, danach muss das Himmelbeet umziehen.

Das Himmelbeet darf vorerst bleiben. Das hat am Freitag Nachmittag ein mehrstündiges Treffen zwischen den Himmelbeet-Vetretern, den Vertretern des Amandla-Vereins, dem Stadtrat und dem Bezirk ergeben. Ab Ende 2018 soll dann auf dem Areal das gemeinnützige Fußballprojekt Amandla EduFootball, gefördert von der Oliver Kahn-Stiftung, ein Bildungszentrum für benachteiligte Kinder und Jugendliche bauen. Die Himmelbeetler werden schließlich eine neue Bleibe bekommen.

Mitten im Wedding, wo zwischen Bohnen, Salat und summenden Bienen seit fünf Jahren das Himmelbeet liegt, ein urbaner Gemeinschaftsgarten, wurden zuletzt die Messer gewetzt. Wenn auch zum Glück nur im übertragenen Sinne: Auf der einen Seite stand das Team Himmelbeet an einem grünen Ort, an dem Jung und Alt beim Gärtnern, Bauen und Kochen zusammenfinden. Außerdem wird mit der Arbeit im Garten die Inklusion von Menschen mit Behinderung und die Integration von Geflüchteten umgesetzt. Das interkulturelle Gartenprojekt zeigt also, dass menschlich zusammenwächst, was zusammen gehört. Und dass gesundes Gemüse und frische Kräuter auch direkt vor der großstädtischen Haustür wachsen können.

Auf der anderen Seite trat die gemeinnützige Organisation Amandla EduFootball an, die von der Oliver-Kahn-Stiftung gefördert wird, um auf der Fläche des Himmelbeets ein Fußballausbildungszentrum zu errichten. Eigentlich auch eine gute Sache, denn hier soll Fußballsozialarbeit geleistet werden, um sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Grundsätzlich begrüßt das Himmelbeet natürlich Initiativen wie diese und eine gemeinsame Flächennutzung wäre sicher ein starkes Zeichen an die Zivilgesellschaft. Trotzdem schien sich ein anhaltender Konflikt zwischen den beiden Initativen abzuzeichnen.

Ursprünglich strebte das Himmelbeet eine einvernehmliche Lösung mit Amandla Edu Football und dem Bezirk an. Unter dem Label Green.Urb.Lab sollte ein „Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft“ entstehen, wie es in einer Petition hieß, die das Himmelbeet zum Erhalt der Gärten startete. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Mitte hatte diese Projektidee als Ziel zunächst übernommen und im Mai 2016 einen entsprechenden einstimmigen Beschluss zur Unterstützung gefasst. Doch statt gemeinschaftlichem Wirken für die guten Zwecke und dem geplanten Garten auf dem Dach der Sporthalle, sah es nach einem Alleingang aus. Der Bezirk verhandelte sozusagen exklusiv mit Amandla über einen Vorvertrag, in dem die Zukunft des Gartens angeblich nicht gesichert sei. In einem sogenannten Letter of Intent habe das Bezirksamt die erweiterte Fläche ab dem 1. Januar 2018 an Amandla vertraglich zugesichert. „Über die Nutzung der Fläche wurde ohne uns verhandelt“, so Felix Lodes, der Geschäftsführer des Himmelbeets. „Der Letter of Intent spricht komplett gegen unser Projekt“, das Himmelbeet befürchtete bereits die Kündigung zum Ende des Jahres 2017.

 

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Nun konnten sich der Bezirk, Amandla und das Himmelbeet vorläufig auf eine Lösung einigen, die alle Beteiligten zunächst zufriedenstellt. Der Bezirk bereitet bis zum 31. Juli 2017 einen Beschluss vor, der den Hobbygärtnern versichert, dass sie bis mindestens Ende Oktober 2018 am jetztigen Standort bleiben dürfen. Außerdem prüft der Bezirk, wie der Umzug des Himmelsbeets finanziell, materiell und personell unterstützt werden kann.   

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