Urban Gardening

Das Himmelbeet darf erstmal bleiben

Das Himmelbeet darf erstmal bleiben
Konzert unter freiem Himmel: So bunt wie der Kiez zeigt sich auch das Himmelbeet.
Auf dem Areal des Gemeinschaftsgartens Himmelbeet entsteht Deutschlands erstes Fußballbildungszentrum. Jetzt ist bekannt: Der Baubeginn verschiebt sich um ein Jahr. Das heißt die Kiezgärtner dürfen bis Ende 2020 bleiben. Ob sie einen Alternativ-Standort finden, bleibt allerdings weiter ungewiss.

Mitten im Wedding, zwischen Bohnen, Salat und summenden Bienen liegt seit sieben Jahren das Himmelbeet. Ein grüner Ort, an dem Jung und Alt beim Gärtnern, Bauen und Kochen zusammenfinden. Außerdem wird mit der Arbeit im Garten die Inklusion von Menschen mit Behinderung und die Integration von Geflüchteten umgesetzt. Das interkulturelle Gartenprojekt zeigt also, dass menschlich zusammenwächst, was zusammen gehört. Und dass gesundes Gemüse und frische Kräuter auch direkt vor der großstädtischen Haustür wachsen können.

Doch die Zukunft des Himmelbeets ist weiterhin ungewiss. Seit letztem Jahr ist  bekannt, dass die gemeinnützige Organisation Amandla, die von der Oliver-Kahn-Stiftung gefördert wird, auf der Fläche des Himmelbeets ein Fußballausbildungszentrum errichten will. Der ursprüngliche Baustart war für Oktober diesen Jahres geplant. Aufgrund von Planänderungen verschiebt sich der Beginn jetzt auf 2020. Das heißt ein Jahr Aufschub für die Himmelbeetler. Umpflanzen muss der urbane Gemeinschaftsgarten am Leopoldplatz leider trotzdem.

Eigentlich auch eine gute Sache, das geplante Projekt. Denn hier soll Fußballsozialarbeit geleistet werden, um sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Grundsätzlich begrüßt das Himmelbeet natürlich Initiativen wie diese und eine gemeinsame Flächennutzung wäre sicher ein starkes Zeichen an die Zivilgesellschaft. Im vergangenen Jahr unterschrieb der Bezirk einen Pachtvertrag mit Amandla. Ab Oktober diesen Jahres sollte auf dem Areal des bisherigen Gemeinschaftsgartens das sogenannte „Safe-Hub“ entstehen. Dieses „Safe-Hub“ umfasst insgesamt drei zusammenhängende Fußballplätze und ein Bildungszentrum, das Platz bieten soll für Funktionsräume, den Sportbetrieb, ein Café, Veranstaltungen, Workshops und Büroflächen. Die Kosten werden auf vier Millionen Euro geschätzt.

 

View this post on Instagram

 

A post shared by @babelle05 on May 14, 2018 at 7:32am PDT

Die Himmelbeetler strebten eine einvernehmliche Lösung mit Amandla und dem Bezirk an. Unter dem Label Green.Urb.Lab sollte ein „Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft“ entstehen, wie es in einer Petition hieß, die das Himmelbeet zum Erhalt der Gärten startete. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Mitte hatte diese Projektidee als Ziel zunächst übernommen und im Mai 2016 einen entsprechenden einstimmigen Beschluss zur Unterstützung gefasst. Doch statt gemeinschaftlichem Wirken für die guten Zwecke und dem geplanten Garten auf dem Dach der Sporthalle, sah es nach einem Alleingang aus. „Über die Nutzung der Fläche wurde ohne uns verhandelt“, sagte Felix Lodes, der Geschäftsführer des Himmelbeets, damals.

So verdrängt ein soziales Projekt das andere. Unklar bleibt weiterhin, was mit dem Himmelbeet passiert. Der Bezirk versicherte den Hobbygärtnern zwar, dass sie bis Ende 2020 am jetzigen Standort bleiben dürfen und somit ausreichend Zeit für die Suche eines Alternativstandortes hätten. Dennoch wird es eine große Herausforderung bleiben, eine geeignete Fläche im Kiez zu finden.

Himmelbeet Wedding, Ruheplatzstraße 12, 13347 Berlin

Webseite öffnen
E-Mail schreiben


April bis Oktober:
Dienstag von 12:00 bis 20:00 Uhr
Mittwoch bis Sonntag von 10:00 bis 20:00 Uhr

Weitere Artikel zum Thema Freizeit + Wellness, Wohnen + Leben

Wohnen + Leben
Kiezmenschen: Elli aus Pankow
Florian Reischauer fotografiert für seinen Blog "Pieces of Berlin" seit über zehn Jahren Menschen aus […]
Freizeit + Wellness | Wohnen + Leben
So schick wird der neue Wannsee-Hafen
Die Schiffsanlegestelle Wannsee ist ein stark frequentierter touristischer Hotspot. Durch eine Umgestaltung des Hafengebiets soll […]