• Donnerstag, 29. März 2012

Missbrauch an Berliner Grundschule

Tatort Schultoilette

  • Humboldthain-Schule
    Nach dem Missbrauch eines Mädchens auf einer Toilette in der Humboldthain-Schule hat das SEK nun einen mutmaßlichen Täter gefasst. Foto: dapd - ©Paul Zinken

Nach dem Übergriff eines bisher unbekannten Täters bewachen besorgte Eltern die Eingänge einer Grundschule in Gesundbrunnen. Über Ostern soll das Gebäude mit weiteren Sicherungseinrichtungen ausgestattet werden.

Schon fast einen Monat liegt der Vorfall zurück, der erst am Mittwoch der Öffentlichkeit bekannt gegeben wurde. Ein bisher unbekannter Täter hat am 1. März eine Achtjährige auf der Toilette der Humboldthain-Grundschule sexuell schwer missbraucht. Intensive Nachforschungen der Staatsanwaltschaft machten eine Information über den Fall wochenlang unmöglich.

Das Verbrechen in der Schultoilette war von Lehrern bemerkt worden, der Täter floh daraufhin unerkannt. Seidem hegen Eltern, Schüler und Lehrer der Grundschule viele Befürchtungen. Zahlreiche Kinder dürfen nicht mehr allein zum Unterricht gehen, das Schulgebäude wird den ganzen Tag von Eltern bewacht. Nach Ostern sollen weitere Maßnahmen zur Sicherung des Hauses eingeleitet werden.

Gegen 10 Uhr, mitten in der Unterrichtszeit, habe der Übergriff laut Anwaltschaft stattgefunden. Das Opfer muss seitdem von Psychologen betreut werden. Den Aussagen des Mädchens zufolge habe es sich bei dem Täter um einen etwa 30 Jahre alten Mann mit braunen Haaren gehandelt, der mit einer blauen Jeans und einem grauen Sweatshirt bekleidet war.

Verstärkte Sicherheitsbemühungen

Umgehend informierte die Leitung der Schule nach dem Vorfall Polizei und Eltern, der Übergriff wurde darüber hinaus in den Klassen thematisiert. Die Elternvertreter beriefen ihrerseits Elternlotsen ein. Sie überwachen nun den Pausenhof und alle Räume in der Schule rund um die Uhr. Die bevorstehenden Ferien sollen dafür genutzt werden, das Gelände der Schule noch besser zu sichern. "Danach kommt man zu den Unterrichtszeiten nur noch per Klingeln hinein", so eine Sprecherin der Senatsschulverwaltung. Zwar stehen die Eingänge am Morgen offen, doch "wenn die Schüler kommen, werden Lehrer an den Eingängen stehen und dabei auch eine entsprechende Kontrollfunktion ausüben."

Diese Maßnahmen werden durch den Bezirk Mitte finanziell ermöglicht. Neben neuen Schließamlagen sollen weitere "Investitionen zuf Gefahrenabwehr" möglich gemacht werden, so Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD). "In einem solchen Fall schauen wir nicht aufs Geld."

Bekannt sind solche Sicherungsanlagen aus vielen anderen Schulen in Berlin. Besucher müssen dort zwar klingeln, doch es zeigt sich, wie schwierig eine völlige Überwachung zu realisieren ist. Starker Andrang, zahlreiche Eingänge und ein zum Teil nur schwer zu überblickendes Gelände erschweren den Schutz der Kinder. Trotzdem werden private Wachschutzmannschaften vor den Türen von nahezu allen Berliner Schulen abgelehnt.

Gefühl der Unsicherheit wächst

Der aktuelle Fall in der Humboldthain-Grundschule trifft eine Einrichtung, die sich mit rund 400 Schützlingen aus 21 Ländern für ein interkulturelles Zusammenleben stark macht. Die Verunsicherung nach dem Überfall ist groß. "Ich würde mein Kind am liebsten überhaupt nicht mehr an diese Schule schicken", äußerte sich eine Mutter am Mittwoch vor dem Schulgebäude. Andere Erziehungsberechtigte reagieren gefasster. Man habe sie schnell über den Vorfall informiert und geraten, die eigenen Kinder nicht mehr unbeaufsichtigt zur Schule zu schicken.

Vor kurzem erst hatten Grundschulen in Hohenschönhausen eine Warnung vor einem Straftäter ausgesprochen. Auch dort wurde den Eltern nahegelegt, ihre Kinder auf dem Weg zum Unterricht zu begleiten. Anlass war der Versuch eines Unbekannten, eine Schülerin zum Zusteigen in seinen Wagen zu überreden. Das Mädchen aus der vierten Klasse floh und machte den Vorfall publik. Ein Zusammenhang zwischen beiden Vorfällen wird von der Staatsanwaltschaft bisher für unwahrscheinlich gehalten.

Humboldthain-Grundschule

Grenzstr. 7
13355 Berlin

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Quelle: Der Tagesspiegel
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