• Montag, 02. Januar 2012

Das Labyrinth Kindermuseum im Wedding

In Socken ins Museum

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  • Labyrinth Kindermuseum
    Herzstück sind wechselnde, aktionsbetonte Erlebnis-Ausstellungen. Foto: externe Quelle - ©André C. Hercher
  • Labyrinth Kindermuseum
    Für kleine Entdecker Foto: externe Quelle - ©Nikola Mirza

Ein Museum extra für Kinder: Im Labyrinth Kindermuseum in Gesundbrunnen in Berlin-Wedding ist das Kind König: Die wechselnden Ausstellungen greifen Kinderthemen auf und sind fürs Mitmachen konzipiert. Kleine Gäste dürfen alles anfassen.

Ruhe im Museum? Hier nicht. Das Labyrinth Kindermuseum ist genau das, was der Name suggeriert: ein Museum für Kids. Niemand straft die jungen Besucher mit einem verächtlichen „Pssst!“, wenn sie kommentieren, was sie sehen. Reden ist erlaubt. Lachen ist erwünscht. Und ohne Anfassen geht schon mal gar nichts.  

Wechselnde Ausstellungen zu Kinderthemen

Labyrinthe machen Spaß: Nie ist gewiss, was nach der nächsten Kurve kommt. Keiner, der sich anstellt, ein Labyrinth zu durchschreiten, kann am Anfang sagen, wie sein Weg aussehen wird. Klar ist nur, er wird verschlungen sein, spannend. Ein Umweg. Genau so, finden die Macher des Labyrinth Kindermuseums Berlin, sollten Kinder Neues lernen – über den Umweg des Ausprobierens, Anfassens, Spielens. Deshalb ist das Anfassen der Ausstellungsstücke in dem Museum quasi Pflicht. Und weil Kinder sich gern dem spontanen Bewegungsdrang hingeben, steht ihnen in den Räumlichkeiten des Museums genügend Platz zur Verfügung. So können sie jederzeit umhertoben. Wichtig: Für alle Besucher – auch für Erwachsene – gilt die Hauschuh- oder Sockenpflicht! So bleibt trotz Spielplatzatmosphäre und Herumtollen jedes Fußkleid sauber.

Auf rund 1.000 Quadratmetern erwarten die Gäste in der ehemaligen Montagehalle wechselnde Mitmach-Ausstellungen. Die Themen sind stets solche, die für Kinder besonders interessant oder wichtig sind. So hat es in der Vergangenheit Ausstellungen rund um die Gesundheit, die Kulturen der Welt oder Kinderrechte gegeben. Auch eine Ausstellung zur Kinderbuchautorin Astrid Lindgren war im Labyrinth Kindermuseum bereits zu sehen.

Über eine Million Besucher seit der Eröffnung

Seit 1997 ist das Museum im Wedding ein wichtiger Anlaufpunkt für wissbegierige Kinder zwischen vier und zwölf Jahren. Inzwischen haben mehr als eine Million Menschen das Museum besucht. Natürlich waren nicht alle Gäste Kinder. Manchmal waren auch Eltern und andere Erwachsene dabei. Wie die Kids, so sind auch die großen Besucher aktiv in die Ausstellungen eingebunden. Es gehört zum Konzept des Museums, dass unterschiedliche Generationen und Kulturen aufeinandertreffen und zusammen die Ausstellungen entdecken.

Bei mancher Gelegenheit hat das Team des Museums sogar mehr mit Erwachsenen als mit Kindern zu tun. Der Grund ist für gewöhnlich eine Fortbildung oder eine Fachtagung, bei der sich Profis treffen, die sich beruflich viel mit Kinderthemen beschäftigen. Im Herbst 2011 beispielsweise fand eine Fachtagung zur Kinderliteratur statt. Unter dem Motto “Kinderbuch ahoi!“ veranstaltete das Labyrinth Kindermuseum in Kooperation mit dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin Brandenburg (SFBB). Der Ort des Geschehens war allerdings nicht das Museum, sondern das Jagdschloss Glienicke.

Dank Familienticket freier Eintritt für ein ganzes Jahr

Erwachsenentagung hin oder her – die Kids sind immer diejenigen, um die es letztlich geht. Deshalb beinhaltet das Angebotsspektrum des Labyrinth Kindermuseums auch eine Menge Besonderes speziell für Kinder. So gibt es mobile Ausstellungen für Kitas, Schulen und Freizeiteinrichtungen. Geburtstagskinder können mit ihren Freunden im Museum feiern. Das Kindermuseum veranstaltet hin und wieder Vorlesetage und lädt zu Kreativworkshops ein.

Familien, deren Mitglieder ins Kindermuseum vernarrt sind, besorgen sich am besten eine Jahreskarte. Für 70 Euro besucht eine kleine Familie bestehend aus einem Kind und einem Erwachsenen das Museum, sooft sie möchte. Für zwanzig Euro mehr schaut eine größere Familie mit maximal zwei Erwachsenen vorbei, wann immer sie mag. Die Familienkarte verschafft ihren Inhabern übrigens nicht nur freien Eintritt in alle Ausstellungen, sondern auch in die Ferienprogramme. In den Schulferien dehnt das Museum seine Öffnungszeiten aus, damit die Berliner Kinder noch mehr Zeit haben, alles zu entdecken.

Preisverdächtiges Konzept

Dass das Labyrinth Kindermuseum etwas ganz Besonderes ist, hat man auch international bemerkt. Deshalb wurde es für den erstmals ausgelobten "Children's Museum Award" nominiert, der am 21 März auf der Kinderbuchmesse im italienischen Bologna vergeben wird. Labyrinth-Chefin Ursula Pischel sagt: "Die Nominierung ist eine ganz große Ehre. Die internationale Wertschätzung macht uns sehr stolz."

Wedding

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Quelle: kompakt
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