• Mittwoch, 08. Mai 2013
  • von Sandra Prophet

Brunnen nach über 10 Jahren wieder eröffnet

"Sonst gibt es hier nichts mehr!"

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  • Brunneneröffnung Brunnenstraße Ralf Wieland und Frank Bielka
    Freuen sich über die Wiedereröffnung nach über zehn Jahren: Degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka und Ralf Wieland, Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin. Foto: QIEZ - ©Sandra Prophet
  • Brunneneröffnung Brunnenstraße
    Die Kiezläufer und ein paar Anwohner beobachten das Geschehen. Im Bild: Anneliese Gebel (2. von links) und Rentner Peter Drinkewitz (stehend). Foto: QIEZ - ©Sandra Prophet
  • Ralf Wieland
    "Die Degewo hat ein waches Auge auf das Viertel", lobt der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland. Foto: QIEZ - ©Sandra Prophet
  • Frank Bielka
    Der Brunnen sei wichtig für die Lebensqualität in der Nachbarschaft, so Degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka.  Foto: QIEZ - ©Sandra Prophet

So richtig weiß niemand, wann der Brunnen in der Brunnenstraße zum letzten Mal gesprudelt hat. Weit mehr als zehn Jahre blieb es hier trocken. Mehr als 30.000 Euro steckte die Eigentümerin Degewo nun in die Sanierung. Mit Buffet und Musik wurde der Brunnen am 8. Mai wurde wieder eröffnet. Eine Momentaufnahme.

Aus der Nachbarschaft sind nicht viele Menschen gekommen. "Es gab ja auch kaum Aushänge, sonst wären bestimmt mehr Leute hier", sagt Anwohnerin Anneliese Gebel. Inzwischen eröffnen Ralf Wieland, Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin und Degewo-Vorstandsmitglied Frank Bielka den Brunnen. "Der Brunnen ist gut für die Lebensqualität", sagte Frank Bielka. Gerade für die Nachbarschaft sei dies also ein guter Tag. "Das Brunnenviertel hat sich zu einem attraktiven Wohnort entwickelt", erklärt das Vorstandsmitglied. An der Politik läge das, so Bielka, und an ihren Bemühungen und Investitionen in Bildung und Infrastruktur. Und nicht zuletzt daran, dass "die Degewo ein waches Auge auf das Viertel hat", fügt Abgeordnetenpräsident Wieland hinzu.

Anneliese Gebel sitzt mit Anwohner Peter Drinkewitz auf einer Bank und beobachtet das offizielle Geschehen vom Rand. Dann macht sich die kleine Gruppe zaghaft zum Buffet auf. "Ich wohne seit 1982 hier", erzählt Anwohner Peter Drinkewitz, "damals war der Brunnen noch an. Der steht bestimmt seit 15 bis 18 Jahren still." "Ich komme gern hierher", sagt eine Nachbarin. "Ich hatte eine Hüft-OP, da bin ich auf kurze Wege angewiesen. Gerade im Sommer ist es hier schön." "Ja, sonst gibt es hier ja auch nichts mehr", empört sich Anneliese Gebel.

Nur noch Ramschläden im Kiez

Früher gab es hier überall Geschäfte, erzählt die Rentnerin. Da war der Re:Sales Second Hand Shop und auch ein sehr schöner, kleiner Bäcker. Auch der Aldi ein paar hundert Meter weiter habe inzwischen zugemacht. "Die sind alle nicht mehr da, jetzt gibt’s hier nur noch Ramschläden!", ärgert sie sich. "Hier hat sich wirklich viel verschlechtert. Auch das gute türkische Restaurant ist geschlossen", bedauert Peter Drinkewitz. "Auf den Bänken um den Brunnen trifft man wenigstens ein paar Leute und kann sich unterhalten", sagt Anneliese Gebel.

Bald stehen weitere Veränderungen am Platz an. Das Haus auf der anderen Straßenseite ist bereits entmietet. Der örtliche Kaisers wird rausgehen, hier soll ein Hotel entstehen, vielleicht auch kleine Geschäfte. "Aber das ist alles noch nicht raus", sagt Drinkewitz. Der Kaisers solle wohl wieder einziehen, hat Anneliese Gebel gehört. Die Anwohner sind verunsichert und auch der Abgeordnete Ralf Wieland kann ihnen auf ihre Fragen keine Antwort geben.

"Wir hoffen einfach mal, dass der Supermarkt bleibt", sagt Anneliese Gebel. Inzwischen spielt ein Schlager, den sie mag. "Wir wollen hier ja gar nicht weg", lacht sie und wiegt sich in den Hüften.

 

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Quelle: QIEZ
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