• Donnerstag, 22. Mai 2014
  • von Kevin Grünstein

Spaziergang für Nachbarn und Fitness

Wedding Walking Vol. II steht an

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  • Panke belebt Spaziergang Gruppe
    Weniger pädagogisch als das Spiel mit dem bunten Tuch waren die Augen- und Dehnübungen. Mit ein paar simplen Tricks hat man gelernt, wie man sich während und nach der Arbeit entspannen kann, wie man seine Muskeln und die überreizten Augen fit hält. Foto: QIEZ - ©Kevin Grünstein
  • Panke Spaziergang Fluss
    Architektonischer Irrweg: Die Flussbegradigung ist nicht nur ästhetisch fragwürdig, sondern auch für die Anforderungen des Biotops ein Problem. Nichtsdestoweniger ergeben sich schöne Ansichten - zum Beispiel im Herbst, wenn die Ziegeln golden von der Sonne angestrahlt werden und sich das bunte Laub über den Mauern verteilt. Foto: QIEZ - ©Kevin Grünstein
  • Panke Culture Spaziergang
    Weniger ein Pfad als ein kunstversierter Durchgang: Am Panke Culture Club nahe der Fußgängerbrücke über den Fluss. Foto: QIEZ - ©Kevin Grünstein
  • Panke belebtSpaziergang Graffiti Culture
    Die Rückseite des Gebäudes von Panke e.V. und Panke Culture. Foto: QIEZ - ©Kevin Grünstein
  • Panke belebt Spaziergang Picknick
    Am Ende das große Picknick. Zwischen Tomaten-Kräuterbutter, würzig grünem Pesto und ebenfalls selbstgemachten Beerengelees konnte sich in Ruhe ausgetauscht werden. Man genoss seinen Schwarztee originalgetreu aus kleinen Gläsern, spielte Tischtennis und tauschte Emailadressen. Foto: QIEZ - ©Kevin Grünstein
1Kommentar
Hoffenlich keine …
Schöne Sache! Leider habe ich zwei negative Erfahrungen beim Radfahren … mehr

Wedding - Für mehr Nachbarschaftlichkeit steht die Initiative "Panke belebt!". Bei einem Fitness-Spaziergang entlang des Flusses haben die Initiatoren schon im letzten Jahr weniger Bewegungstipps gegeben als die Walter-Nicklitz-Promenade zu einem gelungenen Treffpunkt für Kiezbewohner umgestaltet. Unser Erfahrungsbericht vom Oktober stimmt auf den kommenden Sommer-Spaziergang ein...

Gerade im goldenen Herbst, bei dürftiger werdendem Sonnenschein und abnehmenden Temperaturen, sollte man spazieren gehen. Selbst an wolkigen Tagen regt es den Vitaminhaushalt an und die Bewegung tut nach einem Tag im Büro besonders gut. Ein fast vergessenes Kleinod ist die Walter-Nicklitz-Promenade entlang der Panke. Die Initiative "Panke belebt!" hat letzten Freitag dafür gesorgt, dass das Augenmerk auf die großen und kleinen Geheimnisse am Flussufer geworfen werden und gleichzeitig auch noch ein wenig für die körperliche Fitness getan. Kein Zufall, dass sich sofort ein sozialer Effekt eingestellt hat: Man lernte seine Nachbarn kennen.

Partys im Stattbad Wedding

Tanzen im Untergrund

Wedding
Und tatsächlich, so stellt man sich die Weddinger vor. Heterogen in allen Belangen fand sich eine bunt gemischte Gruppe an Panke-Spaziergängern ein. Da war eine Dame, die sich besonders gut mit Kräutern auskennt; drei Mütter mit ihren Kindern, die schon seit Ewigkeiten im Wedding wohnen; zwei, drei frisch Zugezogene; eine junge Frau, die für ihre Ethnologie-Abschlussarbeit Impressionen sammelt; ein Mitglied des Netzwerks panke.info und einige Seniorinnen aus Richtung Pankow und Moabit.

Dosenwerfen und Dehnübungen

Auf der knapp zweistündigen Tour wurden schnell Erfahrungen ausgetauscht, Ausgehtipps gegeben, Kontakte geknüpft - meist auf Deutsch, aber schon der Flyer von "Panke belebt!" zeigt die angestrebte Multikulturalität, denn die Tipps für Dehnübungen und Augenkoordination könnten problemlos auch auf Arabisch und Türkisch weitergegeben werden. Im Endeffekt ging alles aber ganz intuitiv, durch Ausprobieren. Und besonders durch die vielen pädagogisch angehauchten Kennenlernspiele konnten Berührungsängste abgebaut werden.

Info-Treffen zur Flussumgestaltung

Alle zusammen für eine grüne Panke

Pankow
Zwischen Dosenwerfen und Dehnübungen kamen dann auch immer wieder interessante Infos zu den jeweiligen Standorten, an denen man sich gerade befand. Los ging es zum Beispiel am Haus Bottrop, dem irgendwie in Vergessenheit geratenen Kulturhaus beim Stattbad. Das Beste wird draus gemacht: Statt sich über das renovierungsbedürftige Dach zu beschweren, finden dort mehr denn je Seniorentreffs statt, für kleines Geld bekommt man Kaffee und Kuchen - oder auch ein verdientes Glas Wein. Malerisch in der Herbstsonne machte sich außerdem die Residenz von Panke Culture aus: Über dem Asphalt der Strand, bei Bambus-Sichtschutz, Bierbänken, Sonnenschirmen und jeder Menge Graffiti kommt an diesem Ort anarchistisch-sommerliches Feeling auf.

Verwitterte Wände, Graffiti am Fluss

So geht es fast überall an der Panke zu. Verwitternde Wände, düstere Unterführungen und die Flussufermauer sind kurzerhand mit großflächiger Dosenspray-Kunst überzogen worden. Da die Panke gerade im Sommer an manchen Stellen auch nur knietief ist, kann man nicht nur als Spielkind zwischen den Schlangenlinien bildenden Flussufermauern waten. Die teils riesigen, teils versteckten Graffitis verleihen dem Flussweg einen prekär-ästhetischen Charme, wie ihn die wenigen Sitzplatz- und Spielwiesenbereiche nicht generieren können.

Und gegen Ende wurden die zugetaggten Tischtennisplatten nahe der Pankstraße kurzerhand zum Buffettisch, mit traditionell aufgekochtem Schwarztee und einigen der selbstgemachten Dips, die die Kräuterdame darbot. In was für einem lebendigen Kiez man doch lebt! Die Initiatoren haben ihren Titel schon passend gewählt: "Panke belebt!" - sowohl Körper und Geist, als auch die Nachbarschaft.

Die nächste Aktion von "Panke belebt" ist das "Wedding Walking II".  Los gehts morgen, am 23. Mai um 15:00 Uhr. Der Start- und Treffpunkt ist Ecke Pankstraße / Walter-Nicklitz-Promenade. Weitere Infos gibt's hier.

Stattbad Wedding

Gerichtstr. 65
13347 Berlin

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Quelle: QIEZ
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1 Beitrag zu diesem Artikel
LesterMaul LesterMaul 14.10.2013 19:20:27
Hoffenlich keine Steinwürfe mehr
Schöne Sache! Leider habe ich zwei negative Erfahrungen beim Radfahren entlang der Panke gemacht: einmal warf ein Junge ein Stein nach mir, als er wegen mir mit seinen Kumpels zur Seite gehen musste, ein anderes Mal hielten Frauen mich an und forderten Geld für die Durchfahrt. Offenbar gibt es bei den örtlichen Migranten die Meinung, dass Radfahrer den Weg nicht benutzen dürfen. Aber sicher waren das nur Einzelfälle?
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