• Freitag, 21. April 2017
  • von Viola Blomberg

Urban Gardening

Kickt Oli Kahn das Himmelbeet ins Aus?

  • Konzert im Himmelbeet
    Konzert unter freiem Himmel: So bunt wie der Kiez zeigt sich auch das Himmelbeet. Foto: externe Quelle - ©Himmelbeet

Die sonst so friedlichen Kiezgärtner rüsten zum Kampf: Auf dem Gelände des interkulturellen Gartenprojekts Himmelbeet im Wedding soll ein Fußballbildungszentrum entstehen. Eine Petition soll das Garten-Aus verhindern.

Die Idylle trügt: Mitten im Wedding, wo zwischen Bohnen, Salat und summenden Bienen seit fünf Jahren das Himmelbeet liegt, ein urbaner Gemeinschaftsgarten , werden die Messer gewetzt. Wenn auch zum Glück nur im übertragenen Sinne: Auf der einen Seite steht das Team Himmelbeet an einem grünen Ort, an dem Jung und Alt beim Gärtnern, Bauen und Kochen zusammenfinden. Außerdem wird mit der Arbeit im Garten die Inklusion von Menschen mit Behinderung und die Integration von Geflüchteten umgesetzt. Das interkulturelle Gartenprojekt zeigt also, dass menschlich zusammenwächst, was zusammen gehört, und dass gesundes Gemüse und frische Kräuter auch direkt vor der großstädtischen Haustür wachsen können.

Auf der anderen Seite tritt die gemeinnützige Organisation Amandla EduFootball an, die von der Oliver-Kahn-Stiftung gefördert wird, um auf der Fläche des Himmelbeets ein Fußballausbildungszentrum zu errichten. Eigentlich auch eine gute Sache, denn hier soll Fußballsozialarbeit geleistet werden, um sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Grundsätzlich begrüßt das Himmelbeet natürlich Initiativen wie diese und eine gemeinsame Flächennutzung wäre sicher ein starkes Zeichen an die Zivilgesellschaft. Warum also schlagen die Kiezgärtner nun Alarm und gehen an die Öffentlichkeit?

Ursprünglich strebte das Himmelbeet eine einvernehmliche Lösung mit Amandla Edu Football und dem Bezirk an. Unter dem Label Green.Urb.Lab sollte ein "Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft" entstehen, wie es in der Petition heißt, die Himmelbeet nun zum Erhalt der Gärten gestartet hat. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Mitte hatte diese Projektidee als Ziel zunächst übernommen und im Mai 2016 einen entsprechenden einstimmigen Beschluss zur Unterstützung gefasst. Doch statt gemeinschaftlichem Wirken für die guten Zwecke und dem geplanten Garten auf dem Dach der Sporthalle , sieht es nun nach einem Alleingang aus. Der Bezirk verhandelt sozusagen exklusiv mit Amandla über einen Vorvertrag, in dem die Zukunft des Gartens angeblich nicht gesichert sei. In einem sogenannten Letter of Intent habe das Bezirksamt die erweiterte Fläche ab dem 1. Januar 2018 an Amandla vertraglich zugesichert. "Über die Nutzung der Fläche wurde ohne uns verhandelt", so Felix Lodes, der Geschäftsführer des Himmelbeets. "Der Letter of Intent spricht komplett gegen unser Projekt", und dem Himmelbeet drohe die Kündigung zum Ende des Jahres 2017.
 

 

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vblomberg

Das Team Himmelbeet fühlt sich übergangen und vor vollendete Tatsachen gestellt. In der öffentlichen Petition an das Bezirksamt in Mitte fordern sie jetzt die gleichberechtigte Beteiligung an den Verhandlungen über die Fläche und das Einhalten des Beschlusses der BVV. Am 28. April trifft sich der Bezirksstadtrat Carsten Spallek (CDU) mit Amandla und dem Himmelbeet, um offene Punkte zum weiteren Vorgehen zu klären. "Bis eine Lösung gefunden wird, wollen wir an Ort und Stelle bleiben“, meint Felix Lodes.

Am 28. April wird ein Treffen zwischen Amandla, Himmelbeet und dem Bezirksamt stattfinden. Bis dahin kannst auch du die Petition "Himmelbeet muss bleiben!" unterstützen.

Himmelbeet Wedding

Ruheplatzstraße 12
13347 Berlin

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Quelle: QIEZ
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