• Freitag, 23. November 2012
  • von Nikolaus Triantafillou

Internet-Plattform für Mieter und Vermieter

Zwischennutzung statt Leerstand

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  • Zwischennutzung Transvaalstraße
    In der Transvaalstraße 13 nutzen mehrere Leute gemeinsam temporär ein leer stehendes Ladengeschäft - unter ihnen Anke Rommel, Gründerin von A-dding. Foto: QIEZ - ©QIEZ
  • Zwischennutzung Transvaalstraße
    Taschen von "Lieblingsstücke", T-Shirts von Rommels Label "Aroshi". Foto: QIEZ - ©QIEZ
  • Zwischennutzung Transvaalstraße
    Lana Melin hat das ICC fotografiert. Foto: QIEZ - ©QIEZ
  • Zwischennutzung Transvaalstraße
    Hier stellt Johanna Gramann Stücke ihres Labels "zeuiks" aus. Foto: QIEZ - ©QIEZ
  • Zwischennutzung Transvaalstraße
    Aus Heizlüftern werden MP3-Player. Foto: QIEZ - ©QIEZ

Die Internet-Plattform a-dding bringt Mieter und Vermieter zusammen, um leer stehende Ladenlokale zu beleben. Als Beispiel für eine gelungene Zwischennutzung dient der gemeinschaftlich geführte Laden von Projektmacherin Anke Rommel im Wedding.

In der Transvaalstraße 13 im Afrikanischen Viertel findet man Mode für Männer und Frauen, Taschen, Fotografien, einen Massagesalon und das Büro einer Fairtrade-Kampagne unter einem Dach. Möglich wurde diese Vielfalt durch einen Zwischennutzungsvertrag, den die Anbieter der Produkte und Dienstleistungen mit dem Vermieter des Ladenlokals geschlossen haben. Anke Rommel, die in dem Laden die T-Shirts ihres Labels aroshi verkauft, möchte dabei helfen, dass sich die Idee der Zwischennutzung leer stehender Geschäfte für kleines Geld weiter verbreitet. Zu diesem Zweck betreibt sie seit Anfang des Jahres die Internet-Plattform a-dding, auf der potenzielle Mieter und Vermieter derartiger Objekte zusammen finden.

Belebung für den Kiez

"Mir geht das ungenutzte Potenzial auf den Keks", bringt Rommel die Beweggründe für die Gründung der Plattform auf den Punkt. "Man geht an Leerstand vorbei und nimmt ihn negativ wahr." Würden brach liegende Ladenlokale jedoch zumindest temporär belebt, steigere dies die Attraktivität der ganzen Umgebung. In ihrem eigenen Laden in der Transvaalstraße finden regelmäßig auch kulturelle Events statt; am 7. Dezember liest der Schauspieler Christoph Quest ("SK Kölsch") aus seinem neuen Gedichtband. Die Reaktionen der Nachbarn sind ausgesprochen positiv – viele seien richtig begeistert, dass der Laden nicht leer stehe und kulturell etwas passiere, erzählt Rommel. Geld verdient sie mit a-dding nicht, sie sieht die Plattform als Beitrag zur Kiezförderung  - und natürlich haben dank ihrer Idee auch die aroshi-Shirts einen schönen Platz.

Für ihr Label skizziert Anke Rommel auf Fotos basierend markante Plätze und Gebäude in Berlin. So entstehen abstrakte Motive für ihre Shirts – mit Bezug zur Stadt, doch erfrischend anders als handelsübliches Berlin-Merchandising. Nachhaltigkeit und ökologische Gesichtspunkte spielen dabei eine wichtige Rolle: "Ich möchte einfach gerne etwas herstellen, was hält", erklärt Rommel.

Mode, Fotografie und Massagen

Modedesignerin ist auch Johanna Gramann. Sie hat sich mit dem Label zeuiks selbstständig gemacht und stellt ihre Kleidungsstücke ebenfalls in der Transvaalstraße aus. Manche von diesen sind vielseitig anwendbar und beispielsweise sowohl als Rock wie auch als Kleid zu tragen. Christoph Alff präsentiert im Laden die Taschen seiner Marke Lieblingsstücke. Von der Fotografin Lara Melin hängen dort Arbeiten, die sich mit dem Thema Denkmalschutz in Berlin auseinandersetzen. Mara Jansen bietet Shiatsu-Massagen an und die Initiative Fairtrade-Town Berlin-Mitte setzt sich dafür ein, dass der Bezirk die Kriterien für das offizielle Fairtrade-Gütesiegel erfüllt.

Das Ladenlokal in der Transvaalstraße beweist, was durch intelligente Zwischennutzung möglich ist. Anke Rommel würde sich wünschen, dass noch mehr Vermieter dieses Potenzial erkennen. Mit a-dding arbeitet Rommel daran, das Bewusstsein für die Möglichkeiten zu verbreiten. Bisher gibt es vor allem aus dem Wedding Anfragen, doch die Plattform steht der ganzen Stadt offen. Persönlich möchte Rommel mit aroshi in ihrem Stadtteil bleiben. Sie wohnt im nahen Sprengelkiez, mag die Heterogenität und das viele Grün im Wedding. Es gebe zwar Probleme, aber dennoch eine gute Mischung im Kiez. Die Gegend entwickle sich von innen heraus und mit Verdrängung würde vorsichtig umgegangen.

Der Laden in der Transvaalstraße 13, Berlin-Wedding, hat montags bis mittwochs von 16 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 16:30 bis 19 Uhr geöffnet. Am Freitag, 7. Dezember, vor der Lesung von Christoph Quest, öffnet der Laden um 16:30 Uhr. Speisen und Getränke können zur Lesung selbst mitgebracht werden. Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr und ist kostenlos – Spenden sind natürlich willkommen. a-dding ist unter der Adresse www.a-dding.de zu finden.

 

Kennen Sie einen guten temporär genutzten Laden in Ihrer Nähe? Oder gehört Ihnen ein leerstehendes Ladenlokal, das Sie für eine Zwischennutzung vergeben würden? Schreiben Sie uns!

Adresse

Transvaalstraße 13
13351 Berlin

Entdecke deinen Kiez mit unserer Karte! aufklappen

 
Quelle: QIEZ
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