Friedrichshagen, Köpenick, Müggelheim
Immobiliendeal mit Investor geplatzt

Der Müggelturm wackelt finanziell

Der Müggelturm wackelt finanziell
Der Müggelturm: endlich mit himmlischer Zukunft?
Der Finanzsenator verweigert die Zustimmung zu einem Geschäft zwischen Müggelturm-Investor Matthias Große und dem landeseigenen Immobilienunternehmen Degewo. Dadurch ist nun auch der Umbau des Ausflugsziels gefährdet.

Ein bereits mit einem Kaufvertrag besiegeltes Immobiliengeschäft zwischen der Degewo und einer Projektgesellschaft für den Bau von 80 seniorengerechten Wohnungen in Friedrichshagen ist wegen des Vetos der Finanzverwaltung vorerst geplatzt. Das landeseigene Wohnungsunternehmen sollte die Projektgesellschaft übernehmen. Eine Sprecherin von Senator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) bestätigte, dass man „die Degewo gebeten hat zu prüfen, ob ein Direkterwerb des Grundstücks besser sei als die Übernahme einer Projektgesellschaft mit unbekannten Risiken“.

Geschäfte wie dieses kommen in der Baubranche jedoch häufig vor. Im konkreten Fall hatten Geschäftsführung und Aufsichtsrat der Degewo bereits ihre Zustimmung zum notariell beurkundeten Vertrag gegeben, der auch der Finanzverwaltung seit geraumer Zeit vorlag. Ein Kauf des Grundstücks allein macht aus steuerlichen Gründen keinen Sinn: „Dann könnte ich es gleich verschenken“, sagt Matthias Große, dessen Projektgesellschaft in die Degewo gehen sollte.

Uneinigkeit im Senat

Der Senator für Stadtentwicklung Michael Müller und der für den Wohnungsbau zuständige Staatssekretär Ephraim Gothe (beide SPD) hatten sich persönlich für das Vorhaben stark gemacht. Die Verwaltung für Stadtentwicklung ist mit der Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten neuen Wohnungspolitik zur Bekämpfung des Mietenanstiegs betraut. Den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften kommt dabei eine zentrale Rolle zu: Sie sollen ihre Wohnungsbestände vergrößern, um ein Angebot für Haushalte mit niedrigem Einkommen bereitzuhalten.

„Der Finanzsenator sollte den Bau von Wohnungen zulassen und nicht verhindern“, sagt Projektentwickler Matthias Große. Er sieht sich als Opfer des senatsinternen Streits um die Berliner Liegenschaftspolitik. Bei der Degewo spricht man davon, dass die Wünsche der Finanzverwaltung geprüft würden. Allerdings ist intern die Zuversicht wohl gering, dass der Kauf noch zustande kommt. Entwickler Große ärgert sich: „Wir warten seit Ende März auf die Zustimmung.“ Seit 2009 plane er an dem Projekt. Treptow-Köpenicks Bürgermeister, der Baustadtrat sowie die Degewo-Vorstände hätten sich in der Angelegenheit wiederholt vergeblich an den Finanzsenator Nußbaum gewandt. Risiken gibt es nach Großes Angaben bei dem Projekt keine. Die Gesellschaft existiere nur als ein Stück Papier und habe keine Mitarbeiter.

Zukunft des Müggelturms ungewiss

Der Verkauf über Projektgesellschaften hat offensichtlich den Sinn, Steuern zu sparen. Bei einem direkten Verkauf hätte die Finanzverwaltung zwar nicht zustimmen müssen, doch wären laut Große achtmal so hohe Steuern fällig geworden.

Ein Scheitern des Geschäfts würde auch die Sanierung des Müggelturms gefährden, den der Unternehmer 2011 übernahm. „Die Hälfte der Erträge durch die Projektentwicklung sollte in die Sanierung fließen“, sagt Große. Ohne die Einnahmen aus dem Wohnungsprojekt am Müggelseedamm fehle ihm eine siebenstellige Summe. In das populäre Ausflugsziel in den Müggelbergen möchte Große fast eine Million Euro investieren.

Der Kaufvertrag für den Turm wird allerdings erst gültig, wenn der Rechtsstreit mit dem Noch-Eigentümer entschieden ist. Die juristische Auseinandersetzung könnte sich über Jahre erstrecken, denn der aktuelle Besitzer will das Areal nicht abgeben und vor Gericht bis zur letzten Instanz gehen.

Müggelturm, Straße zum Müggelturm, 12559 Berlin

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