Wiedereröffnung am Potsdamer Platz

Ein Museum für die Mode

Ein Museum für die Mode
Kleider der 1960er Jahre von Jean Patou, Christóbal Balenciaga und Jean Dessès in der Modegalerie des Kunstgewerbemuseums. Zur Foto-Galerie
Kulturforum - Nach fast dreijähriger Bautätigkeit ist das grundlegend umgestaltete Kunstgewerbemuseum ab 22. November 2014 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Erstmals erhält Berlin in den neuen Räumlichkeiten eine umfassende Dauerausstellung zum Thema Mode.

Das Kunstgewerbemuseum traf vor seiner vorläufigen Schließung 2012 nicht unbedingt den Nerv der Zeit. 1868 als Deutsches Gewerbe Museum gegründet, präsentierte man seit Mitte der 80er Jahre in einem von Architekt Rolf Gutbrod entworfenen Museumsneubau europäisches Kunsthandwerk, Porzellane, Möbel und modernes Industriedesign. Glanzstücke der Schau waren der Welfenschatz und das Lüneburger Ratssilber. Ganz sicher bedeutende Exponate – die allerdings nie eine große Masse an Museumsbesuchern anlocken konnten. Auch die etwas veraltet wirkende Präsentation im Museumsgebäude dürfte an diesem Umstand Schuld gewesen sein.

Doch nun ist fast alles neu und vieles anders. Ein frischer Wind weht durch das Kunstgewerbemuseum. Und den verdankt es zwei Umständen. Zum einen wurde 2003 durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz für sechs Millionen Euro eine der wertvollsten privaten Modesammlungen der Welt erworben. Dieser Schatz, der von Reifröcken und Roben bis zu Kleidern von Coco Chanel einen Streifzug durch die Welt der Mode und Accessoires vom 18. bis zum 20. Jahrhundert ermöglicht, bildet nun das neue Herzstück der Dauerausstellung. Präsentiert werden die rund 130 Kostüme in abgedunkelten Räumlichkeiten mit eingebauten Großvitrinen – einer Art Schaufensterpassage also, die zu einem Streifzug durch die Modegeschichte einlädt.

Modehauptstadt Berlin

Die Initiatoren erhoffen sich viel von den neuen Exponaten: „Der neue Schwerpunkt des Kunstgewerbemuseums bietet auch die Möglichkeit einer langfristigen Standortprofilierung für das gesamte Kulturforum als Sammlungs-, Kompetenz- und Ausstellungszentrum für Mode im Herzen Berlins: Im Zusammenspiel mit anderen hier angesiedelten Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin – vor allem der Kunstbibliothek mit der „Sammlung Modebild. Lipperheidesche Kostümbibliothek“ – entsteht ein Ort, an dem Modegeschichte vielfältig erlebbar ist“, so Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin.

Foyer. (c) Staatliche Museen zu Berlin / Achim Kleuker
Doch nicht nur die neue Sammlung bringt frischen Wind ins Kunstgewerbemuseum: Auch Innenarchitektur und Wegeleitsystem wurden durch das Architekturbüro Kuehn Malvezzi grundlegend reformiert. Die Neugestaltung setzt auf Wechselbeziehungen von Innen und Außenraum, einen klar gegliederten Servicebereich im Eingangsfoyer, einen durch Raum-im-Raum-Elemente gegliederten offenen Parcours durch die neu gestalteten Abteilungen Mode, Design und Jugendstil, die bewusste Inszenierung der Sammlungsexponate sowie ein einprägsames Leit- und Informationssystem.

Neben der Mode bleiben natürlich auch weitere Schwerpunkte des Hauses erhalten. Insgesamt gliedert sich die neue Dauerausstellung in vier Teile: Während man sich im Keller dem klassischen Design widmet, wird im Erdgeschoss die Schatzkunst des Mittelalters und der Renaissance präsentiert. Im Obergeschoss kann der Besucher luxuriöse Objektgruppen der Renaissance, des Barock und des Rokoko begutachten und im neu geschaffenen Eingangsgeschoss findet man die angesprochene Modegalerie.

Am 22. und 23. November wird das Kunstgewerbemuseum mit einem Wochenende für die ganze Familie wiedereröffnet. Weitere Infos findest du hier.

Foto Galerie

Kunstgewerbemuseum, Matthäikirchpl. 4/6, 10785 Berlin

Telefon 030 266424242
Fax 030 266422290

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ab 22. November 2015
Dienstag bis Freitag 10:00 bis 18:00 Uhr
Samstag und Sonntag 11:00 bis 18:00 Uhr

Kunstgewerbemuseum

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