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Neu in Wilmersdorf: Authentisch Griechisch im Spentzas

Neu in Wilmersdorf: Authentisch Griechisch im Spentzas
Griechisches Essen hat zwar keine Instagram-Kredibilität, dafür schmeckt's aber verdammt gut.
Ouzo, Gyros, Zaziki. Bei diesen Schlagworten denken die meisten eher an Völlerei und eine (Knoblauch-)Fahne als an einen kulinarischen Hochgenuss. In Wilmersdorf wirst du jetzt eines Besseren belehrt. Denn dort gibt es die volle Packung griechische Hochkultur.

So richtig gute griechische Restaurants gibt es in Berlin eher selten. Dabei hat die hellenische Halbinsel doch so viel zu bieten! Die volle Packung Griechenland gibt es neuerdings im Güntzelkiez im neuen Restaurant Spentzas. Denn dort schmeckt nicht nur das Essen, das Personal glänzt auch mit geballter Freundlichkeit, die Räume sind urgemütlich und picobello hergerichtet und auf Nachfrage wird dir so ziemlich jede Extrawurst gebraten.

Griechische Gastfreundschaft zu gutem Essen

Wir schauen uns das große Lokal zur Mittagszeit mal genauer an, denn unter der Woche gibt es hier Lunch. Der Laden ist jetzt schon gut besucht. Die Mischung ist bunt – von der Wilmersdorfer Witwe, die sich mit den Freundinnen ein Weinchen gönnt, bis zu den Geschäftsleuten aus der Büro-Nachbarschaft, die mit Smartphone und zurückgeklappter Krawatte speisen. Wir probieren uns einmal quer durch die abwechslungsreiche Wochenkarte und sind ausnahmslos zufrieden: Das Gyros hat genau die richtige Größe, ist nicht zu fettig und gut gewürzt, der Zaziki an der Seite sowieso. Wer doch eine Extraportion Würze braucht, greift in die Etagere auf dem Tisch zu original griechischem Salz. Die Dorade mit Risotto kommt auf den Punkt gegart und wird von unserem Kollegen mit griechischen Wurzeln als „Offenbarung“ gelobt. Zur mit Käse überbackenen Aubergine gibt es auf Nachfrage eine Portion Reisnudeln on top – nicht nur mit einem netten Lächeln serviert, sondern auch noch gratis.

Inneneinrichtung griechisches Restaurant

Durch blauen Samt auf den Bänken und große Fensterfronten wird "typisch Griechisch" ein bisschen moderner.

Auch aus den Gerichten von der festen Karte dürfen wir zum Mittag wählen – und entscheiden, dass wir definitiv noch einmal mit mehr Zeit und Hunger wiederkommen müssen. Vorspeisen abseits vom Standard gibt es mit Käsebällchen in griechischem Joghurt, Löwenzahn mit Olivenöl oder diversen hausgemachten Pasten und Pürees. Die Hauptspeisen bieten einen tollen Einblick ins Repertoire der griechischen Küche – von Klassikern wie Bifteka über Rinderleber vom Grill mit Pitabrot bis zu Geschmortem aus dem Steintopf. In Sachen Dessert lässt man sich ebenso wenig lumpen: gebackene Hefebällchen (Loukoumades), gefüllter Blätterteig mit Joghurt und (natürlich) griechischer Joghurt.

Beschwipstes Fazit

Als Absacker gibt es ein (für die Mittagszeit ziemlich großes) Glas Ouzo auf Eis. Wer mit klarem Kopf weiterarbeiten muss oder will bekommt alternativ auch Kaffee. Unser Kollege (der mit den griechischen Wurzeln) fragt nach „dem Frappé“. Denn den bekommen so angeblich nur die wahren Griechen hin. Und natürlich kommt und begeistert auch der, obwohl er weder auf der Karte steht noch als „kleiner Absacker“ durchgeht. Eigentlich. Aber geht nicht, gibt’s hier offenbar erst einmal nicht. Wie das eben so ist in einem Glücksfall wie diesem, wenn man ein authentisches griechisches Restaurant aufgestöbert hat. Wer also ein solches sucht, der sollte ganz dringend mal bei Spentzas vorbeischauen.

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