• Dienstag, 28. Februar 2012

Enoteca Blanck & Weber in Wilmersdorf

Auf ein Glas oder zwei

  • Die Enoteca Blanck & Weber in Wilmersdorf
    Die Weinhändler Jürgen Weber und Werner Blanck in ihrer Enoteca Foto: Der Tagesspiegel - ©Kitty Kleist-Heinrich

Darf's ein Gläschen von dem Roten sein? In der Weinhandlung Enoteca Blanck & Weber in Wilmersdorf muss keiner nach Etikett kaufen. Dafür sorgen die beiden Inhaber Jürgen Weber und Werner Blanck, die schon die interessantesten Weine Italiens in Berlin bekannt gemacht haben.

Wer trinkt denn schon deutschen Wein! Vor nicht allzu langer Zeit rümpfte der Connaisseur schon beim bloßen Gedanken daran die Nase. Ihm kamen nur Franzosen, Italiener und Spanier ins Glas. „Deutschen Wein musste man den Leuten früher nachtragen“, sagen Jürgen Weber und Werner Blanck. Heute ist er gleich am Eingang ihres Ladens in Wilmersdorf platziert: Philipp Kuhn, Matthias Gaul, Bassermann Jordan, Juliusspital. Feinste Weine zu moderaten Preisen.

Zum Weinhändler gereift

Es hat sich viel verändert, bei den Winzern ebenso wie bei den Kunden, seit der Laden in der Ludwigkirchstraße 1998 eröffnet hat. Und noch mehr, seit Werner Blanck in dem dunklen Kellergeschäft von Klaus Griepenburg in der Holsteinischen Straße in den 80er Jahren als Aushilfe jobbte. Eigentlich war er Kunde dort. „Und dann hatte ich den Laden plötzlich an der Backe“, erzählt Blanck und lacht. 1993 war das.

In den 70er Jahren hatten sich Jürgen Weber und Werner Blanck bei der Arbeit dort kennengelernt, der Norddeutsche und der Schwabe. Jürgen Weber hatte schon als Jugendlicher seinen Vater auf Exkursionen ins Elsass begleitet, wo sie nach einem guten Essen bei den Weingütern einkaufen gingen. Und er war später oft bei seiner Schwester, die in Südfrankreich lebt. Werner Blanck kam in Italien auf den Geschmack. Eher zufällig fand er sich auf der Rückreise von Griechenland in Rom wieder. Es war eine Entdeckung. So etwas hatte Blanck noch nicht erlebt, welchen Stellenwert der Genuss hat.

Ambiente wie in einer Altbauwohnung

Entspannt geht es in der Weinhandlung zu. Hier kann man spanischen Ribera del Duero für 35 Euro, prima Chianti und Brände kaufen, auch ein paar erlesene Lebensmittel, feine Pasta, alten Balsamico, Kapern. Man pflegt ein freundschaftliches Verhältnis zu den Kunden, unter denen viele Frauen sind, plaudert über Wein, Bücher und Musik. Oder das Fischfilet, das es am Abend geben soll, und was am besten damit harmoniert. Blanck und Weber sind leidenschaftliche Köche, für sie gehören Wein und gutes Essen einfach zusammen.

Ein bisschen ist es, als käme man zu jemandem nach Hause in die Berliner Altbauwohnung mit Parkett auf dem Boden, Stuck an der Decke und Backstein an der Wand. Die Einrichtung ist geschmackvoll auf zurückhaltende Art, im Mittelpunkt steht ein großer Holztisch, den ihnen ein Kunde, ein Architekt, entworfen hat. Der Tisch ist ein Zeichen der Gastfreundschaft, auf ihm steht immer was zum Kosten bereit. Und wenn jemand neugierig auf eine Flasche ist, wird auch die geöffnet.

Bella Italia und wieder zurück

Italien sind Blanck und Weber treu geblieben, der Wein bildet immer noch einen Schwerpunkt des Ladens an der kulinarischen Kurzstrecke Berlins: Auf dem Abschnitt zwischen Uhland- und Fasanenstraße kommt ein Feinkostladen nach dem nächsten, darunter Biobäcker Tillmann und einer der besten Gemüsehändler der Stadt. Im Moment schwärmen die Weinhändler besonders für Apulien und Sizilien, „da kann man noch viel entdecken“. Und die Entdeckungslust spornt sie an. Blanck und Weber, die sich ganz auf Europa konzentrieren, haben etliche Winzer, die es nirgends sonst in Berlin gibt, sie importieren fast alles direkt. Deshalb streifen sie auch mal eine Woche lang durch Venetien, auf der Suche nach einem leckeren Prosecco. Der, den sie dabei entdeckt haben, ist ihr Bestseller. Vom Mass Bianchet für sechs Euro verkaufen sie 12 000 Flaschen im Jahr.

Enoteca Blanck & Weber

Ludwigkirchstraße 11
10719 Berlin

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Quelle: Der Tagesspiegel
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