Gastbeitrag des BBWA

Humboldt’sche Häuser in Tegel

Humboldt’sche Häuser in Tegel
Der architektonisch anspruchsvolle Bibliotheksbau ist nach den Gebrüdern Humboldt benannt.
Die Geschichte Tegels ist geprägt von den Gebrüdern Humboldt. Nach ihnen wurde im Laufe der Zeit das ein oder andere Bauwerk benannt.

„Das Teufelspack, es fragt nach keiner Regel. Wir sind so klug, und dennoch spukt’s in  Tegel“, heißt es in Goethes „Faust“. Von den Gerüchten über Spuk im Tegeler Forsthaus hatte er auf dem Humboldt’schen Gut Tegel 1778 erfahren. Die Familie von Alexander Georg von Humboldt besaß es seit 1766. Die Söhne Wilhelm und Alexander verschafften dem Namen Humboldt Weltruhm – der eine als Minister und Bildungsreformer, der andere als Naturwissenschaftler. Das Schloss gestaltete Schinkel 1821 bis 1824 um.

Die Humboldtmühle

Die Mühle, deren Geschichte bis in das 14. Jahrhundert zurückreicht, bezog das für ihr  Wasserrad benötigte Antriebswasser aus dem aufgestauten Tegeler Fließ. Mit der preußischen Mühlenordnung entfiel 1810 der Mahlzwang. Bis 1840 entstanden allein um die Hermsdorfer Mühle 46 Betriebe. Erst mit der Dampfkraft in der Tegeler Mühle 1848 konnte sich diese einen Vorsprung sichern. Nun entfiel auch die Aufstauung des Fließes. Es wurde als Verkehrsanbindung von der Humboldtmühle abwärts vertieft, die den Namen als Bestandteil des Gutes trug. 1897 erweiterte der neue Besitzer die Kapazität durch den Bau eines dreistöckigen Mühlenhauses. Der 1908 angelegte Tegeler Hafen wurde bis 1945 ein wichtiger Güterumschlagplatz dank der Industriebahn Tegel-Friedrichsfelde.

Neue Perspektiven

Während das Tegeler Fließ zu einem Naturschutzareal umgewidmet wurde, entstand im verwaisten Hafengebiet ein Wohnareal mit Stadtvillen und einem architektonisch anspruchsvollen Bibliotheksneubau, ebenfalls nach den Humboldts benannt, als Zentralbibliothek des Bezirks Reinickendorf. Auch für die nicht genutzten Mühlengebäude fand sich eine neue Nutzung als Rehabilitationszentrum des Medical Parks Berlin-Humboldtmühle.    

Dieser Artikel wurde uns zur Verfügung gestellt vom Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv (BBWA). Über viele Facetten der Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte gibt es heute keine Unterlagen mehr. Das Wirtschaftsarchiv hat die Aufgabe, Unterlagen zur Berliner Wirtschaft zu sichern und für die Nachwelt zu erhalten. Hinweise hierzu sind herzlich willkommen.    


Quelle: kompakt

Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv, Eichborndamm 167, 13403 Berlin
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