Gastbeitrag des BBWA

Film und Turmbau aus Tempelhof

Film und Turmbau aus Tempelhof
Das Filmatelier der Ufa in Tempelhof Zur Foto-Galerie
Tempelhof erlebte um das 19. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit. Neben seinen Turmbauspezialisten, deren Kunst bis heute in der ganzen Welt zu bewundern ist, war der Stadtteil im Süden Berlins auch für seine großen Spielfilmproduktionen bekannt.

Berlins wirtschaftliches Wachstum und die rasant steigende Bevölkerungszahl machten es notwendig, ab 1867 die Ringbahn zu bauen. Sie verband nicht nur die zahlreichen Kopfbahnhöfe des Fernverkehrs, sondern verschaffte vor allem dem Güterverkehr der boomenden Unternehmen Transportkapazitäten. In Wechselwirkung schuf die Ringbahn Anreize zur Unternehmensansiedlung. Es bildeten sich Industriegebiete wie die Grundstücke an der Ringbahnstraße heraus, die bis heute traditionelle Standorte sind.

Steffens & Nölle
Hier befand sich das Stammhaus des Stahlbauunternehmens Steffens & Nölle, das auf Turmbauten spezialisiert war. 1924 bis 1926 errichtete es den Berliner Funkturm. Funkmasten und Funktürme des Tempelhofer Spezialisten stehen heute rund um den Globus.  

Der blaue Engel

Am Rand des Tempelhofer Feldes auf dem ehemaligen Gelände des preußischen Heeres entstand südlich der Ringbahn an der Oberlandstraße ein deutsches Filmzentrum: In zwei hoch gelegenen, großen Hallen lagen die Filmateliers der Universum Film Aktiengesellschaft, kurz Ufa. Diese sahen wie Gewächshäuser aus, weil sie ganz aus Glas waren. Film brauchte viel Licht, und 1909 war die Sonne wichtiger Beleuchter. Im Ufa-Zweigbetrieb Tempelhof, seinen dann vier Aufnahmehallen mit 2.700 m² Atelierfläche konnten 18 bis 20 abendfüllende Spielfilme im Jahr hergestellt werden. Der vielleicht bekannteste Film Tempelhofs war „Der blaue Engel“.   

Dieser Artikel wurde uns zur Verfügung gestellt vom Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv (BBWA). Über viele Facetten der Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte gibt es heute keine Unterlagen mehr. Das Wirtschaftsarchiv hat die Aufgabe, Unterlagen zur Berliner Wirtschaft zu sichern und für die Nachwelt zu erhalten. Hinweise hierzu sind herzlich willkommen.

Foto Galerie


Quelle: kompakt

Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv, Eichborndamm 167, 13403 Berlin

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