Gastbeitrag des BBWA

Zeugnisse jüdischen Unternehmertums

Zeugnisse jüdischen Unternehmertums
Auf dem 42 Hektar großen Jüdischen Friedhof in Weißensee zeugen zahlreiche Gräber von dem Einfluss jüdischen Unternehmertums zu Kaiserzeiten und während der Weimarer Republik.
Komponistenviertel - Auf dem 1880 eröffneten Weißenseer Friedhof liegen unter anderem der Physiker Hermann Aron, dem wir den Stromzähler verdanken, Max Hirsch, der zusammen mit Franz Gustav Duncker den nach ihnen benannten Gewerkverein gründete, sowie der Gründer des S. Fischer-Verlags, Samuel Fischer. Sie alle hinterließen ihre individuellen Spuren jüdischen Unternehmertums.

Die Verleihung eines Kommerzienrat-Titels war die Erwähnung auf dem Grabstein wert, weshalb der Bankier Sigmund Aschrott darauf nicht verzichtete. Er beauftragte hierfür den berühmten Architekten Bruno Schmitz. Dieser hatte unter anderem die Denkmäler auf dem Kyffhäuser, auf der Porta Westfalica, am Deutschen Eck in Koblenz und das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig erbaut.

Ideenträger und Unternehmer

Auch Rudolf Mosse fand hier seine letzte Ruhestätte. Er baute einen Anzeigen- und Pressekonzern auf, zu dem das liberale „Berliner Tageblatt“, Adressbuch- und Telefonbuchverlage gehörten. Ebenfalls hier bestattet wurde Adolf Jandorf, der als Anerkennung für seine Verdienste zum Kommerzienrat ernannt wurde. Er brachte aus den USA die Idee der Warenhäuser nach Deutschland. Ihm gehörten u. a. das KaDeWe, das Warenhaus am Halleschen Tor und das Warenhaus in der Brunnen-/ Ecke Veteranenstraße. So schildern diese Grabstätten das breite Spektrum jüdischer Unternehmertätigkeit in der Kaiserzeit und der Weimarer Republik, die in der NS-Zeit mit Verfolgung, „Arisierungen“ und Mord beendet wurde.   

Dieser Artikel wurde uns zur Verfügung gestellt vom Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchiv (BBWA). Über viele Facetten der Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte gibt es heute keine Unterlagen mehr. Das Wirtschaftsarchiv hat die Aufgabe, Unterlagen zur Berliner Wirtschaft zu sichern und für die Nachwelt zu erhalten. Hinweise hierzu sind herzlich willkommen.    


Quelle: kompakt

Berlin-Brandenburgisches Wirtschaftsarchiv, Eichborndamm 167, 13403 Berlin
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