Pfandflaschen-Debatte in Pankow

Wohin mit dem Leergut?

Wohin mit dem Leergut?
Eine Obdachlose sucht in einem Mülleimer nach Pfandflaschen.
Pankows öffentliche Papierkörbe sollen aus ökologischen und sozialen Gründen demnächst mit extra Vorrichtungen für Pfandflaschen ausgestattet werden.

Die Pankower Linke plädiert dafür, gesonderte Flaschenbehälter an Mülleimern anzubringen, die vor allem Flaschensammlern „das entwürdigende und gefährliche Greifen in den Papierkorb ersparen“. Auch Grüne und Piraten sind dieser Meinung. „Da die BSR bislang keine Aktivität gezeigt hat, sollte das Bezirksamt initiativ werden“, heißt es im Antrag der Linksfraktion an die Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Der Ausschuss für öffentliche Ordnung hat schon zugestimmt, Ende Januar wird eine Entscheidung in der BVV getroffen.

Pankows Bezirksverordnete sind nicht die ersten, die sich über das Wohl der Flaschensammler Gedanken machen. Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es bereits seit Herbst letzten Jahres eine entsprechende Initiative. Das Getränkehersteller-Projekt „Pfand gehört daneben“, an dem sich Bands wie die Beatsteaks oder Jennifer Rostock beteiligen, engagiert sich ebenfalls in Sachen Pfandflaschen.

Pfandflaschen, ein Gefahrenfaktor im Straßenverkehr

Die Pfandflaschensammler müssten gesundheitliche Gefahren auf sich nehmen; außerdem würden leere Flaschen, die nicht mehr in die überfüllten Papierkörbe passen, Fußgänger, Radverkehr, öffentliche Verkehrsmittel und Autofahrer gefährden, so die Bedenken der Linken. „Es ist dringend notwendig, dass die Politik sich kümmert“, sagt Matthias Zarbock, Geschäftsführer der Linksfraktion in der BVV Pankow.

Wie genau die zusätzlichen Flaschenbehälter aussehen sollen, ist noch nicht klar. Denkbar wären ein Pfandring, der 2012 an der Akademie für Gestaltung in Köln entwickelt wurde, oder eine normale Getränkekiste, die dank eines Lochs in der Mitte um einen Mülleimerpfahl passt. Die BSR zeigt sich jedoch skeptisch, „zu einem begrenzten Pilotversuch“ wäre sie aber laut Unternehmenssprecherin Sabine Thümler bereit.

Bezirksamt Pankow, Breite Str. 24A-26, 13187 Berlin

Telefon 030 90295-0 oder 115
Fax 030 90295-2244

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