Festakt zum Jubiläum des Wohngebiets

40 Jahre Frankfurter Allee Süd

Die St. Mauritius Kirche im Wohngebiet Frankfurter Allee Süd.
Die St. Mauritius Kirche im Wohngebiet Frankfurter Allee Süd.
In den Siebzigerjahren entstand in Lichtenberg die Großsiedlung Frankfurter Allee Süd, kleinere Wohnhäuser und Betriebe wurden abgerissen. Grund war die Wohnungsnot in der Innenstadt. Auch wenn das Projekt städteplanerisch heute nicht mehr als der letzte Schrei gilt, wird am 19. Januar das 40-jährige Bestehen der Siedlung gefeiert.

Das Neubaugebiet Frankfurter Allee Süd ist ein Produkt der Wohnungsknappheit im Ost-Berlin der Sechzigerjahre. Die DDR-Planung sah für das zuvor locker bebaute Gebiet im Südwesten Lichtenbergs hohe Mietshäuser vor; ein Großteil der bestehenden Bauten, verstreute kleinere Wohnhäuser, Kleinbetriebe und -gärten sowie das Gemeindehaus der St. Mauritius Kirche, musste weichen. In den Siebzigern galt die neue Siedlung als ein Pilotprojekt für die städtebauliche Entwicklung. Begrenzt wird das Wohngebiet im Norden von der Frankfurter Allee, auf allen anderen Seiten durch Bahngleise. Die Straßennamen erinnern an die Organisation „Rote Kapelle“, die Widerstand gegen die Nationalsozialisten leistete.

Die Städteplanung hat sich weiterentwickelt – dennoch stellt das 40-jährige Jubiläum der Frankfurter Allee Süd einen Grund zum Feiern da. Die Kulturstadträtin von Lichtenberg Kerstin Beurich (SPD) erklärt: „Die Frankfurter Allee Süd stellte schon immer einen eigenen Mikrokosmos im Bezirk dar. Noch heute erfreut sich das Wohngebiet großer Beliebtheit.“ Zur Zufriedenheit der Bewohner dürfte die umfangreiche Sanierung der Siedlung in den frühen Neunzigerjahren beigetragen haben.

Nur wenige Baudenkmäler

Vermissen werden sie möglicherweise Sehenswürdigkeiten. Zu den wenigen erwähnenswerten Einzelgebäuden gehören die unter Denkmalschutz stehende St. Mauritius Kirche und eine Villa in der John-Sieg-Straße, die von Künstlern genutzt wird. Seit dem letzten Jahr arbeitet darüber hinaus der Maler Christian Awe an einem riesigen Wandbild, das die Wohnungsgesellschaft HOWOGE in Auftrag gegeben hat.

Im Nachbarschaftshaus Orangerie wird am Samstag, 19. Januar, das Jubiläum des Wohngebiets mit einem Festakt gewürdigt. Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD), Baustadtrat Wilfried Nünthel (CDU) und Kulturstadträtin Beurich werden vor Ort sein. Der Architekt Thorleif Neuer berichtet über die Entstehungsgeschichte der Siedlung, eine Fotoausstellung gibt weitere Eindrücke aus den letzten 40 Jahren wieder. Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung von Mitgliedern der Schostakowitsch-Musikschule Lichtenberg, die Klänge aus der Entstehungszeit der Frankfurter Allee Süd zum Besten geben.

Der Festakt zum 40-jährigen Bestehen des Wohngebiets Frankfurter Allee Süd findet am 19. Januar um 17 Uhr im Nachbarschaftshaus Orangerie statt.

Kiezspinne - Nachbarschaftshaus Orangerie, Schulze-Boysen-Straße 38, 10365 Berlin

Hier sind die Kiezspinne e.V. und der Selbsthilfetreff Synapse seit 2005 untergebracht.

Hier sind die Kiezspinne e.V. und der Selbsthilfetreff Synapse seit 2005 untergebracht.

Weitere Artikel zum Thema