Inklusives Wohnprojekt in Zehlendorf

"Am Ende wird alles gut!"

Zahlreiche interessierte Anwohner und Unterstützer des Vereins Zukunftssicherung kamen am Freitag zur Eröffnung des neuen inklusiven Wohnprojektes in Zehlendorf. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie!
Zahlreiche interessierte Anwohner und Unterstützer des Vereins Zukunftssicherung kamen am Freitag zur Eröffnung des neuen inklusiven Wohnprojektes in Zehlendorf. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie! Zur Foto-Galerie
Trotz vieler bürokratischer Hürden, die das Projekt in seiner Entstehungsphase überwinden musste, konnte der Elternverein Zukunftssicherung am 2. November in Zehlendorf ein vorbildliches Wohnprojekt für Menschen mit Behinderung einweihen.

In einem denkmalgschützten Haus in der Straße Im Mühlenfelde in Zehlendorf werden künftig 23 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung ein neues Zuhause finden. Ganz im Sinne der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen legte der Elternverein Zukunftssicherung bei der Entwicklung des neuen Wohnprojektes besonderen Wert auf die sogenannte Inklusion – die uneingeschränkte Möglichkeit zur Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und die Wahrung der Unabhängigkeit behinderter Menschen.

Auch die Integration in die Nachbarschaft ist dem Verein wichtig. „Wir wollen einen Ort der Begegnung schaffen und die Grenzen zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten verwischen“, so Fritz Kraft, Vorstand des Elternvereins. Bereits am Freitag zeigte sich der Erfolg dieses Ansatzes: Viele Menschen und Freunde aus dem Kiez nahmen an der feierlichen Einweihung des neuen Wohnprojektes teil und ließen sich interessiert die  – noch uneingerichteten – Räumlichkeiten des umgestalteten Hauses zeigen.

Viel Raum für ein selbstbestimmtes Leben

Verschiedene Wohnformen – Wohngemeinschaften, Paar- und Einzelwohnungen – stehen den neuen Bewohnern in ihrem künftigen Zuhause offen. Und auch die Gestaltung ihrer Zimmer oder die Art und Weise ihrer ambulanten Pflege haben die Bewohner und ihre Familien selbst in der Hand. Ermöglicht wurde das Projekt des seit 1973 aktiven Elternvereins Zukunftssicherung durch zahlreiche Spendengelder und eine Fördersumme der Stiftung Deutsche Klassenlotterie. „Insgesamt haben wir zwei Millionen Euro in das einzigartige Wohnprojekt investiert“, so Projektleiter Olaf Seidler.

Seit Oktober 2008 liefen die Planungen für diese neue Form des Verbundwohnens und bei der Eröffnung am 2. November machten viele Verantwortliche klar, auf wie viele verwaltungstechnische Probleme das Projekt in den vergangenen Monaten und Jahren stieß. Auch der zur Eröffnung anwesende Staatssekretär für Gesundheit und Soziales, Michael Büge, kritisierte, dass „die Abkehr von klassischen Betreuungsformen“ bei den zuständigen Behörden allzu häufig auf „Widerstand“ stoße. Büge lobte daher den Mut des Elternvereins und wünschte allen Familien und Bewohnern des Hauses viel Erfolg bei einem „neuen und selbstbestimmten Lebensabschnitt“.

Am 1. Dezember, nach einer großen Party im sogenannten „Kiezladen“, können die neuen Bewohner in ihr künftiges Zuhause einziehen. Alle interessierten Besucher sind herzlich in die Straße Im Mühlenfelde 3-5 in Zehlendorf eingeladen. Weitere Infos zum Elternverein unter www.zukunftssicherung-ev.de.

Foto Galerie

"Am Ende wird alles gut!", Im Mühlenfelde 3, 14167 Berlin

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