Ratgeber

Modernisieren mit Zeitgeist: Awareness im Wohneigentum

chambre mansardée de luxe
Wohnen lässt sich heute definitiv nicht mehr losgelöst von den damit einhergehenden Auswirkungen auf Klima und Umwelt betrachten. Die besten Karten hast du dabei, wenn du zu jener wachsenden Minderheit der Berliner Eigenheimbesitzer gehörst.

Man mag es angesichts der typischen Berliner Bebauung vielleicht nicht glauben, aber im Stadtbereich gibt es fast 171.000 Einfamilienhäuser – von 329.115 Wohngebäuden insgesamt und Tendenz steigend. Zählt man dann noch die Zweifamilienhäuser dazu und das, was direkt jenseits der Stadtgrenze in Brandenburg steht, kommt man auf eine für unsere großstädtischen Verhältnisse wahrscheinlich überraschend große Anzahl.

Doch auch bei uns gilt das, was in ganz Deutschland gilt, der Baubestand ist ziemlich alt; 50 Jahre sind es im Schnitt. Falls du zu denjenigen gehörst, die mit dem Gedanken spielen, ein solches Haus zu erwerben, werden deshalb Modernisierungsmaßnahmen vielfach unumgänglich sein.

Möglich ist dabei vieles. Du kannst dich aber voll auf Awareness gegenüber Klima und Natur fokussieren und damit nicht nur schwer im Trend liegen, sondern durch die gewaltige Hebelwirkung eines Eigenheims wirklich etwas von messbarem Belang beitragen. Was in diesem Fall primär auf deiner Modernisierungs-Agenda stehen sollte und welche Tipps du beachten solltest, zeigt dir dieser Beitrag.

Erhaltenswertes möglichst erhalten

Es ist praktisch der Wesenskern eines Altbaus, dass nicht nur das Gebäude selbst schon einige Jahrzehnte auf den Fundamenten hat, sondern zwischen Lichtschaltern, Treppen und Deckenverkleidungen vieles, was zur festverbauten Einrichtung gehört.

Kaufst du zudem ein solches Haus direkt aus dem bewohnten Bestand, ist es in einigen Situationen zudem absolut möglich, dass im Preis eine komplette Möblierung inbegriffen ist – das ist beispielsweise häufig beim Verkauf nach Trauerfällen so, wenn die Erben sich nicht noch mit dem Ausräumen herumplagen möchten.

Doch ganz gleich, um welches Detail es sich handelt, du solltest dabei grundsätzlich vier wichtige Punkte bedenken:

  1. Alles, was du ersetzt, bedeutet Arbeit und zudem Kosten für dich.
  2. Alles, was sich noch im Haus befindet, hat seinen Negativbeitrag für die Umwelt wahrscheinlich durch langjährige Nutzung abgegolten und wird mit jedem weiteren Jahr immer wertvoller.
  3. Alles, was du neu kaufst, muss neu produziert werden – abermals mit entsprechenden Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima.
  4. Vieles, was sich in solchen Altbauten befindet, lässt sich heute nur für sehr teures Geld in ähnlicher Qualität neu beschaffen und manches sogar gar nicht mehr.

Wenn du das Haus frisch erworben hast, wird vielleicht beispielsweise eine von den Jahrzehnten abgedunkelte Holzdecke auf dich fürchterlich spießig wirken und du denkst „bloß raus damit“. Reißt du sie jedoch heraus und landet sie im Container, musst du nicht nur eine neue Deckenverkleidung bezahlen und installieren, sondern verantwortest zudem alle damit einhergehenden umwelttechnischen Auswirkungen.

Eine solche bestehende Decke könntest du alternativ beispielsweise auf verschiedene Arten deutlich heller streichen. Du könntest sie überdies abschleifen, wodurch ebenfalls das hellere Kernholz zum Vorschein käme. Bei sehr vielen anderen Einrichtungsdetails und Möbelstücken funktioniert ähnliches. Immer bedeutet eine solche erhaltende Vorgehensweise, dass du der Umwelt viel Gutes tust und gleichzeitig deinen durch den Hauskauf sowieso belasteten Geldbeutel schonst.

Der geniale Nebeneffekt: Du wirst dich in späteren Jahren niemals ärgern „wie konnte ich nur sowas wegwerfen?“ – etwas, das sehr vielen Käufern eines Altbaus früher oder später passiert, wenn sie beim Entrümpeln allzu voreilig waren.

Übrigens: Das gilt auch für den Garten. Speziell Bäume und Sträucher brauchen Jahre und Jahrzehnte, um wieder solche Größen zu erreichen.

Fokus auf Langlebigkeit und Praxistauglichkeit

Absolut alles an und in einem Gebäude muss hergestellt werden, das wurde bereits skizziert. Damit gilt, dass der negative Fußabdruck auf das Klima nicht nur durch generellen Neukauf wächst, sondern zudem umso größer wird, je überflüssiger und/oder von schlechterer Qualität (und somit kurzlebiger) ein solches Einrichtungsdetail ist.

Hier kommst nun du als Neubesitzer mit einem wahrscheinlich reduzierten Budget ins Spiel. Wenn du zuvor immer nur Mietwohnungen lebtest, die im Vergleich mit einem Haus natürlich kleiner sind, wirst du wahrscheinlich versucht sein, irgendwie diese große Fläche zu füllen. Dabei wird es für die Umwelt riskant. Denn gerade, wenn man nicht viel ausgeben kann, passiert es ganz schnell, dass man dabei Stücke vom Schlag „Hauptsache günstig“ besorgt – und die zudem meist von besonderer Trendigkeit gekennzeichnet sind.

Zwar gilt es nicht universell, aber tatsächlich sind viele dieser Einrichtungselemente von eher schlechter Qualität. Denke an einen billigen Pressspan-Kleiderschrank, der schon nach wenigen Jahren in allen drei Dimensionen wackelt. Zudem ist Trendigkeit ebenfalls schlecht für Langlebigkeit. Denn was sehr trendig ist, wirkt nach dem Ende des Trends rasch völlig veraltet.

Upcycled outdoor seat made from pallets with wood crate as table

Das Befolgen des ersten Kapitels ist ein wichtiger Schritt, um sich hierbei umweltgerecht zu verhalten; denn was du hast, brauchst du nicht mehr zu besorgen. Es geht jedoch noch weiter:

  1. Versuche nicht, deine Räume trotz klammem Budget krampfhaft zu füllen. Insbesondere, wenn es zunächst (etwa Mangels Nachwuchs) für manche Zimmer gar keine Verwendung gibt. Weniger „Plunder“ bedeutet obendrein weniger Zeit fürs Putzen.
  2. Wenn du etwas neu kaufst, dann halte dich fern von allem, was derzeit als angesagt gilt (etwa matte Küchenoberflächen oder ähnliche mitunter ziemlich seichte Wohntrends). Fokussiere dich stattdessen auf Stücke, die in ihrer Optik entweder zeitlos sind oder sich immer wieder leicht umarbeiten lassen.
  3. Nimm lieber etwas mehr Geld für gute Qualität in die Hand und kaufe dafür weniger. Wenn beispielsweise schon zahlreiche Bäume für ein Bett gefällt werden müssen, dann nimm wenigstens eines aus für Jahrzehnte teuglichem Massivholz statt Pressspan.

Zudem solltest du nie vergessen, dass du in der Hauptstadt des Second Hands lebst. Das gilt selbst für Möbel. Vielleicht kannst du sogar dort etwas aus der alten Einrichtung eintauschen, was du wirklich nicht willst – noch klimaschonender geht es kaum. Außerdem wurden Einrichtungen in früheren Jahrzehnten tatsächlich durch die Bank robuster und langlebiger gebaut.

Regenerative Techniken einsetzen

Haus renovieren, grünen Stromtarif abschließen und gut ist? Klar, so könntest du vorgehen. Aber was das Klima anbelangt, wäre das in etwa so, als würdest du in einem richtig genialen Fastfood-Tempel nur eine kleine Pommes ohne alles bestellen; es ginge also deutlich mehr.

Solaranlage wird montiert

Hier kommt nun das Thema Regeneration ins Spiel. Darunter fällt alles, was dafür sorgt, dass die sowieso anfallenden Verbräuche deines Hauses so wenig negativen Eindruck wie möglich auf die Umwelt haben. Im Detail stehen dir hier folgende Optionen zur Verfügung:

  1. Du nutzt eine Solaranlage. Die dahinterstehende Technik verwendet Sonnenenergie sowohl, um Elektrizität zu überzeugen (Photovoltaik) wie zur Wärmeerzeugung (Solarthermie). Lasse von einem Dachdecker oder Statiker prüfen, was dein Dachstuhl aushält und versuche, so viel wie möglich zu installieren.
    Achte dabei darauf, dass diese Systeme nicht nur auf Bundesebene von der KfW-Bank gefördert werden, sondern dass das Land Berlin u.a. ein eigenes Programm für Stromspeicher
  2. Du splittest die Beheizung auf. Brauchwasser kann beispielsweise durch Solarthermie erwärmt oder zumindest unterstützt werden. Gleiches gilt im Fall einer Wärmepumpe sowie einer Belüftung mit Wärmerückführung mit Photovoltaik.
    Ebenfalls regenerativ sind Heizungen, die auf verschiedenen Formen von Holz basieren – vor allem Hackschnitzel und Pellets. Mit entsprechenden Filtern im Schornstein hat dies keine Auswirkungen auf die Feinstaubbelastung.
  3. Du nutzt eigenes Wasser. Ganz besonders, wenn sowieso deine Rohrleitungen erneuert werden müssen, ist es ein leichtes, beispielsweise die Rohre der Toiletten so vom restlichen System abzukoppeln, dass sie mit Regenwasser arbeiten – welches du in einer Zisterne sammelst. Mit zwischengeschalteten Filtern kann damit sogar deine Waschmaschine laufen.
    Tatsächlich könntest du sogar aufs Ganze gehen und für das Trinkwasser einen Brunnen bohren lassen; das muss lediglich den Behörden angezeigt werden.

Je nachdem, wie groß das Grundstück ist, könntest du sogar über eine eigene Kleinkläranlage nachdenken. Weil darin all deine Abwässer ohne den Aufwand der städtischen Kläranlagen gereinigt werden, kann sich dies erwiesenermaßen deutlich für die Umwelt auswirken.

Daneben solltest du bei all den genannten Maßnahmen eines bedenken: Das alles kostet zwar Geld, teilweise sogar wirklich viel Geld. Aber es schont nicht nur Umwelt und Klima, sondern ist auf lange Sicht für die Unterhaltskosten deines Hauses enorm wirksam.

Dämmen – aber richtig

Je älter ein Haus ist, desto schlechter ist es typischerweise um den Wärmedurchgangskoeffizienten seiner Außenhülle bestellt; das ist der Dämmwert von Fenstern, Wänden et cetera. Die Innen- und Außentemperatur des Gebäudes gleichen sich also deutlich schneller an; du musst dementsprechend mehr und stärker heizen/kühlen und dafür mehr Energie aufwenden.

house attic under construction mansard wall insulation with rock wool

Nun schreibt der Gesetzgeber selbst in der aktuellen Ausprägung des Gebäudeenergiegesetzes lediglich vor, dass du den Dachstuhl oder die oberste Geschossdecke dämmen musst, sofern das noch nicht geschehen ist. Davon abgesehen gilt jedoch:

  • Selbst diese Dämm- bzw. Nachrüstpflicht ist nicht sonderlich streng, was den Wärmedurchgangskoeffizienten anbelangt. Außerdem gilt die Dämmpflicht nur für zugängliche oberste Geschossdecken.
  • Solange du nicht mindestens zehn Prozent einer Bauteilgruppe (etwa Fenster) austauschst, greift keine Pflicht, den verbliebenen Rest dieser Bauteilgruppe nach zeitgenössischen energetischen Standards zu modernisieren (die sogenannte 10-Prozent-Regel).

Das heißt im Klartext, es gibt kaum Druck, dein Haus möglichst gut „einzupacken“. Den jedoch sollten dir dein Umweltgewissen und Kostenbewusstsein machen. Denn je besser das Haus gedämmt ist, desto weniger Energie benötigst du und das kann sich bei effektiven Dämmungen schon nach wenigen Jahren rentieren.

Nur: Aus technischer Sicht ist es durchaus möglich, beim Dämmen Stückwerk zu betreiben. Etwa, indem du nur neue Fenster und Türen installierst, aber die Fassade ungedämmt belässt. Aus bauphysikalischer Sicht ist dies jedoch gefährlich.

Denn überall, wo es in einer Gebäudehülle unterschiedliche Wärmedurchgangskoeffizienten gibt, besteht die realistische Gefahr, dass es zu Feuchtigkeitsschäden kommt – da die Einzelteile der Gebäudehülle unterschiedlich warm sind und sich deshalb an den kälteren Teilen Raumluftfeuchtigkeit schneller niederschlägt.

Für dich bedeutet dies folgendes: Wenn du dämmst, dann lass auf einen Schlag alles machen. Nur dann ist es möglich, das technische Maximum zu erzielen, ohne Nachteile durch Feuchtigkeit befürchten zu müssen.

Vorsorgen für die Mobilitätswende

Wenn du ein Hausbesitzer in Berlin bist, ist es selbst an den Stadträndern nicht zwingend nötig, die wahrscheinlich zum Gebäude gehörige Garage oder zumindest einen Stellplatz mit einem passenden Fahrzeug zu besetzen. Speziell allerdings mit einer Photovoltaikanlage und der Mobilitätswende im Sinn, solltest du dennoch hier eine weitere gute Umwelttat vollbringen.

Konkret sprechen wir von einer Wallbox, einer privaten Ladesäule oder etwas ähnlichem in dieser Richtung. Ein Ladepunkt für zwei-, drei- und vierrädrige Elektrofahrzeuge. Dafür gibt es einige gute Gründe:

    1. Da sowieso jedes Haus mit 400 Volt versorgt wird, ist es praktisch nur noch nötig, eine dazu passende Leitung vom Hausanschlusskasten hierhin zu legen.
    2. Du kannst dir dieses Detail von der KfW bezuschussen lassen.
    3. Du hältst dir alle Optionen offen, in den kommenden Jahren ein Elektrofahrzeug anzuschaffen, selbst wenn du es jetzt noch nicht benötigst.
    4. Du kannst den Community-Gedanken maximieren und deinen (aktuell) nicht benutzten Ladepunkt anderen zugänglich machen. Derartiges Sharing wird derzeit immer beliebter und meldest du ein Kleingewerbe an, darfst du für den Strom sogar Geld nehmen

Naturnahe Gartengestaltung

Berlin ist jenseits des Zentrums eine ziemlich grüne Stadt. Wenn du deswegen jedoch glaubst, dass es in dieser Hinsicht nichts für dich zu tun gäbe, liegst du falsch. Denn was Grünflächen in ihrer Eigenschaft als Biotop für Pflanzen und Tiere anbelangt, gibt es eine goldene Regel: Je mehr, desto besser.

Hierzu darfst du nicht nur dein unmittelbares Wohnumfeld erfassen, sondern musst viel größer denken: Es gibt in Berlin, Deutschland, Europa, der gesamten Welt zu wenige natürliche Habitate. Tatsächlich ist deshalb nicht nur sprichwörtlich „jeder Quadratmeter“ wichtig, um die Sünden anderer auszugleichen.

Idyllischer Sitzplatz im Garten - Entspannen im eigenen Garten

Was du dazu im Detail alles tun und vermeiden kannst, verraten dir eine sehr gute Artikelserie des NABU sowie eine des BUND – das Thema ist viel zu komplex, um es in nur einem Kapitel dieses Texts zu behandeln.

Ein weiterer genialer Nebeneffekt dieser Vorgehensweise soll dir jedoch nicht vorenthalten werden: Alles, was du in deinem Garten der Umwelt zuliebe tust, sorgt direkt dafür, dass du weniger Freizeit opfern musst, um den Garten zu pflegen. Tatsächlich kann es sogar möglich sein, dass du die vielleicht wichtigste „Pflichtanschaffung“ aller Hausbesitzer, den Rasenmäher, im Laden stehen lassen kannst.

Verwenden wohngesunder Materialien

Denken wir einmal kurz zurück an das erste Kapitel, als es darum ging, die spießige Holzdecke heller zu streichen. Könntest du dafür nur typischen Lack aus dem Baumarkt nehmen? Sicherlich nicht. Du könntest Leinöl mit biologischen Farbpigmenten mischen oder könntest Kreidefarbe heranziehen – um nur zwei Beispiele zu nennen.

Noch vor zehn, fünfzehn Jahren wäre dieses Kapitel allerdings nur etwas für sehr hartgesottene und finanziell potente Umweltschützer gewesen. Damals nämlich musste man derartige Naturmaterialien für den Hausbau mit der Lupe suchen – und dafür deutlich mehr Geld als für „Standardware“ ausgeben.

Heute ist das jedoch völlig anders. Denn seit Jahren fragen immer mehr Hausbauer und Sanierer solche Produkte nach. Entsprechend hat die Industrie nachgezogen. Dadurch hast du heute nicht nur eine enorm große Auswahl für sämtliche Bereiche einer Gebäudesanierung, sondern zahlst überdies kaum mehr als für normale Produkte.

Doch wovon sprechen wir bei diesen wohngesunden Materialien? Es gibt nur einen gemeinsamen Nenner: Sie alle sind auf natürlichem Weg entstanden und haben keine energieintensiven Herstellungsprozesse durchlaufen.

  • Lehmputz ist beispielsweise genau das: Ein Pulvermix aus Lehm, Sand, recycelten Zellulosefasern und Ton für die Farbe. Er wird mit Wasser angemischt und auf die Wände aufgebracht.
  • Kaseinfarbe besteht aus Quark oder ähnlichem Milcheiweiß, Sumpfkalk und Pigmenten.
  • Dämmwolle und -platten können aus Hanf, Flachs, Jute, Gras oder anderen Naturmaterialien bestehen. Sie werden lediglich geerntet, getrocknet und in die gewünschte Form bzw. Feinkörnigkeit gebracht.

Natürlich gehört hierzu auch Holz, insbesondere Massivholz. Zudem können sehr viele Öle jenseits des bereits angesprochenen Leinöls herangezogen werden.

Unter dem Strich stehen immer mehrere Vorteile:

  1. Insbesondere der energetische Fußabdruck bei der Herstellung dieser Produkte ist deutlich kleiner als bei allen herkömmlichen Baustoffen. Oft sind zudem die Transportwege wesentlich geringer.
  2. Du hast bei fast allem die Auswahl, findest mittlerweile vieles sogar in normalen Baumärkten. Zudem unterscheidet sich die Verarbeitung vielfach ebenfalls nicht vom Gewohnten, sodass du keine speziell geschulten Handwerker brauchst.
  3. Natürliche Baustoffe sind frei von sogenannten Wohngiften. Dein Haus wird also rundherum buchstäblich gesünder. Speziell die Wandfarben und -putze sowie offenporig behandeltes Holz können zudem viel Feuchtigkeit speichern und wieder abgeben. Das sorgt das ganze Jahr über für ein enorm verbessertes Raumklima.

Verschweigen wir dir hier irgendwelche Nachteile? Deutliches Nein. Denn „moderne“ Baustoffe sind, bezogen auf die lange Geschichte des menschlichen Hausbaus, nur eine kurze Phase, die erst in den 1950ern wirklich begann. Egal ob nun Kaseinfarbe, Leinöl oder ein anderer Naturbaustoff: das waren für Jahrtausende die einzigen Baustoffe.

Sie sind also im wahrsten Wortsinn „bewährt“ und definitiv keine neumodischen, unausgegorenen Experimente. Sie waren nur über einige Jahrzehnte durch die Dominanz der Bauchemie in Vergessenheit geraten.

Eigenleistungen am Bau – aber mit Köpfchen

Du wirst für viele der hier skizzierten Positionen Fachleute benötigen. Das gilt nicht nur wegen der Sicherheit und der Gewährleistung, sondern zudem, weil Profis durch ihre Erfahrung sowohl deutlich akkurater arbeiten wie sie ungleich mehr Tempo vorlegen können.

Allerdings kosten Handwerker dich Geld und müssen immer wieder umweltschädlich anfahren – Berlin ist verdammt groß! Hier kannst du beide Probleme angehen, indem du möglichst viele Eigenleistungen erbringst. Allerdings wurden diese schon vielen Hausbauern und Sanierern buchstäblich zum Bumerang. Damit dir das nicht passiert, solltest du folgendes beachten:

  • Sei unbedingt realistisch bei der Einschätzung der Arbeitsmenge und Zeiträume. Nicht nur, dass du höchstwahrscheinlich Laie auf dem Gebiet bist, du hast außerdem schließlich noch einen normalen Beruf.
  • Übernimm nach Möglichkeit nichts, worauf die Leistungen anderer Handwerker aufbauen müssen – etwa, dass du verputzt, aber ein Profi den Anstrich übernimmt. Kommt es nämlich durch dich zu Verzögerungen oder ist deine Arbeitsleistung nicht ausreichend, sind teure Baustopps die Folge.
  • Sprich mit jedem Handwerker, welche Vorleistungen du für ihn übernehmen kannst. Du könntest beispielsweise für den Elektriker Leitungsschlitze in die Wand stemmen, mitunter Kabel verlegen und diese einputzen. Fast immer gibt es solche Handreichungen. Sie senken die Handwerkerrechnung, sind selbst für Laien beherrschbar, aber nicht kritisch, was Sicherheit und Zeit anbelangt.

Dadurch bekommst du alle Vorteile der Eigenleistung, musst dich jedoch nicht darum sorgen, dass beispielsweise Normen nicht eingehalten werden – und dennoch ist alles in der Gewährleistung drin, weil du deine Arbeitsaufteilung mit den Profis abgesprochen hast.

Zusammenfassung und Fazit:

Ein Einfamilienhaus irgendwo in Berlin zu modernisieren, kann durchaus fast den Charakter eines Neubaus einnehmen. Dabei solltest du jedoch nicht nur an dich denken und an trendiges, gemütliches Wohnen.

Denn ein Eigenheim ist ein unsagbar schlagkräftiges Mittel, um etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen und Mutter Natur mit ihrer wunderbaren Tier- und Pflanzenwelt so viel Gutes zu tun. Bedenke immer, dass man einem Hauseigentümer nur in sehr wenigen Punkten hineinreden darf. Diese große Freiheit solltest du schamlos ausnutzen – zum Wohle des Planeten und darüber letztlich deinem.

Weitere Artikel zum Thema

Ausbildung + Karriere | Wohnen + Leben
Top 10: Besondere Berliner Bibliotheken
Hunderte Regalmeter mit noch unbekanntem Lesestoff. Gemütliche Sitzecken zum Stöbern. Und die nötige Ruhe, um […]
Wohnen + Leben | Ausbildung + Karriere
Top 10: Tipps für Erstis in Berlin
Groß, anonym und manchmal ganz schön anstrengend! Berlin ist zwar keine klassische Studentenstadt, dennoch sind […]
Wohnen + Leben
Schön ist nur, wer sich gut fühlt
Augenringe, Stressfalten, schlechte Haut: Unser psychisches und physisches Wohlbefinden zeichnet sich häufig auf unseren Gesichtern […]