Familiensaga

ZDF-Spielfilm über das Hotel Adlon

ZDF-Spielfilm über das Hotel Adlon
Das Adlon in den Goldenen Zwanzigern wird es auch im neuen ZDF- Film zu sehen geben.
Über diese Teppiche sind schon Kaiser und Hollywoodstars spaziert. Sicher, die Teppiche, die Kaiser Wilhelm II. so bewunderte, sind in Rauch aufgegangen, aber ihre Gravität schwingt weiter durch die heiligen Hallen der Gästebetreuung. Dem Hotel Adlon wird ein Film gewidmet, der von der Eröffnung im Beisein des Kaisers bis zum Wiederaufbau in den Neunzigern führt.

Des Kaisers Entzücken war nicht von der Hand zu weisen: „Tja, mein lieber Adlon, das sehe ich schon: Sie haben mir hier ein Hotel gebaut, in das ich beruhigt meine Gäste schicken kann und das meiner Hauptstadt angemessen ist. Ich danke Ihnen.“ Der Bodenbelag fand bei ihm besonderen Anklang: „Wo haben Sie die her? Was haben die gekostet? So, aus Konstantinopel?“

Ein Trümmerhaufen kommt groß raus 

Mit diesen Sätzen wird das Hotel 1907 eröffnet. Jedoch ist die Szene am Pariser Platz frei erfunden oder zumindest nachgestellt, denn die Dialoge stammen aus dem Film „Hotel Adlon“ aus dem Jahr 1955. Seit dem Brand waren damals zehn Jahre ins Land gegangen. So widmete sich der Regisseur Josef von Bákys einem Film über den Trümmerhaufen der Fünfziger, der in den CCC-Studios auf Eiswerder abgedreht wurde.

Das Drehbuch dazu kam von Emil Burri und dem später bekannten Österreicher Schriftsteller Johannes Mario Simmel. Den Urvater des Adlon, Lorenz Adlon, verkörperte Werner Hinz. Zwischen ihm, den (diebischen) Gästen und Pagen springt der Episodenfilm umher und bildet gleichzeitig vierzig Jahre deutsches Zeitgeschehen ab.

Bekannte Gesichter auf den Teppichen des Adlons

 „Tja, mein lieber Adlon“, könnte Wilhelm II. genauso gut in der neuesten Produktion über das Luxushotel von sich geben. Das ZDF und Moovie, eine Produktionsfirma aus München, betreuen mit dem Produzenten Oliver Berben das Projekt, für das bereits vor zwei Wochen die erste Klappe fiel. In Kyritz/Prignitz wurde das Schloss Ganz zum ersten Drehort. Regie wird Uli Edel führen, der für Filme wie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ oder „Der Baader Meinhof Komplex“ bekannt ist.

Schon 2010 wurde das Hotel Adlon als Drehort genutzt – im Thriller „Unknown Identity“ mit Liam Neeson. Zu sehen sind in der aktuellen Produktion unter anderem Heino Ferch, Burghart Klaußner, Marie Bäumer, Jürgen Vogel, Katharina Wackernagel, Christiane Paul, Ken Duken, Anja Kling und Josefine Preuß.

Wir Kinder vom Adlon

Das geschäftige Treiben im Hotel wird in der neuen Verfilmung weniger im Vordergrund stehen als eine Familiensaga, die sich über vier Generationen von den Anfängen bis in die heutige Zeit erstreckt. Rodica Döhnert schrieb das Skript nach einer Idee von Oliver Berben. Als roter Faden dient das Leben der fiktiven Protagonistin Sonja Schadt, deren Vater dem künftigen Hotelier Lorenz Adlon bei der Verwirklichung seines Traums hilft, jedoch ein verhängnisvolles Geheimnis verbirgt, das erst bei seinem Tod offenbar wird – Anlass für die junge Sonja, sich von ihren Eltern enttäuscht in die Obhut ihres Patenonkels Adlon zu begeben. So durchlebt sie die ganze Geschichte des Hauses bis zum verheerenden Brand 1945.

Eine der Adlon-Familie, die Sonja ins Herz schloss, ist Hedda Adlon, auf deren realen Biografie die Geschichte des Bákys-Films basiert. Die zweite Frau Louis Adlons, dem Sohn Lorenz‘, trat für den Film die Rechte an ihrer Autobiografie an CCC-Film ab. Episodenfilm und Familiensaga sind aber nicht die einzigen Referenzen des Hotels. Ein mit nachgestellten Szenen angereicherter Dokumentarfilm wurde 1996 von Percy Adlon unter dem Titel „In der glanzvollen Welt des Hotel Adlon“ abgedreht. Dabei kam auch sein Sohn Felix vor der Kamera zum Einsatz. Das Filmprojekt blieb also in der Familie.


Quelle: Der Tagesspiegel

Hotel Adlon Kempinski Berlin, Unter den Linden 77, 10117 Berlin

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