• Montag, 18. November 2013
  • von Eve-Catherine Trieba

Unterwegs im Kiez

Der Schlossgarten Glienicke

  • Ausflug Schlossgarten Glienicke
    Ein Ausflug in den Schlossgarten Glienicke. Foto: QIEZ - ©Trieba

Wannsee - Am 20. November findet im Rathaus Zehlendorf eine Diskussionsveranstaltung zur Zukunft des "maroden" Landschaftsparks Glienicke statt. Wir haben einen Ausflug in den Berliner Südwesten unternommen und uns vor Ort ein Bild vom Zustand der einzigartigen Anlage, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, gemacht.

Ja, es ist wahr. Der Schlossgarten Glienicke, Bestandteil der Berlin-Potsdamer Kulturlandschaft, gehört nicht zu den gepflegtesten Parklandschaften der Hauptstadt. Viele Holzbänke sind verwittert, an den Gebäuden bröckelt der Putz und die Hecken haben vom Stutzen lange nichts gehört. Und doch strahlt die Anlage gerade wegen ihres an vielen Stellen ungepflegten Äußeren einen ganz besonderen pittoresk-morbiden Charme aus, an der moderne Großstadt-Romantiker ihr Vergnügen haben dürften. Besonders an einem grauen Herbsttag erinnert so manches Panorama an die Gemälde eines Caspar David Friedrich und auf einsamen Wegen - zwischen Havelufer, Wiesengrund und kleinen Brücken - ist die Gegenwart auf einmal ganz weit weg.

Trotzdem darf die historische Parkanlage - aller Romantik zum Trotz - natürlich nicht dem gänzlichen Verfall anheimgegeben werden. Deshalb organisiert die Bürgerstiftung Steglitz-Zehlendorf am 20. November um 19 Uhr im Rathaus Zehlendorf eine Diskussionsveranstaltung, in deren Rahmen sich engagierte Parkbesucher, wichtige Akteure auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene sowie Historiker über die Zukunft des Weltkulturerbes Klein-Glienicke austauschen können. Im Mittelpunkt wird sicherlich die Frage stehen, wie die Stadt Berlin trotz knapper Kassen für die Instandhaltung und Pflege des Parks aufkommen kann. Auch die Gründung eines Vereins ist im Gespräch.

Zur Geschichte des Schlossparks Klein-Glienicke: Angelegt wurde das "preußische Arkadien" ab 1810 zunächst unter Fürst Karl August von Hardenberg, später unter Prinz Carl von Preußen. Zur rund 120 Hektar großen Anlage, die sich als sanfte Hügellandschaft von der Königstraße bis zum Havelufer hinunterzieht, gehören unter anderem ein vom Gartenkünstler Peter Joseph Lenné angelegte Pleasureground, von Karl Friedrich Schinkel entworfene Gebäude wie Schloss und Casino sowie sehenswerte Gartenanlagen oder die 1841 im Stile eines Schweizerhauses erbaute, heute als "Wirtshaus Moorlake" genutzte "Unterförsterei".

Schloss und Schlosspark Klein-Glienicke

Königstraße 36
14109 Berlin

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Quelle: QIEZ
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