• Freitag, 15. November 2013
  • von Jasmin Wrasse

Unterwegs im Kiez

Nikolassee: Eine Idylle für sich.

  • S-Bahnhof Nikolassee
    Der S-Bahnhof Nikolassee wurde im Stil der Bürgergotik erbaut. Er sollte damals in den Villencharme des Ortsteils passen und wurde von Fritz Bräuning und Paul Vogler entworfen. Wenn man heute am Bahnhof aussteigt, empfangen kleine Lädchen am Bahnhof den Besucher. Wer ins Strandbad Wannsee möchte, muss hier übrigens aussteigen. Foto: QIEZ

Herrschaftliche Stadtvillen, große alte Baumbestände, kleine verträumte Lädchen und viel viel Grün. All das gibt es zu entdecken, wenn man am S-Bahnhof Nikolassee aussteigt.

Wer am Nikolassee aus dem Bahnhof tritt, fühlt sich erst mal etwas verloren. Der Ortsteil liegt nicht gleich um die Ecke vom 'Zentrum' und daher kommt man hier eigentlich nur vorbei, wenn man gezielt darauf zusteuert. Im Sommer steigt hier halb Berlin zum Planschen im Strandbad Wannsee aus, im Winter wird jauchzend auf der Rehwiese gerodelt.

Heute erreichen wir die Rehwiese schlendernd. Sie ist eine kleine Attraktion in Berlin, da sie mit ihren drei Kilometern Länge seit 1960 ein Landschaftsschutzgebiet  ist. Mit ihrer talartigen Form ist sie hübsch anzusehen und bietet dem Besucher einen weiten Blick in die Natur. Elegante Villen von der vorletzten Jahrhundertwende, die sich entlang der Hänge der Rehwiese, des Rehsprungs und der Gerkrathstraße schlängeln, runden das paradiesische Bild mondän ab.

Impressionen aus Nikolassee

Auf dem Weg dorthin befindet sich das kleine Café Tayas in der Prinz-Friedrich-Leopold-Straße 6. Überrascht von der üppigen Kuchen- und Tortenauswahl fällt es schwer, eine Entscheidung zu treffen. Der herrliche Duft von frischgebackenen Kuchen lässt einem das Wasser im Mund zusammen laufen und die Vorfreude immens steigern. Nach einem noch warmen Stück Kirsch-Walnuss-Kuchen und selbstgebackenen Madeleines geht der Kiezspaziergang positiv beeindruckt und gestärkt weiter.

In Gedanken an die Schulzeit, in der man mit der Klasse das Museumsdorf Düppel besuchte oder heiße verschwommene Nachmittage am Schlachtensee verbrachte, erreicht man die evangelische Kirche und den Kirchhof. Typisch für das Villenviertel und noch gut erhalten, ragt der Kirchturm im Baustil der Jahrhundertwende in den Himmel. Gegenüber im Kirchweg gelegen, stolpert man in den Kirchhof der Gemeinde. Hermann Muthesius, der berühmteste Architekt Nikolassees, Axel Springer oder Friedrich W. Bauschulte, Hörspielsprecher von Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen, liegen hier begraben.

Nach unzähligen beeindruckenden Bildern von der Architektur der Moderne und freundlichen Grüßen von vorbeiziehenden Nikolasseern geht es zurück zum S- Bahnhof. 15 Minuten später ist man schon wieder in der 'Stadt', am Kreisel in Steglitz.

Tayas Café

Prinz-Friedrich-Leopold-Straße 6
14129 Berlin

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Quelle: QIEZ
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