Knorrpromenade

Die neuen alten Schmucktore

Die neuen alten Schmucktore
Aus alt (links) mach neu (rechts): Eines der beiden Schmucktore in der Knorrpromenade. Zur Foto-Galerie
Boxhagener Kiez - Es ist geschafft: Seit einigen Wochen erstrahlen die historischen Schmucktore in der Knorrpromenade in neuem Glanz. Grundsaniert und mit einer Zeitkapsel ausgestattet, erinnern die denkmalgeschützten Straßeneingänge nun wieder an ihre eigene Enstehungszeit vor genau einhundert Jahren. Klick dich durch die Bilder!

Vor hundert Jahren wurden zwei Schmucktore am Südende (Ecke Wühlischstraße) und zwei Tore am Nordende (Ecke Krossener Straße) der Knorrpromenade errichtet. Die Nordtore überstanden den Zweiten Weltkrieg nicht: 1945 schlug eine Fliegerbombe im Kiez ein, Menschen würden getötet, Bauwerke zerstört. Die verbliebenen Tore im Süden an der Wühlischstraße erinnern dagegen bis heute an die Zeit um 1913. Auf der Promenade tummelten sich um die Jahrhundertwende vor allem besser situierte Beamte, Angestellte und Lehrer.

Mehr als ein Jahr lang machte der Verein KiezGestalten sich dafür stark, die alten Denkmäler sanieren zu lassen. Denn bis ins vergangene Jahr hinein war das, was von den Schmucktoren übrig geblieben war, von Wind und Temperatur heruntergewirtschaftet, verwittert. Was von ihnen herunterbröckelte, waren Dornen im Auge der Verkehrssicherungspflicht. Der letzte Frühling verging, der Verein konnte Spender animieren, das Bezirksamt auf seine Seite kriegen und hat sogar Zuschüsse und ein Ausschreibungsverfahren durch den Senat anleiern können. Monate verstrichen, ohne dass die warmen Monate für die Sanierung oder gar eine feierliche Einweihung hätten genutzt werden können.

Dann endlich nahm die Instandsetzung und denkmalgerechte Sanierung ihren Gang – und seit November 2013 erstrahlen die Schmucktore in neuem Glanz. Ein Grund anzustoßen. Auf den Teilsieg und auf die nächsten hundert Jahre der Schmucktore.

In den oberen Abschnitt einer der Bögen hat der Verein KiezGestalten e.V. ein eingraviertes Edelstahlrohr einarbeiten lassen. Drinnen befinden sich zeitgenössische Dokumente: Ausdrucke der Social-Media-Seite von KiezGestalten und damit ein Beleg für den beschwerlichen Weg, bis die Denkmäler saniert werden konnten. Außerdem einige Seiten mit Namen und damit einer Liste der Spender, die sich für den Erhalt der Tore eingesetzt haben. Sowie Kopien der Presseartikel, die sich der Knorrpromenadentore gewidmet haben. Ein Zeugnis für künftige Forscher und Restauratoren.

In „Mission 2.0“ der Initiative KiezGestalten sollen nun übrigens auch die zerstörten Tore am Nordende der Knorrpromenade wieder aufgebaut werden. Wir halten euch über Neuigkeiten auf dem Laufenden.

Foto Galerie

Die neuen alten Schmucktore, Knorrpromenade 4, 10245 Berlin

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