80 Jahre Kriegsende in Berlin: Mehr als 100 Veranstaltungen
In Berlin läuft derzeit bereits seit dem 2. Mai und noch bis zum 11. Mai eine Themenwoche anlässlich des 80. Jubiläums des Kriegsendes. In der gesamten Stadt sind über 100 Veranstaltungen geplant. Unter anderem werden Ausstellungen, Lesungen, Theateraufführungen, Gesprächsrunden, Führungen, Filmscreenings, Konzerte und viele weitere Events organisiert. Im Mittelpunkt der Themenwoche steht die Open-Air-Ausstellung „… endlich Frieden?!“ auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor.
Die Veranstaltungen finden an diversen Orten in Berlin statt. Auf der Webseite der Kulturprojekte findet ihr aber eine Übersicht über alle Events.
Open-Air-Ausstellung „… endlich Frieden?!“ in Berlin
Nach der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 in Berlin-Karlshorst war der Zweite Weltkrieg offiziell beendet. Doch was bedeutet das Kriegsende eigentlich – sowohl für die Menschen damals als auch heute? Die Open-Air-Ausstellung „… endlich Frieden?!“ ist der Star des Projekts der stadtweiten Themenwoche „80 Jahre Kriegsende – Befreiung Europas vom Nationalsozialismus“. Sie findet noch bis zum 11. Mai auf dem Pariser Platz statt – ausgerechnet vor dem Brandenburger Tor, an dem die Nationalsozialisten 1933 ihren „Siegeszug“ feierten. In zwölf „Kapiteln“ beschäftigt sich die Ausstellung mit der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus und den Folgen der militärischen Niederlage Deutschlands. Fotos, Texte und biografische Porträts mit spannenden Infos laden zum Erkunden, Gedenken und Diskutieren ein. Zudem werden Führungen durch die Ausstellung am 8., 9., 10. und 11. Mai angeboten. Bei diesen erhalten die Besucher Einblicke in das Kriegsende 1945, erfahren mehr über die Befreiung vom Nationalsozialismus und lernen die persönlichen Schicksale einzelner Überlebender kennen.
„… endlich Frieden?!“: Pariser Platz, Mitte, Fr 2.5.-So 11.5., Eintritt frei. Mehr Infos über die Ausstellung findet ihr hier, mehr Infos zu den Führungen gibt’s hier.
Historische Fahrradtour: Der Ort der Kapitulation
Der 8. Mai 1945: Delegationen der Alliierten und der deutschen Wehrmacht landen auf dem Flughafen Tempelhof. Sie sind auf dem Weg, die bedingungslose Kapitulation zu unterzeichnen. Ihr Weg führt sie durch das zerstörte Berlin in den Osten der Stadt, nach Karlshorst. Ihr Ziel: Das sowjetische Hauptquartier, das in einem früheren Offizierskasino der Wehrmacht untergebracht ist. An diesem historischen Ort endet der Zweite Weltkrieg endgültig.
Eine rund 15 Kilometer lange Fahrradtour folgt dieser historischen Route zum Ort der Kapitulation. Startplatz ist der Vorplatz der ehemaligen Abflughalle des Flughafens Tempelhof. Während der Tour erhalten die Teilnehmer eine Einführung zur Geschichte des Kriegsendes in Berlin. Ein Routenplan bietet zusätzlich Hintergrundinformationen zu einzelnen Stationen entlang der Strecke. Ende der Fahrradtour ist das Museum Berlin-Karlshorst – der Ort, an dem sich die Alliierten und die Delegation der Wehrmacht zum Unterzeichnen der bedingungslosen Kapitulation trafen. Große Teile des Museums wurden umgebaut, erhalten ist aber immer noch der Kapitulationssaal.
Vorplatz der ehemaligen Abflughalle des Flughafen Tempelhof: Platz der Luftbrücke 5, Tempelhof, Do 8.5., 10-13 Uhr, freier Eintritt, mehr Infos zur Fahrradtour findet ihr hier.
1945 – Widerstand gegen den Nationalsozialismus am Kriegsende
Schon vor dem 8. Mai 1945 war das Ende des Krieges bereits abzusehen – und dennoch forderten die Nationalsozialisten, den Krieg „bis zum letzten Blutstropfen“ fortzusetzen. Kritik und Zweifel am tyrannischen Regime wurde hart bestraft. Trotzdem leisteten einige Gruppen noch bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Widerstand. Sie setzten sich für eine kampflose Übergabe ein, entwaffneten Volkssturmeinheiten oder riefen in Flugblättern, die sie unter Einsatz ihres Lebens verteilten, zum Widerstand gegen Durchhaltebefehle auf. Häufig handelte es sich dabei um Frauen, die gezielt gegen das Regime vorgingen und sich gegen die Nationalsozialisten wehrten. Dabei machten sie sich als politische Gegner zur Zielscheibe. Die Courage, die diese Gruppen im Kampf gegen die Nazis zeigten, wird mit der Ausstellung „1945 – Widerstand gegen den Nationalsozialismus am Kriegsende“ geehrt. Die Ausstellung ist bis zum 25. August 2025 im ersten Stock der Gedenkstätte Deutscher Widerstand zu sehen.
Gedenkstätte Deutscher Widerstand: Stauffenbergstr. 11-13, Kreuzberg, 11.4.-25.8., mehr Infos über die Ausstellung findet ihr hier.
80 Jahre Kriegsende in Berlin: „In dieser Zeit“ – Erinnerung an die Lyrik Verfolgter
Die Berliner Hip-Hop-Größen Amewu, BRKN, Conny, Alice Dee, Malonda und Ebow verleihen den Worten verfolgter Dichter und Dichterinnen eine neue Stimme. Mit einer Mischung aus Lyrik und Hip-Hop tragen sie die Werke von Bertolt Brecht, Mascha Kaléko und anderen, die während der NS-Zeit verboten und verdrängt wurden, auf der Bühne vor. Mit Lyrics und Beats leisten sie Widerstand gegen Hass und Geschichtsvergessenheit. Rapperin Ebow kuratiert den Abend und sorgt dafür, dass das politische Potenzial der Poesie sich frei entfalten kann. Damit setzt sie ein klares Zeichen im Gedenken an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten am 10. Mai 1933.
SO36: Oranienstr. 190, Kreuzberg, Do 8.5., 19-20.30 Uhr, Tickets 9 €, Ermäßigt 6 €. Mehr Infos zu „In dieser Zeit“ findet ihr auf der Seite des SO36.
Premiere des Animationsfilms „Art Ponedilok – Ankommen in Berlin“
Auch heute noch sind Spuren der Zerstörung, die nach dem Zweiten Weltkrieg weite Teile der Stadt zeichnete, sichtbar. Ihre Wirkung reicht bis in die Gegenwart hinein. Gemeinsam mit aus der Ukraine geflüchteten Frauen haben die beiden Künstlerinnen Maria und Natalia Petschatnikov einen experimentellen Animationsfilm geschaffen. Dieser verwebt historische Narben und heutige Fluchterfahrungen. Entstanden ist ein emotionales und persönliches Werk, das von Ankommen, Verlust und Hoffnung erzählt und die Ambivalenz Berlins als Stadt der Zerstörung und des Wiederaufbaus thematisiert. Der Film wird am Jahrestag des Kriegsendes erstmalig gezeigt. Eventlocation ist das Parlament der Bäume. Der Film wird von einer Ausstellung sowie einer Mitmach-Station begleitet, die dazu einladen, den Spuren von Flucht und Erinnerung künstlerisch nachzugehen.
Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt: Schiffbauerdamm, Mitte, Do 8.5., 16 Uhr, Eintritt frei. Mehr Infos über die Veranstaltung findet ihr hier.






