In zwölf Tagen verwandelt sich die Hauptstadt erneut in die größte Laufstrecke Deutschlands: Am 27. September steht die 52. Ausgabe des Berlin-Marathons an. Mehr als 60.000 Athletinnen und Athleten aus rund 160 Ländern werden erwartet, dazu Hunderttausende Schaulustige entlang der 42,195 Kilometer. Renndirektor Mark Milde kündigt eine „Veranstaltung der Superlative“ an.
Qiez zu Google hinzufügenDoch schon vorher bekommen Berlinerinnen und Berliner das Großereignis zu spüren: Ab dem 19. September gelten erste Straßensperrungen rund um die Straße des 17. Juni. Danach weiten sich die gesperrten Bereiche schrittweise aus – ab Mittwoch (23.09.) bis zum Großen Stern, ab Donnerstag (24.09.) auch auf die Ebertstraße und das Regierungsviertel. Wer mit dem Auto in der Innenstadt unterwegs sein muss, sollte sich auf erhebliche Einschränkungen einstellen.
Titelverteidiger Sawe kann nicht am Berlin-Marathon teilnehmen
Sportlich trifft das Rennen ein empfindlicher Rückschlag: Sabastian Sawe hat seine Teilnahme verletzungsbedingt abgesagt. Der Kenianer hatte den Berlin-Marathon im vergangenen Jahr gewonnen und galt als absoluter Topfavorit für die diesjährige Ausgabe. Sawes Ausfall wiegt besonders schwer, weil der 31-Jährige erst im April in London Marathongeschichte geschrieben hatte. Mit einer Zeit von 1:59:30 Stunden knackte er als erster Mensch in einem offiziellen Wettkampf die magische Zwei-Stunden-Marke über die 42,195 Kilometer. Den aktuellen Weltrekord hätte er nur zu gerne auf der schnellen Berliner Strecke bestätigt.
Wer im Männer-Elitefeld nun in die Favoritenrolle rückt, ist derzeit noch offen. Klar ist: Ohne den Weltrekordhalter fehlt dem Rennen sein größter Zugpferd bei den Männern.
Assefa will die Zwei-Stunden-Zehn-Marke knacken
Während bei den Männern der große Star fehlt, könnte das Frauenrennen für historische Schlagzeilen sorgen. Die Äthiopierin Tigst Assefa reist mit einem klaren Ziel nach Berlin: einem neuen Weltrekord über die Marathon-Distanz.
Assefa stellte 2023 in Berlin mit 2:11:53 Stunden einen Fabelrekord auf – allerdings in einem reinen Frauen-Rennen ohne männliche Tempomacher. Diese Bestmarke hält sie bis heute. Den absoluten Weltrekord lief ein Jahr später die Kenianerin Ruth Chepngetich beim Chicago-Marathon mit 2:09:56 Stunden, als erste Frau unter der 2:10-Stunden-Schallmauer. Doch Chepngetich wurde 2025 wegen eines Dopingvergehens für drei Jahre gesperrt – ihr Rekord steht, sie selbst ist aber bis auf Weiteres aus dem Wettbewerb.
Für Assefa bedeutet das: Die schnelle Berliner Strecke und die Abwesenheit ihrer größten Konkurrentin bieten die perfekte Gelegenheit, sich auch den absoluten Weltrekord zu holen.
Die Marathon-Expo öffnet am Donnerstag ihre Tore
Bevor am Sonntag der Startschuss fällt, läutet die Marathon Expo am Flughafen Tempelhof bereits ab dem 24. September das Veranstaltungswochenende ein. Drei Tage lang können Besucherinnen und Besucher die Messe kostenfrei besuchen – am Donnerstag von 15 bis 20 Uhr, am Freitag von 10 bis 20 Uhr und am Samstag von 9 bis 19 Uhr. Für registrierte Läuferinnen und Läufer ist der Expo-Besuch Pflicht: Die Startunterlagen werden ausschließlich persönlich und nur gegen Vorlage von Startpass und Lichtbildausweis ausgegeben.
Wichtig dabei: Am Samstag ist eine Abholung für gemeldete Teilnehmer nicht mehr möglich – wer seine Unterlagen nicht bis Freitagabend gesichert hat, steht am Sonntag ohne Startnummer da. Am Samstag steht zudem ein Rahmenprogramm auf dem Plan: Um 10 Uhr startet der Generali 5K-Lauf, ab 12:20 Uhr rollen die Inlineskater über die Strecke.
Ab 8:20 Uhr geht es los – RTL überträgt live
Der Marathon-Sonntag beginnt um 8:20 Uhr mit dem Startschuss für die Handbiker des Topfelds. Sechs Minuten später folgt die Rollstuhl-Elite, um 8:29 Uhr die zweite Welle der Handbiker und Rollstuhlathleten. Die Läuferinnen und Läufer gehen ab 8:45 Uhr in insgesamt sechs Startwellen auf die Strecke – gestaffelt nach Leistungsniveau, die letzte Welle startet um 10:27 Uhr.
RTL überträgt das Rennen ab 8:30 Uhr live im Free-TV, parallel ist der Stream auf RTL+ verfügbar. Der Sender hält die exklusiven Übertragungsrechte für den Berlin-Marathon bis einschließlich dieser Ausgabe.
Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gilt ein Zeitlimit von 6 Stunden und 15 Minuten ab dem persönlichen Start. Bei Kilometer 33 greift ein Cut-off um 15:40 Uhr, der offizielle Zielschluss ist um 17 Uhr.
Neun Bezirke im Sperrgebiet
Die Marathonstrecke schlängelt sich traditionell quer durch Berlin – von der Straße des 17. Juni über Moabit und den Strausberger Platz in Friedrichshain südwärts durch Kreuzberg und Neukölln, vorbei am Rathaus Schöneberg bis zum Platz am Wilden Eber, dem mit 53,80 Metern höchsten Punkt des ansonsten flachen Kurses. Über den Kurfürstendamm geht es zurück nach Mitte und durch das Brandenburger Tor ins Ziel.
Am Renntag selbst sind die Straßen entlang der Strecke in Tiergarten, Mitte, Friedrichshain, Kreuzberg, Neukölln, Schöneberg, Steglitz, Wilmersdorf und Zehlendorf weitgehend bis Veranstaltungsende dicht. Rund 40 Bus- und Straßenbahnlinien der BVG werden zeitweise unterbrochen, umgeleitet oder verkürzt. Wer zuverlässig durch die Stadt kommen will, ist mit U-Bahn und S-Bahn am besten beraten.
So kommen Autofahrer und Fußgänger durch
Wer am Sonntag trotzdem mit dem Auto durch Berlin muss, hat nur wenige Optionen: Im Westen lässt sich die Strecke über die A100 queren, allerdings sind die Anschlussstellen Hohenzollerndamm und Innsbrucker Platz gesperrt – Stau ist dort programmiert. In Mitte und Tiergarten bleiben der Tunnel Alexanderplatz und der Tiergartentunnel während der gesamten Veranstaltung offen. Fußgänger sollten die Unterführungen der U-Bahnhöfe nutzen, um die Strecke zu überqueren. Eine Karte mit allen Sperrungen findest du auf der Seite des Veranstalters.
Ein praktischer Bonus für alle Teilnehmenden: Die Startnummer fungiert vom 24. bis 27. September gleichzeitig als ABC-Fahrschein für den Berliner Nahverkehr. Damit lässt sich die gesamte Anreise zur Expo und zum Start bequem per Bahn erledigen.
Nach 17 Uhr ist endgültig Schluss – dann wird das Brandenburger Tor als Zieldurchlauf geschlossen und die Sperrungen werden schrittweise aufgehoben.





