Jedes Jahr im Herbst bricht in Berlin das bayerische Fieber aus: Sobald auf der Theresienwiese das erste „O’zapft is!“ ertönt, packen zahlreiche Hauptstadt-Fans die Tracht ein und machen sich auf den Weg nach München. Rund 600 Kilometer trennen die Berliner Kieze vom weltgrößten Volksfest. Ob spontaner Wochenend-Trip oder ausgiebige Bierzelttour – die Wahl des richtigen Verkehrsmittels entscheidet oft über das Reisebudget und die Nerven. Damit du stressfrei und gut gelaunt im Festzelt ankommst, haben wir alle Verbindungen, Kosten und praktischen Tipps für deine Anreise von Berlin zur Wiesn verglichen.

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Mit dem Zug von Berlin nach München

Dank Schnellfahrstrecke und optimierter Verbindungen rasen die Züge in knapp vier bis fünf Stunden direkt von Berlin Hauptbahnhof bis nach München Hauptbahnhof. Die ICEs verkehren sehr regelmäßig. Wer bereits früh bucht, der kann Sparpreise ab 30 bis 40 Euro ergattern. Kurz vor dem Wochenende oder während der Hauptwiesn-Zeit schießen die Flexpreise oder restliche Tickets allerdings schnell auf 100 bis 150 Euro hoch.

Halte am besten Ausschau nach Zügen der ICE-Linie 11 (führt teils weiter bis Stuttgart/München) oder speziellen Direktverbindungen, die als ICE 15xx oder ICE 16xx (beispielsweise 1605) ohne Umsteigen durchrollen. Der Vorteil: Mit dem Zug lässt es sich am entspanntesten reisen – und im Bordrestaurant lässt sich die gute Laune durch das ein oder andere Kaltgetränk bereits im Voraus ankurbeln. Wichtig ist, rechtzeitig zu reservieren, da die Züge im Herbst extrem voll sein können.

Fernbus (Flixbus): Der Budget-Tipp

Mit einer Fahrtdauer zwischen 6,5 und 8 Stunden je nach Verkehrslage und Route sind Fernbusse vielleicht nicht die schnellste Option, dafür sind die Tickets erstaunlich günstig. Fahrkarten sind bereits für 20 bis 30 Euro erhältlich, auch kurzfristig bleiben die Preise meist überschaubar. Umsteigen muss man dafür auch nicht.

So bedient etwa der Anbieter Flixbus die Strecke mehrfach täglich direkt. Bekannte Routen-Kennzeichnungen sind zum Beispiel die Linie 234 (Berlin-München-Zürich) oder Nachtverbindungen wie die Linie N86. Meist fahren die Busse vom ZOB (Masurenallee) ab, oft steuern sie vorher oder nachher aber auch zentrale Knotenpunkte wie Berlin Südkreuz oder den Alexanderplatz an.

In München halten die meisten Busse am ZOB München an der Hackerbrücke – von dort kommt man in kürzester Zeit mit der S-Bahn oder zu Fuß zur Wiesn. Nicht nur für Sparfüchse, sondern auch für Nachtschwärmer ist die Linie ideal: Abends in Berlin in die Linie einsteigen, morgens am ZOB ankommen – das spart eine Übernachtung im Hotel. Der Nachteil ist natürlich der fehlende Komfort auf langen Strecken im Vergleich zum Zug.

Auto oder Carsharing: So kommst du von Berlin nach München

Die reine Fahrtdauer mit dem Auto beträgt insgesamt zwischen 6 und 7 Stunden auf der Autobahn A9 über Leipzig und Nürnberg. Gerade während der Stoßzeiten kann es allerdings zu Verzögerungen kommen. Die Strecke ist zwar gut ausgebaut, gehört aber auch zu den Dauerbrennern in Sachen Baustellen und Sanierungen. Besonders im Bereich Brandenburg/Sachsen-Anhalt sowie auf dem bayerischen Abschnitt müssen Fahrer abschnittsweise mit verengten Fahrbahnen, Tempo-Limits von 80 bis 100 km/h und reduzierten Spuren rechnen. Entsprechend ist die Autofahrt nur etwas für stählerne Nerven – insbesondere dann, wenn man einem gewissen Zeitdruck unterliegt. Du solltest daher die Stoßzeiten meiden und noch einmal 30 bis 60 Minuten Pufferzeit einplanen.

Dafür ist das Auto allerdings absolut unschlagbar, wenn es um Gepäck geht – vor allem dann, wenn die traditionelle Tracht (Dirndl mit Reifrock oder mehrere Lederhosen) knitterfrei transportiert werden muss und Souvenirs mit zurück sollen. Vor Ort in München solltest du das Auto allerdings lieber stehen lassen und auf den ÖPNV umsteigen.

Parkmöglichkeiten in München (für Autofahrer)

Direkt an der Theresienwiese gibt es während des Oktoberfestes quasi keine Parkplätze, und das gesamte Viertel ist eine Bewohnerparkzone. Autofahrer nutzen am besten die offiziellen Park-and-Ride-Plätze (P+R) am Stadtrand und steigen auf die U-Bahn um:

  • P+R Fröttmaning (A9 im Norden): Riesiges Parkhaus mit direktem Anschluss an die U6, die dich ohne Umsteigen bis zum Goetheplatz (nur wenige Gehminuten vom Festgelände entfernt) bringt.
  • P+R Messestadt Ost (A94 im Osten): Ideal, wenn du über die östlichen Autobahnen anreist; U-Bahn-Anschluss (U2) vorhanden.
  • Tipp: Die Tagesgebühren in den P+R-Anlagen liegen meist bei moderaten 5 bis 10 Euro.

So bleibt auch das Auto während des Oktoberfests sicher – und du kannst dich ganz entspannt dem Treiben auf der Wiesn hingeben.

In München übernachten: Kann man noch Hotels buchen?

Wer während des Oktoberfests nach München reist, muss sich auf extreme Preissprünge einstellen. Die bayerische Landeshauptstadt platzt aus allen Nähten, und Hotels, Pensionen sowie Hostels verlangen in dieser Zeit oft das Zwei- bis Vierfache ihrer Normalpreise. Selbst einfache Mittelklassehotels oder Hostels werden deutlich teurer. Unser Test mittels beliebter Vergleichsportale zeigt: Die Preise liegen für ein Wochenende für zwei Erwachsene (Fr – So, als Beispieldaten gelten der 25.-27. September) zwischen rund 530 bis 900 Euro.

Wer flexibel ist, bucht am besten nicht direkt an der Theresienwiese oder in der Maxvorstadt, sondern schaut nach Unterkünften an den Rändern der Stadt oder im Umland (z. B. Richtung Dachau, Fürstenfeldbruck, Freising oder Ebersberg). Wichtig ist hierbei nur, dass ein S-Bahn- oder U-Bahn-Anschluss in Fußnähe ist. Ohne monatelange Vorbereitung läuft hier kaum etwas. Wer spontan zwei Wochen vor dem Fest bucht, zahlt astronomische Summen oder findet schlicht gar nichts mehr.

Die Outdoor-Alternative: Camping in München

Wer zu spät gebucht hat oder Wert auf mehr Gemeinschaftsgefühl legt, dem bleibt auch noch die Option Camping. Die Stadt München hat dafür spezielle, temporäre Camping-Hotspots eingerichtet:

  • Oktoberfest-Camping München-Riem (für Wohnmobile): Münchens größter temporärer Campingplatz für Wohnmobile, Caravans und VW-Busse befindet sich auf dem Gelände der Messe München / De-Gasperi-Bogen. Der Platz bietet Raum für bis zu 1.500 Fahrzeuge, hat moderne Sanitäranlagen, Bistros und Restaurants sowie einen kleinen Shop. Die U-Bahn-Haltestelle Messestadt Ost (U2) ist nur rund 200 Meter entfernt – von dort aus geht es ohne Umsteigen in knapp 20 Minuten direkt zur Theresienwiese. Der Standplatz für ein Wohnmobil mit zwei Personen kostet 40 Euro pro Nacht, zusätzliche Personen kosten jeweils 15 Euro extra (Kinder 7,50 Euro).
  • Das „Wies’n Camp“ an der Olympia-Reitanlage (Riem/Daglfing): Die Kult-Anlaufstelle vor allem für jüngere Reisende, Gruppen und internationale Gäste, die kein eigenes Equipment mitschleppen wollen. Man kann mit dem eigenen Zelt anreisen oder sich vor Ort komplett ausgestattete Optionen mieten – vom „Mietzelt Basic“ (Isomatte/Schlafsack mitbringen) über feste Komfort-Zelte und kleine Holzhütten (Almhütten) bis hin zu gemütlichen Wies’n Lofts (Doppelzimmer im Container). Preis für das Wochenende im Zelt mit zwei Erwachsenen: 190 Euro.
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