Bald ist es wieder soweit: Der Regierende Oberbürgermeister von Berlin, Kai Wegner, dankt im September ab. Am 20. September wird nach fünf Jahren nun wieder gewählt – damit kommt es zu einer der am heißesten disktutierten Wahlen in den vergangenen Jahren. Wer seinen Posten dann bekommen soll, ist bislang unklar – es könnte zu einem knallharten Rennen kommen. Das zeigen auch die Umfrageergebnisse (Stand: 24.08.2026): Die Linke liegt mit etwa 20,7 Prozent vorn, gefolgt von CDU (18,9 Prozent) und AfD (17,6 Prozent). Ebenfalls im Rennen sind Bündnis 90 / Die Grünen mit 16,2 Prozent sowie die SPD mit 13,1 Prozent. Auch das BSW sowie die FDP haben ihre Kandidaten und Kandidatinnen ins Rennen geschickt. Aber: Viele Berliner sind sich aktuell noch unsicher, welcher Partei sie ihre Stimme schenken sollen. Der Wahl-O-Mat soll dabei helfen, sich einen Überblick über die verschiedenen Programme zu verschaffen.
Qiez zu Google hinzufügenWie läuft die Wahl für das Abgeordnetenhaus in Berlin eigentlich ab?
In der Regel wird in Berlin das Abgeordetenhaus alle fünf Jahre gewählt – außer es kommt zu vorzeitigen Neuwahlen durch eine Selbstauflösung des Hauses mit Zweidrittelmehrheit oder einem Volksentscheid. Bei der Wahl im September handelt es sich jedoch um eine reguläre Wahl nach der üblichen fünfjährigen Wahlperiode. Anders als häufig angenommen wählen die Berliner ihren Oberbürgermeister nicht selbst, sondern zunächst nur die Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin. Der Ablauf gestaltet sich wie folgt:
- Wahl des Parlaments: Die Bürgerinnen und Bürger wählen mit ihren Stimmen die Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin.
- Wahl des Regierenden Bürgermeisters: Das gewählte Abgeordnetenhaus wählt anschließend in geheimer Abstimmung den Regierenden Bürgermeister. In der Regel handelt es sich dabei um den Spitzenkandidaten der Partei oder Koalition, die im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit bildet.
- Ernennung der Bürgermeister: Die weiteren Mitglieder der Landesregierung (die Senatoren) werden vom Regierenden Bürgermeister ernannt, der zwei von ihnen zu seinen Stellvertretern bestimmt – diese tragen dann die Bezeichnung „Bürgermeister“.
So funktioniert der Wahl-O-Mat
Der Wahl-O-Mat ist ein digitales Frage-und-Antwort-Tool der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), das Wählern hilft, die eigenen politischen Positionen mit den Wahlprogrammen der teilnehmenden Parteien zu vergleichen. Das Grundprinzip lässt sich so zusammenfassen: Nutzende nehmen Stellung zu 38 politischen Aussagen, indem sie auf diese mit „stimme zu“, „neutral“ oder „stimme nicht zu“ antworten. Dabei können einzelne Thesen, die den Nutzern besonders wichtig sind, auf Wunsch auch doppelt gewichtet werden. Daneben gibt es auch die Option, einzelne Thesen zu überspringen – diese fallen dann nicht bei der Auswertung ins Gewicht.
Die eingegebenen Antworten werden im Anschluss mit den offiziellen Rückmeldungen der zur Wahl zugelassenen Parteien abgeglichen. Das Tool berechnet dann die prozentuale Übereinstimmung und zeigt eine Rangfolge der Parteien an – je nachdem, wie stark die Ansichten des jeweiligen Nutzers mit denen der Parteien übereinstimmen. Wer möchte, kann dort auch mehr über die Antworten der Parteien im Detail nachlesen. Wichtig: Das Angebot dient rein der Information sowie Orientierung und stellt keine Wahlempfehlung dar.
Zur Webseite des Wahl-O-Mat für die Berlin-Wahl 2026 kommst du hier.
Der Real-O-Mat – eine Alternative?
Anders als der Wahl-O-Mat gleicht der sogenannte „Real-O-Mat“ – ein Projekt der unabhängigen Organisation FragDenStaat – nicht die Wahlkampfversprechen beziehungsweise Positionen der Parteien laut eigener Aussage mit den Antworten von Nutzern ab. Stattdessen zeigt er, wie Parteien sich in der Vergangenheit bei Abstimmungen über Gesetze und Anträge tatsächlich verhalten haben.
Damit wird das tatsächliche parlamentarische Handeln gemessen. So können die Nutzer auch sehen, wie die Parteien unter Koalitionszwang handeln. Wer wissen will, was von den Wahlversprechen der Parteien nach der vergangenen Legislaturperiode übrig bleibt, kommt hier zum Real-O-Mat.






