Berliner Persönlichkeiten zeigen ihren Kiez

Sonja Gerhardt und die Ruhe an der Grenze

Sonja Gerhardt und die Ruhe an der Grenze
Die Schauspielerin an ihrem Lieblingsort: am Weißen See.
Weißensee - Sonja Gerhardt, bekannt aus Filmen wie "Türkisch für Anfänger" oder der Telenovela "Schmetterlinge im Bauch", hat uns bei einem Spaziergang am Weißen See erzählt, warum sie ungern in Cafés sitzt und was sie an ihrem Kiez besonders schätzt.

Ich komme etwas früher als meine Interview-Partnerin Sonja Gerhardt vor dem Strandbad am Weißen See an, setze mich auf die Wiese und warte. Als die Schauspielerin eintrifft, will ich sie begrüßen. „Nicht nötig aufzustehen“, sagt sie und lässt sich neben mir im Gras nieder. Während wir ins Gespräch kommen, sieht Sonja Gerhardt, wie zwei Leute mit einem Angelnetz ins Strandbad laufen. Gerade habe sie ihren Angelschein gemacht, erzählt sie. Wir gehen zum Eingang des Bades und dort fragt sie, ob man hier angeln dürfe. „Meinetwegen, ja“, antwortet ihr der junge Mann an der Kasse lächelnd. Die Blondine freut sich, dass sie an ihrem Lieblingsort nun auch angeln kann.

Wir laufen zum Aussichtsbalkon, wo wir einen schönen Ausblick auf den Park haben. Sonja Gerhardt ist gebürtige Reinickendorferin, in Prenzlauer Berg wohnt sie erst seit zwei Jahren. Genauer gesagt lebt sie an der Grenze zu Weißensee. Ruhe ist der Berlinerin sehr wichtig, deshalb ist sie nicht mitten in den Prenzlauer Berg gezogen, obwohl alle ihre Freunde dort wohnen.

In ihrem ruhigen Grenzkiez vermisst die Schauspielerin nichts. Sie habe alles, was sie braucht, sagt sie: Bus, Tram, Supermärkte, einen Baumarkt. „Und wenn ich Lust auf Trubel habe oder meine Freunde treffen will, bin ich ganz schnell im Mauerpark.“

Kein Café-Typ

Abends besucht die sympathische Schauspielerin gern ihre Eltern oder geht mit Freunden aus; am liebsten in die Bar Blaumilchkanal, vor allem sonntags, um dort den Tatort zu schauen. In Cafés halte sie es grundsätzlich nicht lange aus, sie brauche Action: eine Ausstellung, einen Filmabend oder ein kleines Konzert. „Wenn ich mich zu lange an ein und demselben Ort aufhalte, langweile ich mich schnell“, sagt die Berlinerin. „Außerdem trinke ich nicht so viel Kaffee“, fügt sie hinzu. Ansonsten liest sie viel –  am liebsten Paulo Coelho und den Psychologen Robert Betz. „Ich lese für mein Leben gern, dabei vergesse ich Raum und Zeit“, erzählt sie.

Wie es mit Restaurantbesuchen sei, will ich wissen. Am liebsten geht sie ins Spreegold in Prenzlauer Berg, verrät sie. „Dort muss man unbedingt die Burger probieren, auch wenn es für die Figur nicht gerade das Beste ist“, schmunzelt die schlanke Frau. Sonja Gerhardt ist verblüffend bodenständig und ehrlich. Von sich selbst sagt sie, sie brauche nicht viel Firlefanz oder besonderen Luxus.

Auf ihre Filme angesprochen, antwortet sie: „Ich liebe jeden meiner Filme und bin für all‘ die Projekte, die ich bisher machen durfte sehr dankbar.“ Die 25 -Jährige ist schon seit ihrem 16. Lebensjahr Schauspielerin und hat in mehr als 50 Filmen mitgespielt. Für die Schauspielerei hat sie sogar das Abitur geschmissen. „Manchmal spiele ich noch mit dem Gedanken das Abitur nachzuholen, aber bisher habe ich mich nicht entschieden“, sagt sie. Für ein Psychologiestudium würde sie es nachholen.

Neuester Coup: „Die Schlikkerfrauen“

Gerade hat die Wahl-Prenzl‘ Bergerin den Film „Die Schlikkerfrauen“ gedreht – die Komödie befasst sich mit dem Untergang des Schlecker-Konzerns. Im September ist sie für eine Fernsehreihe in Kanada. Zwischen den Drehs braucht sie einen Ort, an dem sie entspannen kann, was am besten in der Hängematte auf ihrem Balkon geht. Oder eben hier am See, wo sie spazieren geht, Boot fährt oder schwimmt. „Den schönsten Ausblick hat man von da drüben“, sagt sie und deutet auf zwei dicke Baumstämme. Wir laufen zu den Bäumen, aber der Platz ist besetzt. Wir lassen uns an einem kleinen Strand nieder. Plötzlich entdeckt sie einen Käfer, der im See schwimmt, sie steckt einen Stock ins Wasser und rettet den Marienkäfer.

Nachdem sie das Drehbuch „Die Schlikkerfrauen“ gelesen hatte, rief sie den Regisseur Uwe Janson an, weil sie verstehen wollte, warum er den Film machen will. „Uwe erklärte mir, es ginge nicht darum, das Schicksal der realen Schlecker-Frauen ins Lächerliche zu ziehen, sondern vielmehr darum, auf die außerordentliche Leistung dieser Frauen aufmerksam zu machen“, erst dann habe sie zugesagt. Ansonsten hätte sie abgesagt, verrät Gerhardt. Im Film spielt sie die junge Chris, die gelernt hat, dass gutes Aussehen alles ist. Sie will groß herauskommen, den Job bei den „Schlikkerfrauen“ betrachtet sie als „Zwischenlösung“. Die größte Herausforderung der Rolle sei der Berliner Akzent gewesen. „Ich bin zwar Berlinerin, habe aber privat immer darauf geachtet, dass ich Hochdeutsch spreche.“

Zum Abschied umarmen wir uns herzlich.

Am 30. September um 20.15 Uhr ist Sonja Gerhardt in der SAT.1 Komödie „Die Schlikkerfrauen“ zu sehen. Im Herbst wird sie außerdem mit dem Breakdance-Film „Dessau Dancers“ in die Kinos kommen, in dem sie eine Hauptrolle spielt. Außerdem dürfen sich ihre Fans schon auf die Weihnachtszeit freuen, wenn sie Sonja in der ARD-Fernsehkomödie „“Weihnachten für Anfänger“ erleben dürfen. Alle weiteren Infos zu Sonja Gerhardt erhältst du auf ihrer Facebook-Seite

Strandbad Weißensee, Berliner Allee 155, 13086 Berlin

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Schön eingeschneit ist das beliebte Strandbad gerade.

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