Normalerweise stehen Postkartenmotive, lauschige Ecken und trendige Food-Locations hoch im Kurs, doch nun beginnt in Mitte die Suche nach Problemzonen, Sperrmüll und Pissecken. Ganz offiziell rückt die ungewöhnliche Mitmachaktion den dreckigsten Ort des Szene-Bezirks in den Fokus. Hier soll nichts vertuscht werden. Im Gegenteil, wer den Spot auf Unrat richtet, kann sogar etwas gewinnen.

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Vom 3. bis 21. August 2026 sollten also alle, die in Mitte wohnen, arbeiten oder einfach unterwegs sind, die Augen aufmachen. Denn wie oft geht man an Müllbergen vorbei, ohne darauf zu reagieren. Nicht mein Problem, denkt man. Natürlich gibt es auch genug Motzer in Berlin, die sich lautstark aufregen, aber dann nichts unternehmen. Der Bezirk Mitte möchte etwas verändern und zeigen, dass man Dreck nicht einfach nur hinnehmen muss.

Gesucht werden Plätze, an denen sich Müll, Zigarettenkippen oder Sperrmüll besonders hartnäckig halten. Auch Orte, die zunehmend verwahrlosen und als öffentliche Toilette missbraucht werden, sind gefragt. Wer fündig wird, macht einfach ein Foto und meldet den Ort über die mobile App des Ordnungsamts oder die Internetseite: Ordnungsamt Online. Denn erst wenn die Profis wissen, wo aufgeräumt werden muss, können sie sich der Sache annehmen.

Für die Berlinerinnen und Berliner ist es eine Win-win-Situation. Denn auf diese Weise wird nicht nur der Kiez sauberer: Unter allen Teilnehmenden werden lustige Gimmicks verlost wie Socken und Jutebeutel des Ordnungsamtes. Wer am Gewinnspiel teilnehmen möchte, muss bei der Online-Meldung des dreckigen Ortes im Betreff den Hashtag #mittemachtsauber angeben und natürlich eine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer hinterlassen.

Der Hintergrund für die Mitmachaktion ist durchaus ernst: Eine aktuelle Befragung der Senatskanzlei zeigt, dass viele Berlinerinnen und Berliner vor allem bei Sperrmüll, Kippen und herumliegendem Kleinmüll deutlichen Nachholbedarf sehen. Die Aktion soll deshalb nicht nur den schmutzigsten Fleck des Bezirks ausfindig machen, sondern auch zeigen, wie unkompliziert sich Missstände melden lassen. Nur 16 Prozent der Befragten haben nämlich bisher die Möglichkeit genutzt, Probleme beim Ordnungsamt anzuzeigen.

„Wir wollen gemeinsam mit den Menschen aus Mitte hinschauen und auf das Thema Sauberkeit aufmerksam machen“, sagt Bezirksstadtrat Christopher Schriner. Es geht also nicht nur darum, durch die gemeldeten Orte Handlungsbedarf anzuzeigen, sondern dazu zu ermutigen, das Ordnungsamt künftig häufiger per App einzuschalten.

Neben dieser Aktion setzt Mitte auf weitere Aktivitäten wie Clean-ups, Einsatz von Waste-Watchern, mehr BSR-Kieztage für bequeme Entsorgungen und Präventionsarbeit zur Bewusstseinsbildung. Mitte ist natürlich nicht der einzige Bezirk, der sich des Problems annehmen sollte. Vielleicht ziehen Schöneberg, Kreuzberg, Charlottenburg und Co. bald nach. Nun warten wir mal ab, was die Menschen in Mitte alles finden. Zum Abschluss der #mittemachtsauber-Aktion wird der „dreckigste Ort“ in Mitte offiziell gekürt. Ein nicht sehr glanzvoller Titel, der ihm dann hoffentlich schon bald wieder aberkannt werden kann …  

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