Der Kontrast zwischen Berlin und München könnte kaum größer sein und gerade deshalb eignet sich die bayerische Hauptstadt wunderbar für einen Kurztrip. Ein Hauch von Italien liegt über der Alpenmetropole, in der alles ein wenig langsam und gelassen zugeht. Ob dieser Charme auch einem Teenager gefällt, der im bunten, lauten, weltoffenen und schnellen Berlin aufwächst? Optimistisch fahren wir in den Süden, um es herauszufinden.
Qiez zu Google hinzufügenTrotz aller Vorurteile: Am bequemsten ist die Anreise mit der Deutschen Bahn. Etwa vier Stunden braucht der ICE Sprinter, um dich nach München zu bringen. Mit dem Auto fährst du meist fünf oder gar sechs Stunden, da einige Knotenpunkte zwischen Berlin und Bayern regelmäßig für Staus sorgen. Bist du erstmal angekommen, ist die Anreise aber schnell vergessen. Wir checken im Le Méridien ein. Dass es dieses 5-Sterne-Hotel schon seit mehr als 25 Jahren gibt, merkt man dem Haus nicht an. Bereits in der großzügigen Lobby wirkt alles hell und modern. Schicke Couches, ein offener Hub und die Bar laden zum Verweilen ein. Im begrünten Innenhof kann man ebenso chillen. Kunst setzt im gesamten Hotel Akzente. Ein persönliches Highlight: Die legendäre QLOCKTWO verwandelt an der Rezeption Zeit stilvoll in Worte.
In der Lobby gibt es diverse Möglichkeiten, angenehm zu verweilen. Copyright: Le MéridienIn der Lobby gibt es diverse Möglichkeiten, angenehm zu verweilen. Copyright: Le Méridien
Auch die Zimmer sind sehr geschmackvoll und komfortabel eingerichtet. Erst vor wenigen Jahren wurde saniert. Dunkler Laminatboden trifft auf klare Linien und von dänischen Klassikern inspiriertes Design. Die Fenster lassen sich öffnen – was ja längst nicht mehr in allen Hotels selbstverständlich ist. Das Bad ist modern. Wir verbringen den Nachmittag am Innenpool, der angenehm groß ist. So können andere Gäste ihre Bahnen ziehen, während die Teenager versuchen, sich mit Bällen abzuschießen. Die Atmosphäre ist entspannt, niemand fühlt sich gestört. Bestens. Der Spa-Bereich ist eher klein. Es gibt eine Sauna und einige Behandlungsräume für Massagen und Co, um sich nach einem Ausflug wieder in Form zu bringen.
Abends gehen wir ins Irmi. Das hoteleigene Restaurant bringt bayerische Klassiker in zeitgemäßer Form mit regionalen Zutaten auf den Tisch. Da findet sich etwas für jeden Geschmack. Als Einstimmung auf die Zeit in München ist Irmi ideal. Die Einrichtung zitiert den traditionellen Stil nur wie zum Beispiel durch einen Wandteppich mit blauweißen Rauten, gepolsterten Nischen und viel Holz. Das Ambiente zieht auch junges Publikum an. Durch die Lage direkt am Hauptbahnhof sind natürlich viele Touristen und Hotelgäste zugegen.
Cremiger Lachs ist ein erfrischender Einstieg in den Abend im Irmi. Copyright: QIEZCremiger Lachs ist ein erfrischender Einstieg in den Abend im Irmi. Copyright: QIEZ
Wir freuen uns über die reiche Auswahl an Speisen. Zum Auftakt überzeugen cremiger Lachs mit Avocadowürfeln, roten Zwiebeln, scharfer japanischer Mayonnaise und Ponzu für 17 Euro sowie ein Winzersalat. Letzteres ist ein Wildkräutersalat mit Trauben, Starnberger Naturhonig, Walnüssen, roten Zwiebeln und Croûtons für 17,50 Euro. Als Hauptspeisen genießen wir die hausgemachten Kalbsfleischpflanzerl – super saftig – mit einem klassischen lauwarmen Kartoffel-Gurkensalat. Das Filet vom Murnauer „OX“ (49,50 Euro) ist zart und geschmacksintensiv. Die hausgemachte Kräuterbutter ist zwar sehr lecker, man braucht sie aber fast gar nicht, das Fleisch steht für sich. Dazu gibt es zahlreiche Beilagen zur Auswahl. Wir entscheiden uns für knackige Süßkartoffelpommes und Grillgemüse.
Der kulinarische Einstieg ist mehr als gelungen. Am Ende schaffen wir gerade noch eine Crème Brûlée (10 Euro), hätten aber zu gern den Kaiserschmarrn probiert, den sich unser Nachbartisch gönnt. Man kann nicht alles haben. Aber vielleicht kommen wir bei unserem nächsten Besuch in München wieder. Der Teenager geht anschließend noch brav ins Fitness-Studio des Hotels. Die ältere Generation zieht es zum Relaxen aufs Zimmer.
Die Zimmer bieten genug Platz für zwei Personen, selbst wenn beide mit großen Koffern anreisen. Copyright: Le MéridienDie Zimmer bieten genug Platz für zwei Personen, selbst wenn beide mit großen Koffern anreisen. Copyright: Le Méridien
Am nächsten Tag fahren wir mit dem E-Roller erst einmal in die City. Man kann auch laufen, es ist nur ein Katzensprung. Hier gibt es viele der typischen Geschäfte, die auch in Berlin zu finden sind. So schauen wir uns lieber den Dom an und schlendern dann über den Viktualienmarkt. An den Ständen finden sich jede Menge Spezialitäten, bei denen wir nicht widerstehen können. Wir gönnen uns Obazda und riesige Brezn, testen Käse und Wurst im Räucherkistl, stärken uns mit Kartoffelgerichten bei Caspar Plautz und trinken noch schnell etwas Kühles im Biergarten. Nachmittags wechseln wir nach Schwabing. In den kleinen Boutiquen kann man wunderbar shoppen. Nicht nur Mode, auch Designstücke und Schmuck findest du hier. Die Preise sind hier allerdings auf Berlin-Mitte-Niveau. Im Urlaub schaut man zum Glück nicht so genau hin.
Abends haben wir einen Tisch in der Blauen Libelle ergattert. Das Lokal ist ein Muss, wenn man in München Mittelmeer-Kulinarik bestaunen möchte. Das stylishe Interieur besteht aus viel Beton und Stahl, aber auch aus handbemalten Fliesen und altem Holz. Man sitzt herrlich entspannt und hat von den Hochtischen aus einen guten Überblick über die anderen Gäste und die Küche. Am besten bestellt man eine bunte Auswahl von der wechselnden Karte, um möglichst viele der modernen Interpretationen zu erleben. Auch das hat seinen Preis, aber es gibt nichts zu bereuen.
Wir teilen uns die Aubergine (17 Euro) mit Joghurt, Granatapfel- und Pinienkernen, den Blumenkohl (16 Euro) mit Rucola und Chili-Mayo und den Spargel (25 Euro), der mit Weißwein, Mirin und Miso eine besondere Note erfährt. Außerdem lassen wir uns den marinierten Thunfisch (26 Euro), Meeres-Fritto (26 Euro) und Oktopus (30 Euro) auftischen. Jedes Gericht hat einen unverwechselbaren Twist. Es wäre herrlich, wenn jemand in Berlin auf die Idee käme, sich hier inspirieren zu lassen. Damit der Teenager satt wird, gibt es noch eine Pizza Tonno e Cipolla (20 Euro).
BMW hat in Schwabing eine eigene Welt gestaltet. Quelle: Unsplash/ Copyright: Kawshar AhmedBMW hat in Schwabing eine eigene Welt gestaltet. Quelle: Unsplash/ Copyright: Kawshar Ahmed
Am nächsten Tag steht die BMW Welt mit dem BMW Museum auf dem Programm. Selten habe ich Teenager so begeistert eine Ausstellung besuchen sehen. Es wird gefachsimpelt und unzählige Snaps werden verschickt. Die Designs der verschiedenen Jahrzehnte und die Entwicklung der Technik zu betrachten, ist wirklich spannend. In der BMW Welt kann man dann die neuesten Modelle von BMW, Mini und Rolls Royce bestaunen. Man kann sogar beobachten, wie Menschen ihr brandneues Auto abholen. Es ist zwar unglaublich, dass jemand dafür gut 1.000 Euro mehr zahlt, um auf der Empore seinen Neuwagen vor Publikum zu übernehmen, aber wer hat, der hat …
Nachdem wir so viele Autos bewundert haben, zieht es uns ins Grüne. Wir radeln in den Englischen Garten und gehen – wie alle Touristen – auf ein Getränk in den Biergarten am Chinesischen Turm. Anschließend verbringt jeder noch mal eine kleine Auszeit im Le Méridien, ehe wir ins Marriott City West aufbrechen. Dort versteckt sich ein italienisches Restaurant, das uns empfohlen wurde: das Assoluto.
Ein Ort, um mitten in München italienische Dolce Vita zu genießen. Copyright: München Marriott Hotel City WestEin Ort, um mitten in München italienische Dolce Vita zu genießen. Copyright: München Marriott Hotel City West
Allein optisch überzeugt der Raum sofort. Durch eine riesige Holztür betritt man ein Stil-Paradies: mit warmen Farben, bequemen Sesseln und gepolsterten Bänken, einem Lichtensemble aus modernen Deckenleuchten und Tischleuchten sowie kreativen Wandgestaltungen mit Fliesen, Spiegeln und Regalen. Die Tische in verschiedenen Größen sind gut verteilt, sodass man ungestört genießen kann. Der aufmerksame Service erklärt die Karte und schon findet jeder sein persönliches Highlight des Abends.
So haben wir unsere Gaumen zum Auftakt von einer Hummerbisque mit pochierten Hummermedaillons (24 Euro) und vom Tartare di Gamberi Rossi mit Fenchel, Avocado und Lachskaviar (29 Euro) verwöhnen lassen. Dann gab es zum Teilen ein feinwürziges Cacio e Pepe, das direkt am Tisch in einem riesigen Parmesanlaib zubereitet wurde. Es folgten Polpo alla Luciana (32 Euro) mit einer leckeren Tomatensauce, die mit Chili und Weißwein auf den Punkt abgeschmeckt war, und ein zartes toskanisches Rinderfilet (42 Euro) mit geröstetem Kirschtomatenpüree und Salsa Verde. Auf das Dessert verzichten wir, leider sind wir schon satt. Stattdessen sehen wir uns das Hotel an.
Das Hotel verfügt über einen sehr eigenen Stil, der zeitlos chic wirkt. Copyright: München Marriott Hotel City WestDas Hotel verfügt über einen sehr eigenen Stil, der zeitlos chic wirkt. Copyright: München Marriott Hotel City West
Das Design besticht durch viel Holz und Offenheit. Zugleich gibt es moderne Details, die zeitgemäßen Komfort bieten. Alles ist perfekt aufeinander abgestimmt. Dabei vermittelt jeder Ort Gastlichkeit. Ob man einen Drink in der lässigen Bar nimmt, ein paar Fitnesseinheiten einbaut oder auf dem Zimmer die Ruhe genießt: Der besondere Style erfreut Geist und Seele. Sogar der Teenager zeigt sich begeistert und würde gern sofort einchecken. Beim nächsten Mal testen wir also das Marriott City West aus.
Am nächsten Morgen, nach einem üppigen Frühstück im Le Méridien, müssen wir leider schon wieder zurück nach Berlin. Die bayerische Gemütlichkeit hat allen gut getan und München bietet sogar mit Teenagern eine erholsame Auszeit.






